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Religionsphilosophische Schulwoche

 
 

Schulwoche

Religionsphilosophische Schulwoche

Tagungsnummer
2005SW1
14. - 18. Februar 2005
08:00 - 20:00 Uhr
Erich-Fried-Gymnasium
Inhalt:

Leitung

Marcus Götz-Guerlin

Organisation

Belinda Elter

 
(030) 203 55 - 409

Montag, 14. Februar 2005


„Was ist Religion, was ist Philosophie?“ so heißen die Eingangsfragen für die Woche. Aus ganz verschiedenen Perspektiven und mit der Hilfe von ganz unterschiedlichen Menschen versuchen wir, uns diesem Phänomen zu nähern.

Am Ende unserer ersten Runde sind wir hoffentlich etwas weiter bei der Suche nach Antworten auf Fragen wie z.B.: Was ist Religion? Warum gibt es sie? Welche unterschiedlichen Formen von Religion und davon, sie zu leben gibt es? Warum sind Menschen religiös und schließen sich einer Religionsgemeinschaft an? Und aus ganz anderer Perspektive: Wie lassen sich die gleichen Fragen philosophisch beantworten? Welche Methoden des Philosophierens gibt es?


Danach teilen wir uns in die so genannten „Basisgruppen“ auf. In kleineren Gruppen diskutiert und redet es sich einfach besser und intensiver als mit allen zusammen. Die Basisgruppen bleiben während der gesamten Woche zusammen und treffen sich immer wieder. Sie sind das kontinuierliche Element der Woche – in allen wechselnden Gruppen und Themen, die es so gibt.

Hier ist der Ort offene Fragen miteinander und mit den Basisgruppenleiter/ -innen zu klären, zu erfahren, was die anderen in den Gruppen, die man selber nicht besuchen konnte, erlebt haben etc. Nicht zuletzt werden in den Basisgruppen Ideen für die Präsentation der Woche gesammelt und entwickelt.


Dienstag, 15. Februar 2005


Mehr über einzelne Weltreligionen zu erfahren ist das Thema des zweiten Tages. Dazu haben wir Vertreter der Religionen als Gäste, die über ihren Glauben und ihre Religion erzählen werden und Fragen beantworten können.

Auch hier haben wir uns für kleine Gruppen entschieden. Jeder hat die Möglichkeit, drei von vier Religionen näher kennen zu lernen und muss sich entscheiden.


Mittwoch, 16. Februar 2005


Noch tiefer in die Kenntnis der unterschiedlichen Religionen führen uns die Exkursionen am Mittwoch. Wir besuchen Orte religiösen Lebens in der ganzen Stadt, gehen in Moscheen, Tempel und Kirchen, sprechen vor Ort mit Priestern, Mönchen, Mitarbeitern und ganz „normalen“ Gläubigen. Jede der kleineren Gruppen besucht jeweils einen Ort einer christlichen und einer nichtchristlichen Glaubensgemeinschaft. Auch hier ist wieder Auswählen und Entscheiden angesagt.


GRUPPE 1:

Buddhismus: Buddhistisches Haus, Berlin-Frohnau

Empfang durch einen Mönch dieses buddhistischen Klosters. Vorstellung des Klosters und der Lebensweise eines buddhistischen Mönches. Kurze Einführung in die buddhistische Meditationspraxis. Besuch des Tempelraums mit Gelegenheit zu eigener Meditation.

Christentum (evangelisch) Stephanus Stiftung, Berlin-Weißensee

Auf dem großen Gelände der Stephanus-Stiftung erhalten wir eine Führung durch verschiedene Einrichtungen der christlich motivierten Arbeit mit Alten und mit behinderten Menschen. Wir besuchen insbesondere das »Katharina-von-Bora-Haus«, ein Wohnheim für erwachsene Menschen mit geistigen und mehrfachen Behinderungen. Wir gewinnen einen Einblick, wie die Bewohnerinnen und Bewohner entsprechend ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten zu größtmöglicher Mündigkeit und Eigenständigkeit gefördert werden.


GRUPPE 2

Christentum (katholisch): Franziskaner-Kloster, Berlin-Pankow

Die Franziskaner sind ein Orden, der sich in besonderer Weise dem mönchischen Armuts-Gelübde und dem Dienst an den Armen verpflichtet weiß. In der Großstadt Berlin bedeutet dies den Betrieb einer „Suppenküche“ insbesondere für Obdachlose.

Islam: Beyazid-Moschee, Berlin-Wedding

Die Beyazid-Moschee ist eine relativ große Moschee in einer Fabriketage in einem Weddinger Hinterhof. Die Moschee gehört zum „Verband der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) einer der größten und ältesten muslimischen Verbände in Deutschland. Herr Kaya wird uns durch die Moschee führen. Anschließend haben wir Gelegenheit, als Gäste beim Mittagsgebet anwesend zu sein.


