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Wieder zu Hause und doch

 
 
Wieder zu Hause?

Rückkehrer aus Krisengebieten und unsere Gesellschaft

© Sabine Würich

 

Ich habe mich nicht als Held gefühlt, aber über ein „Willkommen zurück“ … hätte ich mich gefreut“, sagt Andrea Brinkmann im Blick auf ihre Rückkehr aus Afghanistan. Brinkmann war als Presseoffizier der Bundeswehr in Faisabad tätig, und sie ist eine von 70 Rückkehrern, die im Rahmen des Ausstellungsprojekts „Operation Heimkehr. Bundeswehrsoldaten über ihr Leben nach dem Auslandseinsatz“ portraitiert werden. Das Projekt ist Ausgangspunkt des Abendforums „Wieder zu Hause und doch fremd?“, zu dem die Evangelische Akademie gemeinsam mit dem Christoph Links Verlag und rbb Inforadio am 11. Juni, dem Tag des Peacekeepers, einlädt.

„Wir denken nicht gern daran, dass es heute in unserer Mitte wieder Kriegsversehrte gibt. Menschen, die ihren Einsatz für Deutschland mit ihrer körperlichen oder seelischen Gesundheit bezahlt haben. Und dass es wieder deutsche Gefallene gibt, ist für die Gesellschaft schwer zu ertragen.“ Bundespräsident Joachim Gauck machte anlässlich seines Antrittsbesuchs bei der Bundeswehr im Juni 2012 deutlich, was ansonsten kaum thematisiert wird: dass unsere Gesellschaft nicht darauf vorbereitet ist, aus Krisengebieten Zurückkehrende angemessen zu empfangen. Soldaten wie zivile Helfer kehren mit einer Fülle von Eindrücken, mit sichtbaren und unsichtbaren Verletzungen heim; oft müssen sie sich mit Nichtwissen, Unverständnis und Desinteresse oder sogar Ablehnung auseinandersetzen. Gleichzeitig beginnt in Deutschland die Diskussion, die militärische Optionen der Außenpolitik in den Blick nimmt. Auch hier scheint die öffentliche Debatte um die Erfahrungen vor Ort einen Bogen zu machen.

Das Projekt „Operation Heimkehr“, das inzwischen als Buch erschienen ist, stellt individuelle Erlebnisse und Geschichten von Rückkehrern vor. Die Tagung nimmt die in diesem Zusammenhang relevanten Fragestellungen auf: Wie gehen die Soldaten und zivilen Helfer mit ihrer Situation um? Wie werden sie empfangen und was brauchen sie, um in der Gesellschaft wieder heimisch zu werden? Verändern ihre Erfahrungen unsere Sicht auf die großen Konflikte in der Welt und auf deren Lösung?

Neben Andrea Brinkmann und den Initiatorinnen des Projekts, der Fotografin Sabine Würich und der Journalistin und Historikerin Ulrike Scheffler, werden Dr. Andreas Wittkowsky vom Zentrum für internationale Friedenseinsätze, sowie der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, Hellmut Königshaus auf dem Podium diskutieren.

Die Veranstaltung findet am 11. Juni um 18.30 Uhr in der Französischen Friedrichstadtkirche, Gendarmenmarkt 5 statt. Sie ist Teil des Projekts „… dem Frieden der Welt zu dienen…“ der Evangelischen Akademien in Deutschland.

Sie sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.

 
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