Der Blick nach drüben

Tagung

Der Blick nach drüben

Wahrnehmungen der DDR in der Bundesrepublik

Tagungsnr.
2006TG10
Von: 07.04.2006 17:00
Bis: 09.04.2006 14:00
Ev. Bildungsstätte auf Schwanenwerder

Inhalt

Schwerpunkt 1

Auch im 16. Jahr nach der deutschen Wiedervereinigung gibt es noch Fremdheit und Unverständnis zwischen den Menschen in den neuen und alten Bundesländern, so wie es allerdings auch weiterhin Fremdheit und Unverständnis zwischen den Menschen aus der ehemaligen DDR gibt, je nach ihrem alten Verhältnis zum Herrschaftssystem der SED. Wir haben es also nicht nur mit einem Ost-West-Problem zu tun, sondern sehr grundlegend mit unterschiedlichen Vorstellungen von Gesellschaft, Politik und Menschenwürde in der ehemaligen DDR und im heutigen Deutschland.


Um die vielfältigen, in der alten Bundesrepublik in der Zeit der Teilung entwickelten Bilder vom kulturellen, sozialen und politischen Leben jenseits der Grenze geht es bei dieser Tagung.

Es soll untersucht werden, wie die DDR in den Beziehungen, die es während der vier Jahrzehnte zwischen beiden deutschen Staaten in unterschiedlicher Intensität gab, wahrgenommen wurde. Mit welchen Intentionen und mit welcher Blickrichtung haben Journalisten und Sozialwissenschaftler die DDR beschrieben? Wie hat die westdeutsche und Westberliner Bevölkerung in familiären Begegnungen, in Gemeindekontakten, in beruflicher Zusammenarbeit und auf touristischen Reisen die DDR wahrgenommen, welches Bild der DDR vermittelten Literatur, Funk und Fernsehen? Welche Bewertungen des DDR-Systems finden sich in den Äußerungen bundesdeutscher Politiker? Wie haben politische Interessen in der Bundesrepublik die Wahrnehmungsmuster geprägt und welche Rolle spielten DDR-Bilder in den ideologischen Richtungskämpfen?


Unsere Tagung will durch kritische Analysen herausfinden, wodurch der Blick auf die realen Verhältnisse der DDR ggf. behindert, getrübt, eingeengt oder auch geschärft und erweitert wurde. Außerdem soll untersucht werden, welche Bilder von der DDR seit dem Umbruch revidiert wurden, welche zu Recht oder zu Unrecht noch Bestand haben und als Stereotype möglicherweise den Einigungsprozess erschweren.


Dr. Ronald Hirschfeld, Bundeszentrale für politische Bildung

Dr. Falco Werkentin, Der Berliner Landesbeauftragte für die Stasiunterlagen

Ulrike Poppe, Evangelische Akademie zu Berlin

Programm

Freitag, den 7. April 2006


17.00 Uhr Anmeldung, Kaffee

18.00 Uhr Abendessen


19.00 Uhr Begrüßung und Einführung in die Tagung

Ulrike Poppe, Evangelische Akademie zu Berlin

Dr. Ronald Hirschfeld, Bundeszentrale für politische Bildung


19.15 Uhr Die anderen Deutschen

Eindrücke von der DDR durch Besuchsreisende zwischen 1969 bis 1990

Umfrageergebnisse durch Infratest

Dr. Anne Köhler, Politik- und Kommunikationswissenschaftlerin, von 1968 - 1990 Infratest München und Berlin


20.30 Uhr Besuchsland DDR

Erinnerungen an das Land „da drüben“

Zeitzeugengespräch mit Michael Scherrmann, M.A.

Studienleiter, Evangelische Akademie Bad Boll


Ende gegen 21.30 Uhr


Sonnabend, den 8. April 2006


9.15 Uhr Von der Hallstein-Doktrin zum roten Teppich für Honecker

Ansichten zur DDR in der bundesdeutschen Politik

Dr. Ilko-Sascha Kowalczuk, Historiker, Fachbereichsleiter in der Abt. Bildung und Forschung der BStU, Berlin


10.45 Uhr Kaffeepause


11.15 Uhr Die DDR als Forschungsobjekt

Wahrnehmungen und Leerfelder in den Sozialwissenschaften

Dr. Gisela Hellwig , 1965-2003 Redakteurin des SBZ- bzw. Deutschlandarchivs, Köln


12.30 Uhr Mittag


14.30 Uhr Kommunismus hinter der Mauer

Das DDR-Bild in bundesdeutschen Schulbüchern

Dr. Andreas Helmedach, Historiker, Georg-Eckert-Institut, Braunschweig


Das DDR- Bild bei bundesdeutschen Lehrern und Schülern

Bernd Eisenfeld, ehem. Referent am Gesamtdeutschen Institut, Berlin


16.30 Uhr Kaffeepause


17.00 Uhr Brüder und Schwestern

Wahrnehmungen über kirchliche Kontakte

Hans-Jürgen Röder, Epd-Landesdienst Ost, Berlin


18.00 Uhr Abendessen


19.30 Uhr Die veröffentlichte Meinung zur DDR

Zum DDR-Bild im bundesdeutschen Fernsehen

Journalistische Beiträge zur DDR in den 70er und 80er Jahren

Vorgestellt von Elena Demke, LStU, Berlin


Anschließend: Gespräche mit Journalisten

Karl-Heinz Baum, DDR-Korrespondent der Frankfurter Rundschau von 1977 – 1990

Jürgen Engert, ehem. Chefredakteur des SFB, Berlin

Marlies Menge, DDR-Korrespondentin der ZEIT von 1977 – 1999, Berlin

Fritz Schenk, 1971-1988 Co-Moderator des „ZDF-Magazin“, 1988-1993 Chef v. Dienst der Chefredaktion des ZDF, Frankfurt/M.

Moderation: Christian Booß, Pressesprecher der BStU, Berlin


Sonntag, den 9. April 2006


9.15 Uhr Andacht


10.00 Uhr Antikommunistisches Feindbild oder Projektionsfläche für soziale Utopien

Zur Funktion von DDR-Bildern in bundesrepublikanischen Richtungskämpfen

Dr. Rüdiger Thomas, Historiker, ehem. Bundeszentrale für politische Bildung


10.45 Uhr PODIUM Stereotype DDR-Bilder und neue Wahrnehmungen

Zum Perspektivwechsel auf die DDR-Geschichte und seiner Bedeutung im deutschen Einigungsprozess

Prof. Dr. Martin Sabrow, Historiker, Zentrum für Zeitgeschichtliche Forschung, Potsdam

Regina Mönch, Redakteurin, FAZ, Berlin

Olaf Georg Klein, Dipl.-Theol., Schriftsteller und Berater (Personalcoach), Berlin


Moderation: Dr. Ilko-Sascha Kowalczuk


13.00 Uhr Mittagessen und Ende der Tagung

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Leitung

Ulrike Poppe

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