Unsere Themen

Religion

Was Protestanten glauben, wissen und tun ist der Ausgangspunkt unserer Diskurse zu Fragen der Politik und Gesellschaft. Es geht uns um Mitgestaltung des Zusammenlebens von Menschen unterschiedlicher Kulturen und Religionen. Wir veranstalten Tagungen, Fachgespräche und Anhörungen zu aktuellen Themen, um exemplarisch zu lernen, wie Werte und Wertigkeiten zu finden und zu beurteilen sind bezogen auf Politik, Wirtschaft und Kultur. Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Gespräch mit Vertretern des Judentums und des Islams.

Gesundheit

Was hält uns gesund und was brauchen wir angesichts von Krankheit und Leiden? Wie können wir die Fortschritte in Medizin und Biowissenschaften sinnvoll nutzen und wie gestalten wir ein solidarisches Gesundheitssystem?
Vor dem Hintergrund des christlichen Glaubens fördern wir den fachlichen und öffentlichen Diskurs über eine ethisch verantwortbare Entwicklung im Gesundheitswesen und den Biowissenschaften.
Schwerpunkte des Arbeitsbereichs sind Medizinethik, Ethik im Gesundheitswesen, Gesundheits- und Pflegepolitik so wie Glaube und Gesundheit.

Bildung

Ob Bildungsanstrengungen erfolgreich sind entscheidet wesentlich über die Zukunftschancen der Einzelnen. Ob Bildungsprozesse integrieren oder ausschließen entscheidet wesentlich über die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft.
Verantwortung für Qualität, Inhalte von und einen breiten Zugang zu Bildung ist seit jeher ein zentrales Anliegen des Protestantismus. Die Evangelische Akademie zu Berlin fragt in dieser Tradition, wie und auf welche Weise Bildung
• Menschen mündig macht und zu verantwortlichem Handeln befähigt
• einen konstruktiven Umgang mit kultureller Vielfalt und Religion erschließt
• für alle zugänglich ist; unabhängig von sozialer oder ethnischer Herkunft, Geschlecht oder Wohnort.

Zeitgeschichte

Die Erinnerung an ost- und westdeutsche sowie europäischer Geschichte des 20. Jahrhunderts soll vor allem die Auseinandersetzung mit Fragen der Verantwortung des Einzelnen und der Gemeinschaft für historische Prozesse befördern. Besondere Schwerpunkte sind Widerstand gegen Unrecht, Schuld, Ideologien, kulturell und religiös geprägte Verhaltensmotivationen und gesellschaftliche Mechanismen, durch die Einzelne oder Gemeinschaften in bestimmte historische Rollen eingebunden wurden. Ziel ist es, aus den historischen Erfahrungen Maßstäbe für politisches und gesellschaftliches Handeln in christlicher Verantwortung zu finden.

Wirtschaft

Wirtschaftsethik entwickelt Regeln und Grundsätze, die Leistungsorientierung, Anreize und Fairness miteinander verbinden. Bei evangelischer Wirtschaftsethik geschieht das im Lichte des reformatorischen Verständnisses von Beruf und Berufung. Wirtschaftlichkeit und Wertorientierung, Wertschöpfung und Wertschätzung gehören zusammen. In der Perspektive des Gemeinwesens stellen sich Fragen nach
• Voraussetzungen für die Akzeptanz von Wettbewerb
• Glaubwürdigkeit als ökonomischer Notwendigkeit
• Konzeptionen von Wirtschafts- und Sozialpolitik
Die Evangelische Akademie zu Berlin will
• Schnittstellen zwischen Politik, Unternehmen und Nichtregierungsorganisationen bearbeiten oder neu schaffen
• Menschen mit Führungsverantwortung den Austausch über ethische Konfliktlagen anbieten
• die persönliche Weiterentwicklung unterstützen.

Politik

Evangelische Akademien entstanden als Antwort auf die Erschütterung darüber, dass der Protestantismus nicht die Kraft aufbrachte, die moralische und nationale Katastrophe der nationalsozialistischen Ideologie und Diktatur abzuwehren und sich geschlossen der Verfolgung der Juden entgegenzustellen. Mit unseren Veranstaltungen wollen wir politische Entscheidungsträger auf dem Weg zur ethischen Urteilsbildung und zum verantwortlichen Handeln unterstützen, zukünftigen Entwicklungen voraus denken und gleichzeitig als Stimme des Protestantismus in die Politik hinein wirken.
Ein Schwerpunkt liegt im Arbeitsbereich Ostmitteleuropa. Nach intensiven, von den Kirchen mitgetragenen Bemühungen um Versöhnung mit den östlichen Nachbarn und den Chancen, die sich aus dem Ende der Blockkonfrontation 1989/90 ergeben, stehen wir vor der Aufgabe, mit diesen Ländern eine gemeinsame europäische Zukunft zu gestalten.

Berliner Bibelwochen

Als Reaktion auf die deutsche Teilung wurden 1953 die Berliner Bibelwochen von der Synode der Evangelischen Kirche der Union (EKU) eingerichtet. Heute kommen Menschen aus ganz Deutschland und vielen Ländern Europas für vier bis fünf Tage in Berlin zusammen, um miteinander über Bibeltexte und deren Bedeutung in der heutigen Gesellschaft zu sprechen.
Die Teilnehmenden sind in der Mehrzahl engagierte Gemeindeglieder, die in unterschiedlichen Bereichen ihrer Gemeinden oder kirchlicher Einrichtungen ehrenamtlich mitarbeiten. Mitunter kommen auch Zweifelnde, die nur zögerlich eine Annäherung an die Kirche wagen und die in der Bibelwoche eine aufgeschlossene Gemeinschaft finden.
Seit 2007 finden die Tagungen unter dem Dach der Evangelischen Akademie zu Berlin statt.