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Franz von Hammerstein verstorben

 
 
Die Evangelische Akademie erinnert dankbar an ihren ehemaligen Direktor

Franz von Hammerstein verstorben

Der ehemalige Direktor der Evangelischen Akademie Berlin (West), Franz von Hammerstein ist kurz nach seinem 90. Geburtstag am 15. August 2011 verstorben. Bis in das letzte Jahr hinein hat er Veranstaltungen der Akademie besucht und Anteil an Gesprächen genommen.

Widerstehen und versöhnen, beide Formen christlichen Handelns sind im Leben von Franz von Hammerstein eine lebendige Verbindung eingegangen. Franz von Hammerstein wurde am 6. Juli 1921 in Berlin als Sohn des späteren Chefs der Heeresleitung Kurt Freiherr von Hammerstein-Equord und seiner Frau Maria, geborene von Lüttwitz geboren. Am 6. Juli 1937 wurde er durch Pastor Martin Niemöller konfirmiert. Nach dem Abitur 1940 leistete er zunächst Militärdienst, machte dann als frontuntauglich eine kaufmännische Lehre bei Krupp Druckemüller.
Inspiriert vom Widerstand seiner Familie, von Martin Niemöller und Dietrich Bonhoeffer hat er selbst Widerstand gegen den Nationalsozialismus geleistet. Im August 1944 wurde er durch die Gestapo in Sippenhaft genommen. Vom Gefängnis in Moabit wurde er im März 1945 in das KZ Buchenwald verlegt. Im April 1945 begegnete er Dietrich Bonhoeffer in Regensburg und wurde im Mai 1945 aus dem KZ Dachau befreit.
Nach dem Krieg studierte Franz von Hammerstein Theologie in Bethel (1946-1947) und Chicago (1948-1950). Gemeinsam mit seiner Frau der Schweizer Theologin Verena Rohrdorf arbeitete er 1954-1957 als fraternal workers in New Jersey und Illinois. 1957 wurde er mit einer Arbeit über Martin Buber in Münster promoviert. 1957-1965 leitete er mit Harald Poelchau die Evangelische Industriejugend Berlin.

Franz von Hammerstein widmete sein Nachdenken und Handeln der Umkehr zum Frieden. 1958 gründete er gemeinsam mit Lothar Kreyssig die Aktion Sühnezeichen und schreibt im Gründungsaufruf: „Es ist so wenig Frieden, weil so wenig Versöhnung ist.“ Franz von Hammerstein suchte die Versöhnung im jüdisch-christlichen Dialog, einem Eckpfeiler seiner Tätigkeit als Direktor der Evangelischen Akademie. Ebenso lag ihm die Versöhnung mit den Menschen der Sowjetunion und aus den anderen Ländern des Ostblocks am Herzen. 1966-1975 war er Generalsekretär von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V., von 1976-1978 Referent für Jüdisch-Christlichen Dialog beim Ökumenischen Rat der Kirchen, Genf. Von 1978 bis 1986 leitete Franz von Hammerstein die Evangelische Akademie Berlin (West), eine der beiden Vorgängerinnen der heutigen Evangelischen Akademie zu Berlin.

Er wusste, dass Versöhnung nicht allein von Menschen herstellbar ist, aber dass sie Offenheit für einen Richtungswechsel voraussetzt. Seine Haltung der Versöhnung zwang ihn zum Widerstand gegen diejenigen, die diesen Weg nicht gehen wollten. Der Glaube in die Kraft der Versöhnung und der Widerstand gegen Hass und Gewalt gehören im Leben von Franz von Hammerstein zusammen. In seiner Dissertation schrieb er 1957: „Beides ist gleich wichtig: gelebte Wirklichkeit und geglaubte Wahrheit müssen zu der Einheit des Lebens verschmelzen.“
In seinem Ruhestand blieb Franz von Hammerstein vielfältig aktiv, so im Martin-Niemöller-Friedenszentrum, in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand und in der Stiftung Topographie des Terrors. Er war Ehrenvorsitzender der Stiftung West-Östliche Begegnungen und des Kuratoriums von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V.

Die Evangelische Akademie zu Berlin erinnert sich voller Dank an Franz von Hammerstein und sein gesegnetes Lebenswerk für Frieden und Versöhnung.

Rüdiger Sachau

 

 
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