EBD Nachlese zur internationalen Studientagung

Migration. Kirche als transnationale Heimat?

Nachlese zur internationalen Studientagung

© Julian Templeton

Migration ist nichts Neues. Relativ neu ist, dass es Länder gibt, in denen man sich bequem eingerichtet hat und das Erreichte nicht teilen mag. Haben wir im reichen Norden aufgehört, das Gelobte Land zu suchen? Ist unsere wahre Heimat nicht bei Gott? Diese Fragen wurden bei der Studientagung für Theologiestudierende „Migration. Kirche als transnationale Heimat?“ vom 27. bis 31. Juli diskutiert, berichtet Studienleiterin Dr. Tamara Hahn.

Nein, es ging nicht bloß um Europa. Veranschaulicht wurde die globale Perspektive der Tagung durch eine Weltkarte nach der Peters-Projektion, ungewohnt aufgehängt mit Afrika oben und Europa ganz klein unten. Auch die Zusammensetzung der Teilnehmenden wies über Europa hinaus. Die 16 Theologiestudierenden kamen aus Deutschland, Lettland, Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Rumänien, der Ukraine, aus Nigeria, Südafrika, Indonesien und den USA.

Migration war unser Hauptthema und ist ein roter Faden, der durch die ganze Bibel führt und die Menschheit seit jeher begleitet. Aufbrechen in das Gelobte, das Verheißene Land oder auch nur dorthin, wo die Herde Futter findet, wo die Kinder eine Zukunft haben, wo kein Krieg herrscht. Fast alle Teilnehmenden hatten Migrationserfahrungen. Gründe, die Heimat zu verlassen, gab es viele und ganz unterschiedliche. Wo gehören wir hin? Jede Antwort auf diese zentrale Frage brachte neue Fragen mit sich.

Für die jungen Theologinnen und Theologen, die zukünftigen Pfarrer und Pfarrerinnen, war diese Begegnungstagung eine lebendige Erfahrungen der Vielfalt und Größe der Kirche Jesu Christi, zu der alle gehören, egal wo und wie sie den Gottesdienst feiern, ob mit Orgel, Gitarre oder Trommeln. Zusammengehören, Zusammenleben ist möglich, was uns auch der Besuch im Sharehaus Refugio, einem Wohnprojekt der Berliner Stadtmission, anschaulich zeigte. Dazugehören, das war auch ein Stichwort, kommt vor dem Glauben. Belonging comes before believing.

Dr. Tamara Hahn

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