Glaubt man Gläubigen ihre demokratische Gesinnung?

Tagung zu „Fundamentalismus und Toleranz“

„Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen“ – dieser biblische Vers formuliert einen Absolutheitsanspruch, der gläubige Christen in Konflikt bringen kann mit der weltlichen Macht. Und auch für andere Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften in Deutschland gilt: Vom Staat geschützte religiöse Freiheit und staatliche Letztentscheidung können sich kontrovers entgegenstehen. Kann man Gläubigen ihre demokratische Gesinnung glauben? Im Rahmen eines Abendforums werden unter anderem der ehemalige Bürgermeister von Berlin, Eberhard Diepgen, Dr. Ehrhart Körting, Berliner Innensenator a.D., und die Abgeordnete Ekin Deligöz (Bündnis 90/Die Grünen) über „Fundamentalismus und Toleranz. Religionsgemeinschaften und der säkulare Staat“ sprechen.

Die Veranstaltung unternimmt eine Verhältnisbestimmung von Staat und Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften aus juristischer Perspektive sowie eine Standortbestimmung im Blick auf Islam und Demokratie. „In einer multireligiösen Gesellschaft muss die vom Rechtsstaat erwartete Toleranz gegenüber allen gläubigen Bürgern mit der Toleranz der Gläubigen untereinander verbunden sein“, betont Erika Godel, Studienleiterin der Evangelischen Akademie zu Berlin. Den Religionen prinzipielle Intoleranz zu unterstellen sei ebenso wenig hilfreich wie die Verfassungstreue von Angehörigen einer Religionsgemeinschaft in Frage zu stellen. „Vertreter aus Politik und Wissenschaft, Christen, Juden, Muslime und alle Interessierten sind herzlich eingeladen, sich an der Diskussion zu beteiligen.“

Das Gespräch über „Fundamentalismus und Toleranz“ findet am Mittwoch, 8. Februar, um 18:00 Uhr in der Französischen Friedrichstadtkirche statt. Die Evangelische Akademie zu Berlin veranstaltet das Abendforum gemeinsam mit dem Verein „Gegen Vergessen – Für Demokratie“. Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.