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Kirche debattiert Zukunft der Braunkohle in der Lausitz

© EAzB

 

Cottbus (epd). Der Koalitionskompromiss zur Energiepolitik ist gerade einmal zwei Tage alt. In Cottbus machten sich am Wochenende die Lausitzer schon einmal Gedanken über die Zukunft der Braunkohle-Region. Eingeladen hatte die Kirche.

Knapp 2.000 Menschen haben am Samstag in Cottbus am ersten Lausitz-Kirchentag teilgenommen. Bei brütender Hitze standen neben Gottesdiensten und Konzerten zahlreiche Diskussionsrunden zur Zukunft der Braunkohle-Region auf dem Programm.

Bischof Markus Dröge forderte mit Blick auf die Debatte um einen Ausstieg aus der Braunkohleverstromung erneut, den Menschen in der Lausitz eine klare Perspektive zu geben. Die Menschen vor Ort bräuchten Planungssicherheit: «Lasst die Lausitz nicht allein», mahnte Dröge in Richtung Politik. «Braunkohle kann eine Brücke sein, aber diese Brücke muss kurz sein», sagte der evangelische Landesbischof bei einer Veranstaltung. Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz hatte bereits vor sechs Jahren den «Einstieg in den Ausstieg» gefordert.

Eröffnet wurde der erste Lausitz-Kirchentag der vier Kirchenkreise der Region mit einem Gottesdienst in der Cottbuser Stadthalle. Daran beteiligten sich rund 800 Menschen. Zu einem zeitgleich stattfindenden Jugendgottesdienst versammelten sich rund 150 junge Menschen. An mehreren Orten in der Stadt gab es im Anschluss Diskussionsrunden zur Zukunft der Braunkohleförderung, der Dörfer, Städte und Kirchengemeinden. Auch das Zusammenleben mit Flüchtlingen und Polen war Thema von Foren. Außerdem präsentierten sich zahlreiche Initiativen.

Ein Sprecher der Landeskirche schwärmte am Nachmittag von einer «typischen Kirchentagsatmosphäre bei herrlichem Wetter». Neben rund 300 Mitwirkenden aus Kirche, Gesellschaft, Politik und Unternehmen gestalten auch rund 50 Posaunenbläser und 150 Chorsänger das Programm. Das Motto des Kirchentags lautete «...wie der Garten Eden».

Der designierte Propst der evangelischen Landeskirche, Christian Stäblein, warb zum Auftakt um gegenseitigen Verständnis und Respekt für die Meinung anderer. Es gehe darum, langfristig Lösungen zu finden «für so komplexe und kontroverse Themen wie Strukturwandel und Energiewende», sagte Stäblein in seiner Predigt. Der promovierte Theologe soll Mitte August als Stellvertreter des Bischofs und damit Nachfolger von Friederike von Kirchbach offiziell sein Amt als Propst antreten.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) dankte der Kirche für ihre Versöhnungsarbeit zwischen Polen und Deutschen. Dabei verwies Woidke unter anderem auf die «Ostdenkschrift» der Evangelischen Kirche in Deutschland von 1965. Damit sei eine Grundlage für die spätere Entspannungspolitik gelegt worden. Zugleich sprach Woidke sich für einen Ausbau der Beziehungen zum polnischen Nachbarland aus. Als aktuelles Beispiel nannte er den Schienenverkehr. Zum Lausitz-Kirchentag hatten sich auch rund 200 polnische Gäste angemeldet.

5. Juli 2015 epd ost phi

 
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