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Der Akademiker

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Der Wittenberger Akademie-Direktor Friedrich Kramer will Nachfolger von Bischöfin Ilse Junkermann werden

Magdeburg/Erfurt (epd). Die Nominierung zum Bischofskandidaten empfindet er als "persönliche Wertschätzung seiner bisherigen Arbeit", sagt Friedrich Kramer. Der Direktor der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt wurde am 30. Oktober 1964 in Greifswald geboren. Im Alter von zehn Jahren zog seine Familie nach Wittenberg, wo sein Vater das Predigerseminar leitete. Sein Abitur legte Kramer in Wittenberg ab.

Den Dienst an der Waffe in der Nationalen Volksarmee (NVA) der DDR verweigerte er und diente von 1983 bis 1985 als Bausoldat in Prora auf Rügen. Nach seinem Studium der Evangelischen Theologie von 1985 bis 1991 in Berlin an der Humboldt-Universität war er Pfarrer in Lodersleben und Gatterstädt bei Querfurt sowie mit der Jugendarbeit im Kirchenkreis Querfurt beauftragt.

Von 1997 bis 2008 war Kramer als Pfarrer für Studentenseelsorge in Halle tätig. Seit 2009 ist er Direktor der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt und zugleich Studienleiter für Theologie und Politik. Der 54-Jährige ist verheiratet mit Sabine Kramer, Direktorin des Predigerseminars in Lutherstadt Wittenberg, und hat zwei Töchter. Zudem ist Friedrich Kramer auch Honorardozent an der Evangelischen Hochschule für Kirchenmusik in Halle und in verschiedenen Gremien aktiv.

Kramer sagte dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Mittwoch in Magdeburg, er freue sich mit der Nominierung als Kandidat für das Amt als Landesbischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) über das Vertrauen, das ihm damit entgegengebracht werde. Dass alle drei Kandidaten aus dem Osten kämen, sei ein "klares Bekenntnis".

 

Drei Bewerber aus der Region

Zwei Männer und eine Frau kandidieren für Junkermann-Nachfolge

Erfurt (epd). Um die Nachfolge der Bischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), Ilse Junkermann, bewerben sich zwei Männer und eine Frau. Auf der Synode Anfang Mai stellen sich die Superintendentin des Kirchenbezirks Plauen, Ulrike Weyer (45), der Direktor der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt, Friedrich Kramer (54), und Pfarrer Karsten Müller (53) aus Halle der geheimen Wahl, wie die EKM am Mittwoch in Erfurt mitteilte. Der Einführungsgottesdienst für die neue Landesbischöfin oder den neuen Landesbischof ist für den 7. September im Magdeburger Dom geplant.

Die Wahl war notwendig geworden, weil Amtsinhaberin Junkermann nach zehn Jahren nach Leipzig wechselt. Ab 1. September 2019 soll sie an der Universität der Messestadt die Forschungsstelle "Kirchliche Praxis in der DDR. Kirche (sein) in Diktatur und Minderheit" leiten. Zuvor wird sie am 6. Juli in einem Gottesdienst im Magdeburger Dom verabschiedet und von ihrem Dienst als Landesbischöfin entpflichtet.

Im November 2017 war das mitteldeutsche Kirchenparlament von der Entscheidung des Landeskirchenrates überrascht worden, Junkermanns Amtszeit als Bischöfin nicht zu verlängern. Die inzwischen 61-Jährige wollte ihr Amt ursprünglich um etwa vier weitere Jahre bis zum Erreichen ihrer Pensionsgrenze ausüben, fand aber in der Kirchenleitung dafür nicht die nötige Unterstützung.

Gründe für diese Entscheidung wurden damals nicht genannt. Nach dem Zusammenschluss der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Thüringen mit der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen zum 1. Januar 2009 hatte man sich zunächst bewusst für eine Frau an der Spitze der EKM entschieden, die zuvor keiner der beiden fusionierten Kirchen angehörte.

Gegen die Themensetzung der früheren Stuttgarter Oberkirchenrätin Junkermann waren allerdings in den vergangenen Jahren Vorbehalte gewachsen. Zudem wurde ihr eine fehlende Verwurzelung in der Region vorgehalten.

Mit seiner Kandidatenkür hat der 31-köpfige Findungsausschuss offenbar versucht, ein ähnliches Dilemma für die kommenden Jahre auszuschließen. Alle drei Bewerber für das Bischofsamt sind seit vielen Jahren mit Mitteldeutschland verbunden.

Friedrich Kramer ist in Greifswald geboren und zog im Alter von zehn Jahren mit seiner Familie nach Wittenberg. Nach seinem Theologiestudium in Berlin startete er als Pfarrer in Lodersleben und Gatterstädt bei Querfurt. Karsten Müller ist in Merseburg geboren und hat in Naumburg studiert. Seine erste Pfarrstelle war in Jerichow im Kirchenkreis Stendal. Ulrike Weyer wurde in Dresden geboren und hat in Halle und Leipzig studiert. Ihre erste Pfarrstelle lag in Nordsachsen, zuständig für sechs Kirchgemeinden und 37 Dörfer.

Das Trio hat am 27. April in der Marktkirche von Halle Gelegenheit, sich einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen. Dabei werden sie jeweils einen kurzen Vortrag halten und dann auf zuvor gesammelte Fragen aus dem Publikum eingehen, erklärte eine EKM-Sprecherin.

Gewählt wird die Landesbischöfin oder der Landesbischof von der Landessynode, die vom 9. bis 11. Mai im Kloster Drübeck im Harz tagt. Auch dort ist am Eröffnungstag eine Vorstellungsrunde geplant. Am Abend müssen sich die zwei Bewerber und die Kandidatin in nichtöffentlicher Sitzung den Fragen des Kirchenparlaments stellen. Am darauffolgenden Tag können dann die 80 Synodalen über die Personalie entscheiden. Gewählt ist laut Kirchenverfassung der EKM, wer die Stimmen von zwei Dritteln der anwesenden Synodalen erhält. Die Amtszeit beträgt zehn Jahre.

10. April 2019

 
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