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Abgrenzung und Verflechtung

 
 

Fachtagung

Abgrenzung und Verflechtung

Historische Grenzerfahrung in Europa

Tagungsnummer
16/2017
29. März - 01. April 2017
18:00 - 12:00 Uhr
Inhalt:

Leitung

Dr. Jacqueline Boysen

 

Organisation

Silke Ewe

 
(030) 203 55 - 508

15. Ost-Westeuropäisches Gedenkstättentreffen Kreisau

Das Ost-Westeuropäische Gedenkstättentreffen in Krzyzowa/Kreisau richtet sich an ein Fachpublikum aus der Wissenschaft sowie aus der historisch-politischen Bildung. Eingeladen sind Historiker und Mitarbeiter von Erinnerungsorten, Museen, Gedenkstätten, Bildungszentren, Menschenrechtsorganisationen oder Zeitzeugenprojekten. Hauptanliegen des Gedenkstättentreffens ist das gegenseitige Kennenlernen sowie der Austausch von Wissen und Erfahrung untereinander. Die Darstellung historischer Epochen, Ereignisse oder Personen unterscheidet sich in den einzelnen Staaten und Regionen Europas erheblich voneinander – wir laden dazu ein, die unterschiedlichen nationalen oder auch lokalen Narrative und ihren Einfluss auf das jeweilige Verständnis von der Geschichte des 20. Jahrhunderts zu diskutieren. Wir hoffen, mit einem freien Meinungsaustausch über unterschiedliche Wahrnehmungsmuster und Tendenzen unter den Teilnehmern aus unterschiedlichen Ländern einen Beitrag zum tieferen Verständnis und zur Versöhnung in Europa leisten zu können. Das Gedenkstättentreffen hat inzwischen eine lange Tradition und wir freuen uns, dass wir auch weiterhin zum offenen Diskurs über Wahrnehmung und Erinnerung sowie über die Darstellung von Geschichte und Vergangenheit in den Ländern Ost- und Westeuropas einladen können.

2017 widmet sich das Treffen dem Thema der historischen Grenzerfahrung. Grenzen durchziehen Europa, Zäune umschließen Staaten und Mauern trennen Menschen voneinander. Grenzlinien waren umkämpft, wurden verschoben, verteidigt, neu definiert – und schließlich geöffnet. Die europäische Geschichte ist eine der Überwindung von Grenzen. Über Schranken hinweg erleben die Europäer Migration und eine multiethnische Realität, die nicht zuletzt auch vom Neben- und Gegeneinander der Konfessionen geprägt war. Unsichtbare Grenzen umschlossen ethnische, religiöse, politische Minderheiten, Ausgegrenzte wurden entrechtet, verfolgt und ermordet. Neben Abschottung gab es auch ein Miteinander, Respekt vor Diversität und wechselseitige kulturelle Bereicherung. Wie diese Geschichte die nationalen Narrative in Ost- und Westeuropa prägt, thematisiert das Gedenkstättentreffen.

In jedem Jahr sind die Projektpräsentationen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer wichtiger Bestandteil des Seminars. Wir stellen aktuelle Projekte vor, die sich mit historischen Grenzerfahrungen auseinandersetzen. Unser Seminar ist stark praktisch orientiert und ist keine wissenschaftliche Konferenz. Wir legen besonderen Wert auf den informellen Austausch: offene Gespräche und Reflexionen charakterisieren die Gedenkstättentreffen in Kreisau. Übersetzt wird in diesem Jahr in die Sprachen Polnisch, Russisch, Englisch und Deutsch.

Programm:
Mittwoch, 29. März 2017
 
12.00 Abfahrt mit dem Bus ab Berlin nach Kreisau, Treffpunkt Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Kronenstraße 5 in Berlin-Mitte
 
bis 18.00 Ankunft und Anmeldung
 
18.00 – 19.00 Abendessen
 
19.00 – 19.20 Begrüßung durch den Gastgeber Dominik Kretschmann, Stiftung Kreisau
Begrüßung und inhaltliche Einführung in das Gedenkstättentreffen durch das Veranstalter-Team
Organisatorische Hinweise, Dominik Kretschmann
 
19.20 – 20.30 Interaktive Vorstellung, Kennenlernen aller Teilnehmer
anschließend Zeit für Gespräche
 
