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Exkursion nach Görlitz / Sgorzelec

 
 

Exkursion

Exkursion nach Görlitz / Sgorzelec

Eine Grenzstadt wird zur Stadt ohne Grenzen

Tagungsnummer
2005Exk2
13. August 2005
07:01 - 22:55 Uhr
Görlitz
Inhalt:

Leitung

Dr. Erika Godel

 

Organisation

Hannah Kickel-Andrae

 
(030) 203 55 - 506

Seit 700 Jahren mit Stadtrecht ausgestattet liegt Görlitz an der via regia, der historischen Ost-West-Handelsstraße des europäischen Kontinents, etwa auf halbem Weg zwischen Kiew und Santiago de Compostela. Auf dieser Straße kursierten im Mittelalter Menschen, Waren, Geld, Nachrichten und Ideen. Die Straße war einer der Kommunikationsstränge, an denen sich Handel und Verkehr, Kunst und Kultur in Europa entwickelten.

Die erste Blütezeit der Stadt Görlitz lag im späten Mittelalter und der frühen Neuzeit. Das Bild der Stadtanlage mit ihren Türmen, Wehranlagen, Kirchen und stattlichen Bürgerhäusern zeugt noch heute von der damaligen wirtschaftlichen und künstlerischen Kraft der zwischen Breslau und Leipzig führenden Stadt an der Neiße. Ihre Entwicklung wurde jedoch durch den Dreißigjährigen Krieg und die Schlesischen Kriege unterbrochen.

Im Zuge der Neuordnung Europas nach der Niederlage Napoleons fiel die Oberlausitz 1815 an Preußen. Görlitz nahm einen ernormen Aufschwung. Ein Kranz ausgedehnter Gründerzeitviertel, darunter die Neißevorstadt, legte sich um die Altstadt. Görlitz entwickelte sich hinsichtlich Handel, Industrie, Militär, Verwaltung und Kirche zum Zentrum des westlichen Teils der Provinz Schlesien. Die Entfaltung des jüdischen Lebens manifestierte sich in dem Bau einer großen Synagoge.

Einen Tag vor Ende des Zweiten Weltkriegs sprengte die Wehrmacht alle sieben Neißebrücken. Die Siegermächte bestimmten die Neiße zur Landesgrenze. Aus der Neißevorstadt wurde die polnische Kreisstadt Zgorzelec. 1956 wurden eine Eisenbahn- und eine Straßenbrücke wiederhergestellt.

Die Grenze wurde jedoch erst 1972 geöffnet - und schon 1980 aus Furcht vor einer Ausbreitung der Solidarnosc-Bewegung wieder geschlossen. Die Partnerschaftsbeziehungen zwischen beiden Städten und die Planungen zur gemeinsamen Gestaltung der Neiße-Uferzone wurden eingestellt.

Obgleich die bauliche Substanz der Stadt kaum Kriegsschäden erlitten hatte, war die historische Innenstadt bis 1989 dem fortschreitenden Verfall preisgegeben und zunehmend entvölkert. Im Norden der Altstadt begann ein großflächiger Abriss. Die politische Wende von 1989 wurde in Görlitz eingeleitet mit Protesten der Stadtbevölkerung gegen diesen Abriss. Görlitz wurde zur Modellstadt des städtebaulichen Denkmalschutzes. In einer bewundernswürdigen Kraftanstrengung ist es gelungen, nicht nur die herausragenden Baudenkmale der Gotik und Renaissance - darunter den um 1500 entstandenen einzigartigen Landschaftspark des ’Heiligen Grabes’ - zu restaurieren, sondern die ganze Innenstadt als Lebensraum zurückzugewinnen.

Die 1991 erneuerte Städtepartnerschaft zwischen Görlitz und Zgorzelec gipfelte 2001 in der gemeinsamen Bewerbung um den Titel ’Kulturhauptstadt Europas 2010’. Mit dem Projekt ’Brückenpark’ will die Doppelstadt die Uferzone beiderseits der Neiße zu einem zentralen Bereich mit den Schwerpunkten Kultur und Bildung umgestalten. Der erste Schritt ist mit der Wiedererrichtung der historischen Altstadtbrücke bereits getan und die Aufnahme Polens in die EU im vorigen Jahr gibt diesem Projekt zusätzliche Schubkraft.


Programm:

Programmablauf


07.01 Uhr Abfahrt am Ostbahnhof mit RE 38133 nach Cottbus, umsteigen

08.34 Uhr ab Cottbus mit Lausitz-Bahn LB 84311 nach Zittau

09.46 Uhr an Görlitz


10.00 Uhr Stadtführung mit Wieland Menzel und dem Stadtbildpfleger Peter Mitsching, beide Stadtplanungsamt Görlitz


Gang durch einen Teil der gründerzeitlichen Stadt, Besichtigung der Synagoge,

Rundgang durch die Historische Altstadt, Nikolaivorstadt u a.

Gang über die Altstadtbrücke nach Zgorzelec


12.30 Uhr Mittagessen in Zgorzelec


14.00 Uhr Rundgang durch Zgorzelec mit dem Stadtarchitekten

Adam Cebula oder Peter Mitsching


15.30 Uhr Besuch im Schlesischen Museum Görlitz im Schönhof und Informationsgespräch über die „Museen zur Geschichte und Kultur der Deutschen im östlichen Europa“


18.00 Uhr Rückfahrt ab Görlitz mit LB 88158, an Berlin-Ostbahnhof 20.55 Uhr


alternativ


17.30 Uhr Besuch des Heiligen Grabes (mit Führung)

Zeit zur freien Verfügung, Stadtbummel, Abendimbiss


20.00 Uhr Rückfahrt ab Görlitz mit LB 88160, an Berlin-Ostbahnhof 22.55 Uhr

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