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Gedenkstättenlandschaft und Erinnerungskultur in der Ukraine

 
 

Tagung

Gedenkstättenlandschaft und Erinnerungskultur in der Ukraine

4. Kreisauer Gedenkstättenseminar

Tagungsnummer
2006TG13
10. - 13. Mai 2006
17:00 - 11:00 Uhr
Inhalt:

Leitung

Ludwig Mehlhorn

 

Organisation

Silke Ewe

 
(030) 203 55 - 508

Ost-West-Europäischer Erfahrungsaustausch zur Praxis in Museen und Bildungseinrichtungen


Die Erinnerungskultur in den ost- und ostmitteleuropäischen Ländern ist von den traumatischen Erfahrungen des 20. Jahrhunderts geprägt. Neben den nationalsozialistischen Gewaltverbrechen ist – anders als im Westen Europas – das von sowjetischen und kommunistischen Regimes zu verantwortende Unrecht im Geschichtsbild dominant. Die politische Kultur dieser Länder, zu denen auch Deutschland gezählt werden muss, wird bis heute von der Erfahrung mehrerer Diktaturen geprägt.


Das Kreisauer Gedenkstättenseminar nimmt sich dieser besonderen Situation an. Der Umgang mit unterschiedlichen Verbrechens- und Unrechtskomplexen wird im Spiegel der unterschiedlichen Länder und ihrer Geschichte diskutiert. Die Geschichtsdebatten der letzten Jahre haben gezeigt, dass es für alle Länder gleichermaßen notwendig ist, sich in Zeiten von Systemveränderungen und rasanten gesellschaftlichen Wandels ihrer Vergangenheit zu versichern. Vor dem Hintergrund dieser Diskussionen sollen die Gedenkkultur und die Gedenkstättenarbeit im Blick auf die Vermittlung von Geschichte an jüngere Generationen besprochen werden.


Wie in jedem Jahr werden die Erfahrungen in einzelnen Einrichtungen und Projekten ausgehend von einem Schwerpunktthema diskutiert. In diesem Jahr stehen Geschichte und Gedenkkultur in der Ukraine im Mittelpunkt, unter besonderer Berücksichtigung ihrer Beziehungen zu den Nachbarländern Russland, Belarus und Polen.


Das zum vierten Mal stattfindende Seminar wendet sich in erster Linie an haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter(innen) in Gedenkstätten, Museen und Projekten, die sich mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts auseinandersetzen. Pädagogen, Wissenschaftler, Studierende und Journalisten aus West- und Osteuropa sind eingeladen, sich vergleichend über ihre Arbeit auszutauschen.


Annemarie Franke

Stiftung Kreisau


Dr. Anne Kaminsky

Stiftung Aufarbeitung


Ludwig Mehlhorn

Evangelische Akademie zu Berlin


Das Projekt wird von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ gefördert.

Programm:

Mittwoch, 10. Mai


bis 17.00 Uhr Anreise und Zimmerbelegung


17.00 Uhr Kaffee, fakultativ: Rundgang durch die Begegnungs- und Gedenkstätte Krzyżowa (Kreisau)


18.30 Uhr Abendessen


19.30 Uhr Einführung in das Programm

Ludwig Mehlhorn, Evangelische Akademie zu Berlin


anschl. Vorstellungsrunde, geselliger Abend zum Kennenlernen und Austauschen


Donnerstag, 11. Mai


9.00 Uhr Gemeinsame und getrennte Erinnerung in Belarus, Polen und der Ukraine


Impulsreferate:

Aktuelle Geschichtsdebatten in der Ukraine

Roman D. Zinkiewicz, Historiker, Politechnische Universität Lemberg


Schwierige Versöhnung. Zur Wolhynien-Debatte 2003

Grzegorz Motyka, IPN Warschau


11.00 Uhr Kaffeepause


11.30 Uhr Ethnische Konflikte im Kontext des 2. Weltkrieges als Quelle der Identität von Polen und Ukrainern

Oleksandr Svyetlov, Charkow


Diskussion

Moderation: Annemarie Franke, Stiftung Kreisau


13.00 Uhr Mittagessen


15.00 Uhr Konkurrenz der Opfer?

Holocaust und Zweiter Weltkrieg in der Erinnerungskultur der Ukraine seit 1991

Wilfried Jilge, Historiker, GWZO Leipzig


Holodomor oder Holocaust?

Die Grosse Hungersnot der Ukraine in der westeuropäischen Erinnerungskultur

Prof. Stefan Troebst, Historiker, GWZO Leipzig


16.30 Uhr Diskussion im Plenum

Moderation: Dr. Anne Kaminsky, Stiftung Aufarbeitung


18.00 Uhr Abendessen


19.30 Uhr Aktuelle Fragen der Beziehungen Polen-Ukraine-Deutschland

Gesprächsrunde

Moderation: Ludwig Mehlhorn, Wolfgang Templin


Freitag, 12. Mai


9.00 Uhr Projekttag internationaler Gedenkstätten und Museen

Präsentation des virtuellen Gulag-Museums

Irina Flige, Memorial St. Petersburg


Haus der Begegnung mit der Geschichte – ein Projekt des Zentrums KARTA und der Stadt Warschau

Michal Swetlik, Zentrum KARTA, Warschau


Moderation: Andrea Genest, ZZF Potsdam


11.00 Uhr Kaffeepause


11.30 Uhr Werkstattbericht: Das dänische Kalte-Kriegs-Institut

Dr. Thomas de Friis


13.00 Uhr Mittagessen


15.00 Uhr Forum: Methoden der historisch-politischen Bildungsarbeit

Die Arbeit des Instituts für Kirchengeschichte mit und für Jugendliche

Oksana Kulyk, Historikerin, Institut für Kirchengeschichte Lemberg


Bildungsprojekte an der polnisch-ukrainischen Grenze

Mariusz Zajączkowski, IPN Lublin


Moderation: Dr. Bernd Florath, Berlin


18.00 Uhr Abfahrt zum gemeinsamen Abendessen im Restaurant „Fregatta“ im Eulengebirge


Samstag, 13. Mai


9.00 Uhr Auswertung und Vorausschau


ab 11.00 Uhr Abreise

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