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Mythos Widerstand?

 
 

Fachtagung

Mythos Widerstand?

Darstellung und Deutung von Resistenz in Museen und Gedenkstätten

Tagungsnummer
07/2014
12. - 15. März 2014
17:00 - 12:30 Uhr
Inhalt:

Leitung

Dr. Jacqueline Boysen

 

Organisation

Silke Ewe

 
(030) 203 55 - 508

Widerstand und Opposition gehören zu den wesentlichen Bestandteilen einer nationalen Selbsterzählung. Der Verweis auf Renitenz oder Widerstandsakte soll Stärke und Souveränität dokumentieren und gilt als Beleg für den Mut einer mündigen Bevölkerung, die sich gegen Willkür, Fremdherrschaft oder Unrecht zur Wehr setzt.


Insbesondere Gedenkstätten, die über Verbrechen an der Menschlichkeit informieren und an die Opfer von einst erinnern, scheinen den Widerstand als wesentliche Gegenkomponente der dort vermittelten Mechanismen von Gewalt oder Rechtlosigkeit zu benötigen. Die Darstellung von Unrecht wird ergänzt durch Beispiele vorbildlichen Verhaltens, aktiver Gegenwehr und gegenseitiger Solidarität. Der Verfolgung aus politischen, rassischen, religiösen oder sozialen Gründen wird nachträglich Sinn verliehen. Besonders in den kommunistischen Gesellschaften wurden Orte nationalsozialistischer Verfolgung folgerichtig zu Widerstandsmuseen, die sich nach dem Systemwechsel oft in ein nationales Narrativ wandeln ließen.


Wir fragen, welche Rolle die Erinnerung an Opposition und Widerstand gegen Diktaturen, Fremdherrschaft und Besatzung in den nationalen Erzählungen der einzelnen Staaten in Europa spielen und wie sich die Narrative wandeln. Zeichnen Gedenkstätten und Museen nationale Mythen nach oder versuchen sie, kritische Gegenbilder zu entwerfen, die der nationalen Erzählung widersprechen? Wie werden Themen wie Kollaboration und die Position der Mit-läufer reflektiert? Kann die Thematisierung von Opposition und Widerstand helfen, Uneindeutigkeiten und Brüche diktatorischer Verhältnisse zu verdeutlichen? Wie und mit welchem Erkenntnisinteresse werden diese Themen in Gedenkstätten und Museen dargestellt?


Das ost-westeuropäische Gedenkstättentreffen richtet sich an Mitarbeiter/innen von Gedenk-stätten und Museen sowie an Personen, die sich in Projektarbeiten, an Schulen oder Hochschulen mit der Geschichte von Nationalsozialismus, dem Völkermord an den europäischen Juden, Stalinismus und kommunistischer Diktatur sowie anderen Formen totalitärer Gewaltherrschaft und des Widerstandes dagegen auseinandersetzen. Das Gedenkstättenseminar versteht sich als Forum für einen gesamteuropäischen Erfahrungsaustausch von Vertretern aus der Praxis, die in der historisch-politischen Bildungsarbeit tätig sind, sowie von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern.



Wir laden herzlich zur Teilnahme ein!


Dr. Jacqueline Boysen

Dr. Andrea Genest

Dominik Kretschmann

Dr. Burkhard Olschowsky

Markus Pieper


Kooperationspartner sind:

Gedenkstätte Stiftung Kreisau

Evangelische Akademie zu Berlin

Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Europäisches Netzwerk Erinnerung und Solidarität

in Verbindung mit der Kreisau-Initiative Berlin e.V.


Programm:

Mittwoch, den 12. März 2014


ab 17:00 Anreise und Zimmerbelegung


Kaffee


18:00–19:00 Abendessen


19:00–20:30 Besuch des Berghauses, kurze Einführung in die Geschichte des Ortes

Einführung in das Programm durch die Veranstalter, Vorstellungsrunde

anschl. geselliger Abend zum Kennenlernen und Austauschen


Donnerstag, den 13. März 2014


Eröffnungsdebatte


09:30–11:00 „Mythen der Nationen“ – Die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg in Europa.

PD Dr. Monika Flacke, Deutsches Historisches Museum, Berlin/Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

Kommentar: Der Kommunismus in der europäischen Erinnerung

Prof. Dr. Valters Nollendorfs, Latvijas Okupācijas muzejs (Lettisches Okkupationsmuseum), Riga

Diskussion


11:00–11:30 Kaffeepause


Darstellung und Deutung von Resistenz in Museen und Gedenkstätten


11:30–13:30 Widerstand gegen Nationalsozialismus und deutsche Besatzung

Dominik Kretschmann, Stiftung Kreisau

Victoria van Krieken, Liberation Route Europe Foundation, Elst/Niederlande

Marek Syrny, Muzeum Slovenskeho narodneho povstania (Museum des slowakischen Nationalaufstandes), Banska Bystrica


13:30–15:00 Mittagspause


15:00–17:00 Holocaust und Judenrettung

Justyna Majewska, Muzeum Historii Zydow Polskich (Museum der Geschichte der polnischen Juden), Warschau

Guido Vaglio, Museo Diffuso di Torino


17:00–18:00 Projektpräsentationen


18:00–19:30 Abendessen


Freitag, den 14. März 2014


09:30–11:30 Opposition und Widerstand gegen kommunistische Machthaber

Prof. Dr. Valters Nollendorfs, Latvijas Okupācijas muzejs (Lettisches Okkupationsmuseum), Riga

N. N., Muzeum Historii Polski (Museum der Geschichte Polens), Warschau


11:30–12:00 Kaffeepause


12:30–13:30 Forum historisch-politische Bildung

Projektpräsentationen


13:30–15:00 Mittagspause


15:00 Abfahrt nach Groß Rosen, Besichtigung


19:00 Abendessen



Samstag, den 15. März 2014


Opposition und Widerstand als Vorbild für die Demokratie


09:30–11:00 N. N., Europejskie Centrum Solidarnosci (Europäisches Solidarność-Zentrum), Danzig


11:00–12:00 Abschlussdiskussion: Mythos Widerstand?


12:00–12:30 Auswertungsrunde und Ideen für das nächste Mal


Tagungssprachen (Simultanübersetzung): Deutsch, Polnisch, Russisch

Das Programm in anderen Sprachen finden Sie unter:

http://www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/veranstaltungen2014-4463.html?id=2247


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Veranstaltungskalender

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