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Identität. Macht. Verletzung.

 
 

Tagung

Identität. Macht. Verletzung.

Rassismuskritische Perspektiven

Tagungsnummer
46/2018
08. - 10. Oktober 2018
14:30 - 14:00 Uhr
Inhalt:

Leitung

Dr. Christian Staffa

 

Organisation

Silke Ewe

 
(030) 203 55 - 508
 
 
 
Der Ruf nach nationalen, kulturellen und religiösen Identitäten hat in den letzten Jahrzehnten nicht nachgelassen, sondern ist stärker geworden. Aber auch die kritische Arbeit an weniger „reinen“ und starren Selbstbildern und Gesellschaftsvorstellungen ist intensiver geworden. Im Zuge dieser Arbeit wird immer wieder betont, dass die Frage nach Identitätskonstruktion nationaler, ethnischer, kultureller, religiöser oder geschlechtlicher Art, sich nicht von der Macht- und Gewaltfrage trennen lässt. Schließlich scheinen kollektive Identitätskonstruktionen in der Regel Selbstidealisierungen zu sein, die Bilder des „Gefährlichen“ oder „Rückständigen“ benötigen, um die Sicherung eigener Vorherrschaft und die Diskriminierung der „Anderen“ plausibel
erscheinen zu lassen. Wie konfliktgeladen die Lage ist, lässt sich an den „Verteidiger*innen“ des „christlichen Abendlandes“, an den Antigenderisten und nicht zuletzt an den Alltagspraktiken erkennen, die auf hierarchischen Bildern des „Eigenen“ und „Anderen“ beruhen und weiße europäische Privilegien verteidigen.
Identität ist kein unschuldiger Begriff. Vermutlich ist er auch kein biblischer oder christlicher, eher scheint er ein kirchlich gewachsener Begriff zu sein. In welcher Weise sind Theologie und Kirche damit in Macht- und Gewaltdynamiken involviert? Welche Perspektiven gibt es in Religionspädagogik und Theologie, die das Reden von „Werten der Aufklärung“, von „Leitkultur“ und „Integrationsleistungen“ beunruhigen und die möglicherweise Alternativen zu diesen Mustern bieten? In welcher Weise könnten Selbstbeschreibungen selbst- und gesellschaftskritisch vorgenommen werden? Wie wären Verletzbarkeit und Verletzungen zu thematisieren ohne die Perspektive von Widerständigkeit in antisemitischen, rassistischen oder antiziganistischen Verhältnissen zu vergessen? Diesen Fragen wird auf der Tagung interdisziplinär und aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Positionen nachgegangen.

Dr. Christian Staffa, Studienleiter, Evangelische Akademie zu Berlin
Aline Seel, Pfarrerin, Institut Kirche und Judentum, Humboldt-Universität Berlin
Nina Schmidt, NARRT Netzwerkkoordination, Berlin
Dominik Gautier, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Dr. Rainer Möller, Pädagogisch-Theologisches Institut der Evangelischen Kirche im Rheinland, Bonn
 
Gefördert von:
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms "Demokratie leben!"
Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextrememismus (BAGKR)
 
Unterstützt durch:
Comenius-Institut
Evangelischer Kirchenkreis Berlin Stadtmitte
Programm:
Montag, 8. Oktober 2018
 
13.30 Uhr Ankommen und Anmeldung
 
14.30 Uhr Einführung
 
14.45 Uhr Identität – rassismuskritische Perspektiven auf ein umstrittenes Konzept
Prof. Dr. Paul Mecheril, Institut für Pädagogik, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
 
Identität – Das Eigene und das Nicht-Eigene. Eine Spurensuche in der christlichen Tradition
Prof. Dr. em. Albrecht Grözinger, Praktische Theologie, Universität Basel
 
Identität – Selbstidealisierung oder Empowerment
Dr. Yael Kupferberg, Technische Universität Berlin, Zentrum für Antisemitismusforschung
 
