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Kirchen als liturgische Orte bewahren

© EAzB

 

epd-Gespräch: Lukas Philippi

Berlin (epd). Berlins oberster Denkmalschützer, Landeskonservator Jörg Haspel, hat die großen christlichen Kirchen aufgerufen, trotz abnehmender Mitgliederzahlen ihre Kirchengebäude zu erhalten und weiter zu nutzen. Es sei nicht nur ein konservatorisches Anliegen, sondern auch im Interesse der Kirchen, ihre Baudenkmäler im Stadtraum als Gottesdienstorte zu bewahren, sagte Haspel dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Berlin.

Die Entwidmung eines Sakralbaus und - damit verbunden - die Nutzung eines Kirchengebäudes für nichtkirchliche Zwecke dürfe nur das letzte Mittel sein. "Mit der Entwidmung eines Sakralbaus verliert die Kirche auch einen geistlichen Ort und damit eine Möglichkeit, präsent zu bleiben und Signale in die Gesellschaft auszusenden", sagte Haspel.

Zugleich verwies er auf "Abwägungsgebote" für die Denkmalschutzbehörden. "Wir können Eigentümer im öffentlichen Interesse der Denkmalerhaltung nur im Maße des wirtschaftlich Zumutbaren in die Pflicht nehmen." Es gelte der grundgesetzliche Schutz des Eigentums auch für Religionsgemeinschaften. "Wenn eine Kirchengemeinde also sagt: Wir schaffen das auf Dauer nicht, auch nicht mit öffentlichen Fördermitteln, dann ist Augenmaß erforderlich. Und es muss gemeinsam überlegt werden, wie die liturgische Tradition dennoch sichergestellt oder in Erinnerung gehalten werden kann."

Dafür gebe es eine lange Erfahrung der Umnutzung von Kirchengebäuden. "Aber wir dürfen es uns nicht leicht machen", betonte Haspel. "Die Entwidmung und Profanierung von Kirchen ist eine Ultima Ratio." Es sei der Denkmalpflege "ein Anliegen, dass eine Kirche als spiritueller Ort wirksam bleibt und nicht nur eine bauliche Hülle erhalten wird".

Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz hat in Berlin nach eigenen Angaben etwa 300 Kirchengebäude, im gesamten Gebiet der Landeskirche sind es 1.923. In den vergangenen 25 Jahren wurden rund 30 evangelische Kirchen abgegeben oder verkauft. Mehr als 400 Kirchen werden neben Gottesdiensten auch für andere Veranstaltungen genutzt. Das Erzbistum Berlin, das auch Teile Brandenburgs und Vorpommerns umfasst, hat nach eigenen Angaben 204 "liturgisch genutzte Kirchengebäude". Entwidmungen von katholischen Kirchen und Kapellen gab es bislang 29.

Haspel betonte, Kirchengebäude seien nicht nur Geschichts- und Kunstdenkmäler und interessant für Kulturhistoriker und Kunstfreunde: "Ein Teil ihrer Authentizität liegt doch gerade in der angestammten kirchlichen Nutzung." Angesichts der abnehmenden Zahl an Kirchenmitgliedern müsse deshalb über neue Lösungen nachgedacht werden. "Wichtig wäre für mich, dass auch weiterhin eine liturgische Nutzung möglich ist und wäre es eine kirchliche Teilfunktion." Dabei seien alle naheliegenden Zwecke wie etwa die Nutzung des Kirchraums für Gemeindegruppen, für Schulungszwecke oder der Einbau von Gemeindebüros "sympathischer als die Nutzung eines Kirchenraums durch eine Bank oder einen Supermarkt".

7. Januar 2018

 
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