Der jüdische Jesus

Der jüdische Jesus

Claudia Janssen legt Lukas 2,41-50 aus

Nach dem Skandal um sein Gemälde des zwölfjährigen Jesus im Tempel sah sich Max Liebermann im Jahr 1879 gezwungen, seine ursprüngliche Darstellung zu übermalen: Den dunkelhaarigen, barfüßigen jüdischen Jesus im angeregten Gespräch mit den Schriftgelehrten verwandelte er in eine blonde Lichtfigur im blütenweißen Gewand.

Im zweiten Vortrag unserer Reihe antisemitismuskritischer Bibelauslegungen kritisiert Claudia Janssen Lesegewohnheiten, die biblische Texte nach den Kategorien Überlegenheit und Unterlegenheit interpretieren. Anhand des griechischen Originaltextes von Lukas 2,41-50 zeigt Janssen, Professorin für Neues Testament und theologische Geschlechterstudien an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal, warum sich Jesus zugehörig und wohlfühlt „unter denen, die zu meinem Vater gehören“ (Lukas 2,49). Schon früher im Text, in der Darstellung der schwangeren Frauen Maria und Elisabeth, geht es dem Autor des Lukasevangeliums laut Janssen nicht um Konkurrenz zwischen dem Jüdischen und dem Christlichen, sondern um Kontinuität und darum, das Geschehen in die Frömmigkeitsgeschichte Israels einzubetten.

2021 14 Okt

Vortrag

Online

Überlegenheitshermeneutik verlernen

Die Erzählung über den zwölfjährigen Jesus im Tempel

Wie lassen sich die biblischen Geschichten ohne antijüdische Projektionsmuster erzählen? In unserer Reihe antisemitismuskritischer Bibelauslegungen spricht Claudia Janssen über Lukas 2,41-50 und die Kontroverse um den Maler Max Liebermann, der den… weiter
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