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epd Brandenburg startet landesweite Woche der Brüderlichkeit

 
 

Brandenburg startet landesweite Woche der Brüderlichkeit

© Deutscher Koordinierungsrat der Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit e. V. (DKR)

Offizielles Plakat zur Woche der Brüderlichkeit 2019

 

Potsdam (epd). Brandenburgs Landtagspräsidentin Britta Stark (SPD) hat zum Kampf gegen Judenfeindschaft aufgerufen. Es sei ein lautes und beschämendes Alarmsignal für die Gesellschaft, wenn Jüdinnen und Juden sich in diesem Land nicht mehr sicher fühlten, sagte Stark am Montag zur Eröffnung der 20. Brandenburger "Woche der Brüderlichkeit" in Potsdam. Die Festveranstaltung mit rund 100 Gästen aus Politik, Gesellschaft, den christlichen Kirchen und der Jüdischen Gemeinde war vom Landtag gemeinsam mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit ausgerichtet worden.

Es sei eine schmerzliche Wahrheit und bittere Einsicht, dass auch die Erinnerung an die Schrecken des Holocaust und die millionenfachen Morde an Juden nicht selbstverständlich dazu geführt haben, dass Judenfeindschaft überall im Land geächtet ist, sagte Stark und fügte hinzu: "Sich gegen Antisemitismus in jeder Situation zu stemmen, gleich von welcher Seite dieser kommt, ist ein dringlicher Auftrag für unsere Demokratie und für jeden einzelnen Menschen von uns."

Der Vorsitzende der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Potsdam, Tobias Barniske, betonte, Antisemitismus äußere sich nicht nur hinter verschlossenen Türen, im vertrauten Zirkel des Stammtisches oder anonymisiert, sondern in der Öffentlichkeit, mit Klarnamen bei Facebook oder im Leserbrief, mit Pöbeleien und Angriffen auf offener Straße. "Wir müssen die Grundwerte unserer Demokratie aktiv verteidigen, ihre Inhalte und Geschichte vermitteln, damit leisten wir einen ersten Beitrag gegen Judenfeindschaft", so Barniske.

Gideon Botsch, Leiter der Emil Josef Gumbel Forschungsstelle Antisemitismus und Rechtsextremismus am Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien in Potsdam, betonte, dass Judenfeindschaft viel mit Projektion zu tun habe. Judenfeindschaft operiere mit stereotypen Zuschreibungen, die sich zu Ressentiments verfestigen. Ohne den christlichen Antijudaismus sei der moderne Antisemitismus nicht denkbar, so der Forscher. Botsch betonte zudem, dass Antisemitismus auch in muslimischen Ländern weit verbreitet sei. Man müsse aber auch hier Zuschreibungen vermeiden und nicht ein Bild von Zuwanderern aus diesem Kulturkreis malen, die nur darauf warten würden, Juden anzugreifen.

Wichtig sei eine Stärkung der jüdischen Perspektiven auf Antisemitismus, sagte der Forscher weiter. Dem diene unter anderem die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus in Brandenburg (RIAS), die derzeit am Moses Mendelssohn Zentrum aufgebaut werde. Beispielhaft für viele Aktionen zum interreligiösen Dialog und für Verständigung stellten Pfarrer Bernhard Fricke die Flüchtlings- und interreligiöse Arbeit des Evangelischen Kirchenkreises Potsdam sowie Kevin Manhardt vom Verein Basskontakt das Projekt "Bass gegen Rassismus" vor.

Die bundesweite Aktionswoche war am Sonntag unter dem diesjährigen Motto "Mensch, wo bist Du? Gemeinsam gegen Judenfeindschaft" in Nürnberg von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eröffnet worden. Bis zum 17. März wirbt die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit mit Veranstaltungen für die Verständigung zwischen Christen verschiedener Bekenntnisse und Juden unterschiedlicher Traditionen. Brandenburg beteiligt sich zum 20. Mal an der Aktionswoche.

11. März 2019

 
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