Donnerstag, 30. März 2017
 
10.00 – 12.00 Historische Einführung. Definition, Wahrnehmung und Umgang mit „Anderen“ in transnationaler Perspektive in Europa im 20. Jahrhundert und deren Folgen bis heute
Dr. Gundula Bavendamm, Direktorin der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung in Berlin (angefragt)
Kommentar und Diskussion: Dr. Robert Zurek, Stiftung Kreisau
Moderation: Dr. Jacqueline Boysen, Evangelische Akademie zu Berlin
 
12.00 – 13.00 Mittagessen
 
13.00 – 14.30 Rundgang: Kreisau/Krzyzowa als Ort für Versöhnung mit der Vergangenheit?
Führung: Dominik Kretschmann
 
14.30 – 16.30 Diskussion: Abgrenzung und Verflechtung in (trans)nationalen Kontexten
K.&K. als Modell einer gelungenen Multiethnischen Gemeinschaft?, Johannes Feichtinger, Institut für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte, Akademie der Wissenschaften in Wien „Balkan“Experiences,
Prof. Aleksandar Jakir, Geistes- und Sozialwissenschaftliche Fakultät, Universität Split
Sächsisch-tschechischer Grenzraum: Verflechtungsprozesse seit 1989 und Auswirkungen auf die Identität der Grenzbewohner,
Prof. Dr. Miloš Rezník, Direktor des Deutschen Historischen Instituts Warschau
Moderation: Dr. Jacqueline Boysen
 
16.30 Kaffeepause
 
17.00 – 19.30 Interaktiver Workshop zur Geschichte von Kreisau, Dominik Kretschmann
 
19.30 Abendessen
anschließend Zeit zur freien Verfügung, Gespräche und Reflexionen
 
Freitag, 31. März 2017
 
09.00 – 10.30 Inklusion und/oder Exklusion? Der Umgang mit Integrations- und Akzeptanzkonzepten in verschiedenen sozialen, ethnischen, kulturellen oder politischen Gruppen in Museen, Ausstellungen und Erinnerungsstätten
Projektpräsentationen – Teil I
Wo ist „zu Hause“? Die Probleme der Anpassung und Integration von ethnischen Deutschen, die vor und nach dem Fall des kommunistischen
Regimes aus Rumänien emigrierten, Cosmin Budeanca, The Institute for the Investigation of Communist Crimes and the Memory of the Romanian Exile
Sandra Vokk, Unitas Foundation, Tallinn
„Die letzte Adresse“, die Entwicklung des Projekts als Praktik von De-Stalinisierung und angesichts der russischen Geschichtspolitik, Nikolay Ivanov, St. Petersburg
Moderation: Markus Pieper, Bundesstiftung Aufarbeitung
 
10.30 – 11.00 Kaffeepause
 
11.00 – 12.30 Projektpräsentation – Teil II
Herausforderung der Erinnerung und der Vermittlung der neuesten und neuen Geschichte in Kroatien und anderen postjugoslawischen Ländern, Vesna Teršelic, Geschäftsführerin Documenta – Centre for Dealing with the Past Kroatien, Zagreb
Migration im Museum,
Dr. Claudia Augustat, kuratorische Projektleiterin des Wiener Weltmuseum
Grenzüberschreitende Bildungsprojekte,
Dorota Makrutzki, Kulturreferentin für Pommern und Ostbrandenburg beim Pommerschen Landesmuseum, Greifswald
Moderation: Anna v. Arnim-Rosenthal, Bundesstiftung Aufarbeitung
 
12.30 – 13.30 Mittagessen
 
14.00 Exkursion: Friedenskirche Schweidnitz und Centrum Historii Zajezdnia
Wroclaw – neues Museum „Breslau 1945-2016“ des Zentrums „Erinnerung und Zukunft“ in Breslau
Führung: Waldemar Pytel, Bischof der Diözese Breslau (angefragt) und N.N.
 
ca. 20.00 Abendessen, Jahrhunderthalle in Breslau
 
ca. 22:00 Rückkehr nach Kreisau
 
Samstag, 1. April 2017
 
9.30 – 11.00 Projektpräsentationen – Teil III
Das sowjetische Ehrenmal im Berliner Treptower Park als Symbol deutschrussischer Verständigung,
Boris Stamenic, Berlin
Digitalisierung des europäischen Kulturerbes,
Dr. Frank Drauschke/Ad Pollé, Europeana, den Haag
Internationales Dissidentenlexikon www.dissidenten.eu,
Markus Pieper, Bundesstiftung Aufarbeitung
Moderation: Luiza Konczyk, Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.,
Breslau
 
11.00-12.00 Abschlussrunde, Feedback
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Veranstaltungskalender

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