Arbeiten mit Weltblick

Globales Lernen in der beruflichen Bildung

Das Bildungskonzept des Globalen Lernens gewinnt auch in der beruflichen Ausbildung an Bedeutung. Die ganzheitlich orientierte, fächerübergreifende Vermittlung von Wissen und Kompetenzen soll junge Menschen für zukünftige berufliche Aufgaben stärken. Globales Lernen motiviert, komplexe Prozesse der Globalisierung besser zu verstehen und im beruflichen Alltag zu berücksichtigen. Gemeinsam mit dem Entwicklungspolitischen Bildungs- und Informationszentrum Berlin (EPIZ) und der Evangelischen Berufsschularbeit „Haus Kreisau“ bietet die Evangelische Akademie am 20. und 21. September eine Tagung zum Thema.

     Globales Lernen nutzt innovative, partizipative Lernmethoden und will die Lernenden dazu befähigen, vom üblichen Kategoriendenken wegzukommen, das Spannungsfeld zwischen ökonomischer Effizienz und ethischem Anspruch zu erfassen und global für die gesamte Welt zu denken und zu handeln. „Auszubildende sollen in der Lage sein, die Abläufe in ihrem Berufsfeld kritisch zu hinterfragen und gegebenenfalls auch nach Möglichkeiten zu suchen, wie Globalisierung gerechter gestaltet werden kann“, sagt Ulrike Kind, Studienleiterin der Evangelischen Akademie.

Im Rahmen der Tagung werden innovative Methoden der Globalen Bildung vorgestellt und Wege aufgezeigt, wie dieses Konzept in der beruflichen Bildung stärker verankert werden kann. „Wir versuchen auszuloten: Werden Themen des Globalen Lernens ein Nischengebiet bleiben oder sich zu Querschnittsthemen entwickeln? In welchem Verhältnis stehen ein kritischer Blick auf Folgen der Globalisierung und die berufliche Qualifizierung?“, so Ulrike Kind. Außerdem soll diskutiert werden, wie engagierte Akteure nichtstaatlicher Organisationen und Verantwortliche in Unternehmen und Betrieben in einen konstruktiven Dialog treten können, und wie sich Auszubildende dazu bringen lassen, Themen des Globalen Lernens als solche zu begreifen, die sie in ihrem Leben und ihrem Beruf unmittelbar angehen.

Auf dem Tagungsprogramm stehen Vorträge und Diskussionen, aber auch Workshops, die Globales Lernen konkret werden lassen. So sind Workshops zur internationalen Kooperation in der Gastronomie, zu interaktiven Großgruppenmethoden in der Tischlerausbildung oder zum E-Learning geplant. Auch Erfahrungen mit konkreten Projekten – etwa in der Ausbildung von Hotel- oder Bürokaufleuten – werden präsentiert.

Eingeladen zur Tagung „Arbeiten mit Weltblick“ sind Lehrerinnen und Lehrer aus beruflichen Schulen, Ausbilderinnen und Ausbilder aus Betrieben, Multiplikatoren aus entwicklungs- und umweltpolitischen Zusammenhängen, Vertreter nichtstaatlicher Organisationen, und politisch Verantwortliche aus Ministerien und Verwaltungen sowie alle anderen Interessierten.

Weitere Informationen zur Tagung finden Sie hier.