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Lutherstadt Wittenberg

 
 

Exkursion

Lutherstadt Wittenberg

Reformation und Stadtsanierung

Tagungsnummer
25-5/2016
15. Oktober 2016
08:24 - 21:37 Uhr
Inhalt:

Leitung

Heinz-Joachim Lohmann

 

Organisation

Kerstin Koschinski

 
Die Exkursion ist ausgebucht. Leider können wir keine weiteren Anmeldungen mehr annehmen. Danke für Ihr Verständnis.

Die kleine Stadt Wittenberg erlangte mit Luthers Thesenanschlag 1517 und den darauf folgenden reformatorischen Bewegungen und Veränderungen Weltgeltung. Über die Jahrhunderte gleich geblieben ist die Struktur der Kernstadt, zwei nahezu parallele Straßen mit Aufweitungen für Kirchplatz und Marktplatz, im Osten Augusteum und Lutherhaus, im Westen Schlossareal mit Schlosskirche. Auch die über den Elbauen weithin sichtbare Stadtsilhouette hat ihr Bild bewahrt. Neben den Kirchen und dem Rathaus bestimmen Bauten der frühen Renaissance und Gebäude des 16./17. Jahrhunderts das Stadtbild. Wittenberg ist eine Bilderbuchstadt der Baugeschichte. Die Altstadt und damit auch die Wohn- und Wirkungsstätten Martin Luthers, Philipp Melanchthons und Lucas Cranachs wurden in den vergangenen Jahren weitgehend saniert. Die Reformationsgedenkstätten gehören zum Weltkulturerbe der UNESCO.


In Vorbereitung des Reformationsjubiläums hat sich die Stadt erneut Schwerpunkte der Sanierung gesetzt: Stadtkirche St. Marien, Augusteum mit Lutherhaus, Schlossareal mit Schlosskirche und Arsenalplatz.

Von der Stadtkirche St. Marien, oft als Mutterkirche der Reformation bezeichnet, nahm der evangelische Gottesdienst in deutscher Sprache mit Gemeindegesang und dem Abendmahl in beiderlei Gestalt seinen Weg in die Welt. Von 2010 bis 2015 wurde die Kirche (Ursprung im 13. Jh.) in drei Bauabschnitten innen und außen einer Generalsanierung unterzogen. Auch der Reformationsaltar von Lucas Cranach aus dem Jahre 1547 erstrahlt in neuem Glanz. Aber diese Kirche trägt in ihrer Außenhaut ein Schandmal – die Reliefplastik einer „Judensau“ als frühe Form diffamierender, judenfeindlicher Karikatur. Solche Bildwerke gibt es noch in einigen anderen europäischen Kirchen. Oft wird gewünscht, sie zu verstecken oder zu entfernen. In Wittenberg wählte man die direkte Auseinandersetzung – mit einem 1988 von Wieland Schmiedel geschaffenen, in den Boden unter dem Relief eingelassenen Mahnmal.

Umfassend saniert wurde auch das einmalige Ensemble von Augusteum und Lutherhaus, das neben seiner städtebaulichen Bedeutung noch besser für den modernen Museumsbetrieb erschlossen werden soll.

Die Schlosskirche als angenommener Ort für den Thesenanschlag und als Begräbnisstätte Luthers und Melanchthons sowie der gesamte Schlossbereich werden saniert und umgebaut bzw. durch neue Bebauung ergänzt. Damit wird auch das stadt- und reformationsgeschichtliche Erbe des Schlosses neu bewertet.

Die größte Herausforderung war vielleicht die neue Nutzung des Arsenalplatzes nahe dem historischen Zentrum. Auf dem Areal des ehemaligen Franziskanerklosters – über die Jahre sehr unterschiedlich genutzt und bis zum Abzug der sowjetischen Armee verbotene Zone – entstand in der Verbindung von Alt und Neu ein Gebäudekomplex mit Bürger- und Stadthaus sowie Möglichkeiten für städtische Nutzungen. Dort sind auch das zentrale Informationszentrum und der Besucherempfang für die Reformationsfeierlichkeiten untergebracht.


Eine besondere Rolle in der Stadtsanierung spielt der Cranach-Höfe e.V., hervorgegangen aus einer Bürgerinitiative, die sich unter dem Motto „Wo Häuser verkommen, verkommen auch Menschen“ seit 1982 für die Erhaltung der historischen Stadt einsetzt. Dem Verein ist u.a. die Sanierung und neue Nutzung der Cranach-Höfe im Sinne historischer Werkhöfe mit Künstlerwerkstätten und einer Kinder- und Jugendkunstschule zu danken. Engagierte Mitglieder der Initiative haben fachlich kompetent und politisch unbelastet in der Stadt Verantwortung übernommen, so der ehemalige Bauamtsleiter und jetzige Oberbürgermeister.


Heinz-Joachim Lohmann, Evangelische Akademie zu Berlin

Helga Wetzel, Arbeitskreis Stadtpolitik

Programm:

Programm

Samstag, den 15. Oktober 2016



08.24 Uhr Abfahrt Berlin Gesundbrunnen

Gleis 6, RE3 Richtung Lutherstadt Wittenberg


Treffpunkt in den beiden vorderen Wagen

Reiseleitung: Helga Wetzel, Arbeitskreis Stadtpolitik


08.31 Uhr ab Berlin Hauptbahnhof (tief) Gleis 4

08.34 Uhr ab Berlin Potsdamer Platz, Gleis 2

08.40 Uhr ab Berlin Südkreuz, Gleis 5

08.45 Uhr ab Berlin Lichterfelde-Ost, Gleis 3

09.48 Uhr Ankunft Lutherstadt Wittenberg


Fußweg zur Stadt


10.15 Uhr Stadtsanierung

Stadtrundgang mit Blick in die Schlosskirche

Jochen Kirchner, Oberbürgermeister der Lutherstadt Wittenberg, zuvor Leiter des

Stadtplanungsamts, ehemals Mitglied der Bürgerinitiative


13.30 Uhr Mittagspause

Mittagessen individuell


15.00 Uhr Stadtkirche St. Marien

Führung durch die Kirche

Bernhard Naumann, Kirchmeister

Vortrag Reformation gestern und heute

Heinz-Joachim Lohmann, Studienleiter der Evangelischen Akademie zu Berlin


17.30 Uhr Fußweg zum Bahnhof


18.12 Uhr Abfahrt Lutherstadt Wittenberg

Gleis 1, RE 3, Richtung Schwedt/Oder


19.13 Uhr an Berlin Lichterfelde-Ost

19.19 Uhr an Berlin Südkreuz

19.26 Uhr an Berlin Potsdamer Platz

19.29 Uhr an Berlin Hauptbahnhof (tief)

19.37 Uhr an Berlin Gesundbrunnen



Änderungen des Programms vorbehalten!

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