Facebook Link

epd Evangelische Landeskirche fordert striktes Waffenexportgesetz

 
 

Evangelische Landeskirche fordert striktes Waffenexportgesetz

© EKBO / Rolf Zöllner

 

Berlin (epd). Gegen Waffenexporte, für neue Initiativen zu Abrüstung und Rüstungskontrolle und für eine faire Weltwirtschaft: Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) hat bei ihrer Frühjahrstagung in Berlin ein klares Signal für mehr Bemühungen um Frieden und Gerechtigkeit gesetzt. Die Bundesregierung müsse die zivile Konfliktprävention und -bearbeitung und die Entwicklungshilfe deutlich ausbauen, heißt es in einem "Wort der Landessynode", das am Samstag zum Abschluss der zweitägigen Beratungen in Berlin beschlossen wurde.

Auf dem Weg zu einem umfassenden Verbot von Waffenexporten müsse ein "striktes und verbindliches Waffenexportgesetz" beschlossen werden, um die "bisherige geheime, willkürliche und ausufernde Praxis von Exportgenehmigungen zu beenden", forderte das Kirchenparlament. Waffenlieferungen in Konfliktgebiete müssten unterbunden und bestehende Verbote durchgesetzt werden. Die 114 Synodalen vertreten knapp eine Million Protestanten in Berlin, Brandenburg und Ostsachsen.

Dauerhafter Friede könne nur bestehen, wo Menschen in Würde, in Übereinstimmung mit den Menschenrechten und im Einklang mit der Schöpfung leben können, heißt es in dem Wort der Landessynode: "In dieser Hoffnung auf eine friedliche Welt wissen wir uns verbunden mit Menschen aus allen Religionen und Völkern." Der Frieden müsse als ethischer Anspruch absolutes Ziel sein. Dennoch könnten "politische Kompromisse nötig sein, weil der Weg des Friedens nur in Schritten gegangen werden kann", heißt es weiter in dem Synodenwort: "Er ist ein Prozess."

Zu einem gerechten Frieden gehöre auch, dass die Globalisierung und ihre Folgen so gestaltet werden, dass niemand zurückgelassen werde, heißt es weiter in dem Synodenwort. Wirtschaftliche Umbrüche und die mangelnde Regulierung der Finanzmärkte rissen jedoch weiter Gräben auf, die Zusammenhalt und inneren Frieden bedrohen. Die Kirche müsse hingegen für eine solidarische Gesellschaft einstehen, heißt es weiter: "Die Teilhabe am Reichtum der Gesellschaft muss für alle gewährleistet bleiben, der Abstand zwischen arm und reich verringert werden."

Die Kirchenparlamentarier riefen zugleich zu einem Dialog der Religionen und einer Stärkung des Religionsunterrichts auch als Mittel gegen die Ausbreitung von Antisemitismus auf. Die Länder Berlin, Brandenburg und Sachsen müssten den Religionsunterricht besser unterstützen, der Dialog der Religionen müsse bereits an den Schulen gelernt werden, heißt es in einer Erklärung des Kirchenparlaments.

Bischof Markus Dröge rief in seinem Bischofswort an die Synode zu einer sachlich-kritischen Auseinandersetzung mit dem Islam auf. Problematische muslimische Traditionen wie Versuche der Etablierung eines parallelen Rechtssystems und das Verbot, zu anderen Konfessionen zu konvertieren, müssten klar benannt werden, forderte Dröge. Die anhaltende Debatte darüber, ob der Islam zu Deutschland gehöre, helfe dabei jedoch nicht weiter und trage nicht zum Religionsfrieden bei.

Das Kirchenparlament beschloss zudem Änderungen beim Wahlrecht für die Gemeindekirchenräte. Die Konfirmation ist damit von Mai an keine Bedingung mehr für die Beteiligung an den Wahlen zu den Selbstverwaltungsgremien der Gemeinden. Wahlberechtigt sind nun alle Gemeindemitglieder ab 14 Jahren. Auch für die Mitgliedschaft im Gemeindekirchenrat ist die Konfirmation nicht mehr unbedingte Voraussetzung. Gewählt oder berufen werden können nun Gemeindemitglieder, die mindestens 16 Jahre alt und "konfirmiert oder in anderer Weise mit den Grundlagen des christlichen Glaubens und des kirchlichen Lebens vertraut gemacht" sind.

15. April 2018

 
Artikel

Veranstaltungskalender

April 2018
Mo Di Mi Do Fr Sa So
1
2 3 4 5 6 7 8
9 10 11 12 13 14 15
16 17 18 19 20 21 22
23 24 25 26 27 28 29
30
Apr
14
  • Neustrelitz
    Von der barocken Residenzstadt zum modernen Tourismuszentrum
    Beginn: 08:00 Uhr
Apr
12
Apr
11
Apr
25
Apr
3
Apr
23