GRUPPE 3:

Christentum (Evangelisch): Samariter Kirchengemeinde, Berlin-Friedrichshain

Nicht allzu weit vom EFG entfernt befindet sich die Samariterkirche – eine ganz „normale“ Gemeindekirche. Das klingt wenig spektakulär ist aber der normale und alltäglich Ort für das religiöse Leben von Christinnen und Christen. Lutz Dillenhart zeigt, dass das Unspektakuläre und Normale auf seine Weise interessant und neu ist.

Islam: Sufi-Zentrum der Tariqa Burhaniya Berlin-Neukölln

Der Sufismus ist die mystische Ausrichtung des Islam. Die Ordensgemeinschaften leben weder im Zölibat noch in Klöstern, sondern praktizieren diesen Weg ganz normal im Alltag. Neben der islamischen Lebensweise praktizieren die Sufis zusätzliche Übungen und Gebete, die der „Reinigung des Herzens dienen“. Das Zentrum in einem Neuköllner Hinterhof dient als Ort für Versammlungen, Feste und das donnerstägliche „Gottesgedenken“.


GRUPPE 4:

Christentum (evangelisch):Virchow-Klinikum, Berlin-Wedding

Krankenhausseelsorge ist ein sehr alter und zentraler Arbeitsbereich der christlichen Kirche. Wir treffen Pfarrer Paar, der mit uns über die Arbeit im Krankenhaus und über den „alltäglichen“ Umgang mit Krankheit, Leid und auch Sterben spricht. Wir besuchen die Kapelle im Klinikum.

Islam: Moschee in der Drontheimer Straße, Berlin-Wedding

Wie viele Moschee in Berlin ist auch diese von außen kaum als solche zu erkennen. Sie liegt in einem Gewerbehof uns ist eher unscheinbar. Erst innen zeigt sie sich in ihrer Schönheit und Bestimmung als Raum für Gebet, Gottesdienst und Zusammenkunft der Gläubigen.


Donnerstag, 17. Februar 2005


Wir spüren der Frage nach, wie und wo Glauben und religiöse Praxis im Leben der Glaubenden und in der Gesellschaft konkret Gestalt gewinnen und relevant werden. Darüber wird nicht nur geredet, sondern – je nach Thema – auch sehr praktisch gearbeitet.

Auch hier ist wieder die Qual der Wahl gefordert – nur an einer Gruppe kann jeder teilnehmen.


Meditation - es muss im Leben mehr als alles geben...

Einführung in den Grundgedanken der Meditation. Vorstellung einiger Meditationstechniken mit ersten praktischen Übungen.


Okkultismus und Esoterik - alles fauler Zauber?

Was ist Okkultismus? Was ist dran an okkulten und parapsychologischen Phänomenen? Warum glauben Menschen an übersinnliche Phänomene? Ist das gefährlich?


Und am Ende… - gibt's ein Leben nach dem Tod?

Ist mit dem Ende des Lebens alles zu Ende? Wie kann man sinnvoll mit etwas scheinbar so Sinnlosem wie dem Tod umgehen? Was ist gemeint, wenn Religionen von einem "Leben nach dem Tod" sprechen?


Krieg und Terror im Namen Gottes?

Religion, Gewalt und Kriege um zu missionieren, Gotteskrieger und Terror? Auf der anderen Seite. ein Liebesgebot, das selbst die Feinde einschließt? Sind die Religionen Verursacher von Kriegen? Könnten sie der Gewalt etwas entgegensetzen?


"Kinder, Küche, Kirche?" - Geschlechterrollen und -rechte von Frauen in der jüdisch-christlichen Tradition

Ist die Unterdrückung von Frauen die Schuld der Religionen? Sind Frauen und Männer gleich? Was meint gleichberechtigtes Nebeneinander in den Religionen?


Islam und westliche Werte – wie lässt sich das vereinbaren?

Wie können Muslime, die sich dem islamischen Recht verpflichten in der westlichen Gesellschaft leben? Wie verhalten sich Koran und Grundgesetz zueinander?


Erfolg, Erleuchtung, Erkenntnis - was bringt der Glaube?

Prominente bekennen sich öffentlich zu ihrem Glauben, es heißt, wer viel in die Kirche geht, lebt länger – ist Religion ein Wellnessprogramm für die Seele oder geht es eigentlich um etwas ganz anderes?


Freitag, 18. Februar 2005


Am Ende unserer gemeinsamen Woche steht die Auswertung und die gemeinsame Vorbereitung der Präsentation der Ergebnisse. Hier wird das in der Woche gehörte und erlebte noch einmal intensiv bearbeitet, werden offene Fragen geklärt und wird versucht, die Ergebnisse der Woche in eine Form zu bringen, die auch anderen zugänglich ist. Für die Eltern der SchülerInnen, das Lehrerkollegium und die Schüler der Jahrgangsstufe 10 wird eine Präsentation der Eindrücke und Erkenntnisse der Woche vorbereitet. Welche Möglichkeiten es dafür alles gibt, von der Wandzeitung bis zum Theaterstück, und wer welches Thema wie aufbereitet, das wird im Laufe der Woche in den Basisgruppen entschieden und dann auch dort vorbereitet. Es darf und soll jedenfalls kreativ sein.

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