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Einladung zu den Deutsch-Russischen-Herbstgesprächen

 
 
EAzB, 3. Dezember 2013

Einladung zu den 18. Deutsch-Russischen Herbstgesprächen

 

„Rechtsradikale jagen Migranten“ – diese Überschrift in einer Tageszeitung hätte sich auf einen weiteren Fall von Fremdenfeindlichkeit in Deutschland beziehen können; berichtet wurde indes über Ausschreitungen in Russland. Die 18. Deutsch-Russischen Herbstgespräche am 15. November stellen die Herausforderungen und Folgen der Migrationspolitik beider Länder in den Fokus.

 

 

Ethnische Spannungen in Großstädten sind „die größte Gefahr für Russlands nationale Sicherheit“, so heißt es in einem Artikel des SPIEGEL online vom 13. Oktober anlässlich des Berichts über stundenlange Straßenschlachten mehrerer hundert gewaltbereiter Rechtsextremer mit der Polizei in Moskau. Auslöser der Auseinandersetzungen war ein angeblich durch einen Ausländer begangener Mord an einem jungen Russen.

Russland ist wie Deutschland ein Einwanderungsland, beide Nationen haben mit der gleichzeitigen Abwanderung von Fachkräften zu kämpfen; in beiden prägen Migration und ihre beschäftigungs- und sicherheitspolitischen, ihre menschenrechtlichen und ethischen Implikationen die öffentliche Debatte nicht erst seit den jüngsten Ausschreitungen in Moskau oder dem Bekanntwerden der NSU-Morde in Deutschland maßgeblich.

Gleichwohl sind die jeweiligen Situationen von zahlreichen Unterschieden geprägt. Während in Russland eine millionenstarke, überwiegend illegale Zuwanderung oft schlecht ausgebildeter Arbeitskräfte vor allem aus den zentralasiatischen Republiken Usbekistan, Tadschikistan und Kirgistan im Vordergrund steht, sind in Deutschland die Folgen der EU-Wirtschaftskrise durch ein erhöhtes Aufkommen von Zuwanderern aus den südlichen Ländern spürbar. Außerdem kommen Flüchtlinge aus den Bürgerkriegs- und Armutsregionen weltweit, nicht zuletzt aus der russischen Kaukasusrepublik Tschetschenien. „Und während der Staat in Russland mit dem Thema Zuwanderung noch vergleichsweise wenig vertraut ist und entsprechend uneinheitlich reagiert, insbesondere mit strengeren Aufenthaltsgesetzen und Razzien gegen Migranten, blickt Deutschland auf langjährige Erfahrungen mit der Suche nach einer Integrationsstrategie zurück“, sagt Claudia Schäfer, Studienleiterin der Akademie.

Die Tagung „Zuwanderer, Emigrantinnen, Gastarbeiter“ soll eine Bestandsaufnahme der aktuellen Entwicklungen in Russland und Deutschland bieten und die jeweiligen Kenntnisse im Blick auf die Einwanderung seit 1950 beleuchten. In drei Arbeitsforen werden außerdem interkulturelle und interreligiöse Aspekte der Zuwanderung, die aus der Arbeitsmigration entstehenden Herausforderungen und die Situation der Tschetschenen in Deutschland näher untersucht. Im Abschlusspanel sollen die Handlungsmöglichkeiten für staatliche und nichtstaatliche Unterstützung von Migrations- und Integrationsprozessen ausgelotet werden.

Die von der Evangelischen Akademie zu Berlin gemeinsam mit dem Deutsch-Russischem Austausch e.V. konzipierte Tagung findet am 15. November von 10.00 bis 19.00 Uhr in der Französischen Friedrichstadtkirche zu Berlin statt. Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.

 
 
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