16.45 Uhr Kaffeepause
 
17.15 Uhr Kommentare
Isidora Randjelovic, Feministisches Romnja Archiv RomaniPhen, Berlin
Dr. Max Czollek, Schriftsteller, Berlin
Léontine Meijer-van Mensch, Programmdirektorin,Jüdisches Museum Berlin
 
18.15 Uhr Podiumsdiskussion: Macht –Identität – Verletzung?
 
19.00 Uhr Abendessen
 
20.00 Uhr Marktplatz – Arbeitsschwerpunkte der Teilnehmenden, Vorstellung der Arbeitsgruppen des kommenden Tages
 
21.30 Uhr Offener Abend
 
Dienstag, 9. Oktober 2018
 
8.00 Uhr Frühstück für Übernachtungsgäste
 
9.00 Uhr Andacht
 
9.30 Uhr Arbeitsgruppen mit Vortragenden und Kommentierenden
 
11.30 Uhr Kaffeepause
 
12.00 Uhr Antisemitismus, Rassismus und Vulnerabilität in Bildungsprozessen
Prof. Dr. Thorsten Knauth, Arbeitsstelle interreligiöses Lernen, Universität Duisburg-Essen
 
13.00 Uhr Mittagessen
 
14.30 Uhr Konkretionen I
Identität und Digitalität
Duygu Gezen, funk, Content-Strategin und Formatentwicklerin, Mainz
Timo Versemann, Projektleitung, Netzteufel, Evangelische Akademie zu Berlin
 
Kultursensible Seelsorge – neue Herangehensweisen
Dr. Christina Kayales, Krankenhausseelsorgerin und Psychotherapeutin, Hamburg
Gülbahar Erdem, Friedrich-Alexander Universität, Nürnberg-Erlangen, MUSE e.V. Wiesbaden
 
Religionspädagogik: Erfahrung aus multireligiösem Unterricht
Teilnehmende des interreligiösen Gesprächskreises junger Menschen und Prof. Dr. Thorsten Knauth
 
16.00 Uhr Kaffeepause
 
16.30 Uhr Konkretionen II
Schule in der Migrationsgesellschaft
Dr. Thomas Geier, Erziehungswissenschaften,Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
 
Religionspädagogische Überlegungen zum Religionsunterricht nach Auschwitz
Prof. Dr. em. Albrecht Grözinger, Praktische Theologie, Universität Basel
 
Gedenken, Schuld, Identitäten
Prof. Dr. Katharina von Kellenbach, Religious Studies, St. Marys College, Maryland, USA
 
18.00 Uhr Sichtungen
 
19.00 Uhr Abendessen
 
20.30 Uhr Offener Abend
 
Mittwoch, 10. Oktober 2018
 
8.00 Uhr Frühstück
 
9.00 Uhr Andacht
 
9.30 Uhr Dietrich Bonhoeffer’s Post-Racial Blues
Prof. Dr. J. Kameron Carter, Indiana University, Indiana, USA
 
11.00 Uhr Kaffeepause
 
11.30 Uhr Schuld und Identität
Prof. Dr. Katharina von Kellenbach
 
13.00 Uhr Abschlusspodium
 
14.00 Uhr Mittagessen und Abschied
 
Änderungen des Programms vorbehalten!
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Veranstaltungskalender

Oktober 2018
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Okt
11
Okt
30
Okt
17
  • Scheinbar Bekanntes
    Sinti und Roma im westeuropäischen Film - Selbst- und Fremdbilder
    Beginn: 18:00 Uhr
Okt
24
  • Scheinbar Bekanntes
    Sinti und Roma im westeuropäischen Film - Selbst- und Fremdbilder
    Beginn: 18:00 Uhr
Okt
31
  • Scheinbar Bekanntes
    Sinti und Roma im westeuropäischen Film - Selbst- und Fremdbilder
    Beginn: 18:00 Uhr

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