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Rechtsextreme Einstellungen sind unchristlich

 
 
Studienleiter für demokratische Kultur und Kirche

"Rechtsextreme Einstellungen sind unchristlich"

© privat

 

Eine klare Positionierung der Kirchen gegenüber rechtsextremen und menschenfeindlichen Einstellungen fordert Studienleiter Christian Staffa. Angesichts der Tatsache, dass solche Einstellungen in der Mitte der Gesellschaft und auch in christlichen Gemeinden zu finden sind, hält Staffa eine theologische Verständigung darüber, wie mit den zugrunde liegenden „Ideologien der Ungleichwertigkeit“ umzugehen sei, für dringend geboten. Dies machte der Studienleiter, der der auch dem Vorstand der Bundesarbeitsgemeinschaft "Kirche und Rechtsextremismus“ angehört, bei der Konstituierung des Forums „Kirche und Rechtsextremismus im Norden“ am 5. September in Ratzeburg deutlich.

„Rassismus, Antisemitismus, Antiziganismus und auch Sexismus sind nicht einfach Vorurteilsformationen, sondern historisch gewachsene und gesellschaftlich getragene Abwertungen“, sagte Staffa. Die eigene exklusive Identität und auch der je eigene Glaube würden durch die Abwertung des Fremden gegen eigene Zweifel und Fragen von außen gesichert. Gleichzeitig sollten auf diese Weise individuelle Abgründe abgewehrt werden. „Dieser Mechanismus ist nicht erst durch die Verunsicherungen entstanden, die mit der Globalisierung Einzug gehalten haben“, betonte Staffa, „sie sind kirchen- und zivilisationsgeschichtlich konstitutiv“.

Viele Passagen der Bibel machten dagegen deutlich, dass offene und unerprobte Wege von Menschen und Gemeinden -und damit eine demokratische und fremdenfreundliche Haltung - in Gottes Sinne seien. Sie seien Fundament christlichen Handelns im Alltag und tradierten so Haltungen und Meinungen. „Rechtsextreme Einstellungen sind unchristlich, auch weil sie von völlig statischen Menschenbildern ausgehen“, unterstrich der Studienleiter. Es gehe gerade nicht darum „Identitätsfestungen zu bejahen“, so Staffa. „Denn wir können erst in der Begegnung mit anderen erfahren, wer wir sind.“ Deshalb sei man auf das Fremde und Andere geradezu angewiesen. Er trete für eine „Praxis der Grenzgängerei, des Offenen, Unabgeschlossenen“ ein. „In dieser Unvollkommenheit und Wandelbarkeit sind wir zu Hause im Unterwegs in der politeia Gottes“. Das wehre allen Konzepten von der Minderwertigkeit anderer, „weil wir uns so bewusst sind, mit allen Fremden fremd - und nur so zu Hause zu sein in dieser uns zur Verfügung stehenden aber nicht gehörenden Welt“. 

 
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