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Paradoxien der Gnade

 
 
Vortrag des französischen Philosophen Marcel Hénaff am 4. April

Paradoxien der Gnade

© ronstik - Fotolia.com

 

Marcel Hénaff, Professor an der University of California in San Diego, ist in Deutschland vor allem durch die Übersetzung seines großen Werkes: „Der Preis der Wahrheit. Gabe, Geld und Philosophie" bekannt geworden. Im Rahmen der Tagung „Protestantische Ethik und moderner Sozialstaat“ wird er am 4. April 2014 den Abendvortrag „Die Reformation – Paradoxien der Gnade“ halten. 

In seinem 2009 in Deutschland erschienenen Werk geht es dem Professor für Französische Literatur, Philosophie und Anthropologie um die Analyse der heute alles durchdringenden Macht des Geldes vor der Folie seines Gegenstücks, der „Gabe". Hénaff geht davon aus, dass beide Medien, Geld und Gabe, Bindungen durch die Zurechnung von Schuld erzeugen: Gelder müssen zurückgezahlt und Gaben müssen erwidert werden. Durchbrochen werde dieser Zirkel durch die Gnade - aber nur dann, meint er, wenn man mit Gott darüber verhandeln kann. Wo dies, wie im Protestantismus, nicht mehr denkbar sei, würden Arbeit und Gelderwerb gnadenlos. Hénaff zufolge hat dann alles seinen Preis und niemand mehr kann der Verschuldung entkommen. Sein Fazit: Es ist also die Reformation, die die verzweifelte Verfallenheit der modernen Welt an das Geld als ihren wahren Gott herausgeführt hat. Ob es einen Ausweg gibt, bleibt die Frage.

Der Vortrag von Marcel Hénaff findet im Rahmen der Tagung „Protestantische Ethik und moderner Sozialstaat“ um 20.00 Uhr in der Französischen Friedrichstadtkirche zu Berlin statt. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen finden Sie hier.

 
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