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Dynamisches Rumänien

 
 

Tagung

Dynamisches Rumänien

Religions- und Nationalitätenpolitik nach dem EU-Beitritt

Tagungsnummer
13/2008
18. - 19. April 2008
17:30 - 20:30 Uhr
Inhalt:

Leitung

Ludwig Mehlhorn

 

Organisation

Silke Ewe

 
(030) 203 55 - 508

Die rumänische Gesellschaft ist grundsätzlich proeuropäisch eingestellt. Eine Mehrheit erwartet von „Europa“ an erster Stelle wachsenden Wohlstand und eine faire Justiz. Doch wie realistisch sind diese Hoffnungen? Anderthalb Jahre nach dem EU-Beitritt ist es Zeit für eine erste Zwischenbilanz.


Trotz des dynamischen Wirtschaftsaufschwungs – das Wachstum liegt bei 6-8 % – bleibt mit Blick auf die wachsende soziale Schere und den Verfall der Autorität des Staates die Frage: Kam der Beitritt zu früh? Rumänien gilt weithin als Armenhaus Europas, doch eine differenzierte Analyse der wirtschaftlichen und sozialen Lage zeigt auch positive Entwicklungen. Diese werden jedoch im Ausland nicht immer angemessen wahrgenommen, da der mediale Fokus auf Problemgruppen wie Landbevölkerung, Roma und Straßenkinder gerichtet ist.


Im Bereich von Menschen- und Bürgerrechten hat der EU-Beitritt zu Gesetzesänderungen und Rechtsfortschritten geführt. Andererseits unterhöhlt der sehr hohe Korruptionsindex demokratische Strukturen. Eine weitere offene Frage ist der Umgang mit dem Erbe zweier Diktaturen, dem Faschismus unter Antonescu vor und dem Kommunismus in verschiedenen Phasen nach 1944. Aber auch hier sind dynamische Entwicklungen im Gange. Die wachsende Internationalisierung wird helfen, vorhandene Defizite weiter abzubauen und die Wirkungsmacht nationaler Mythen zu verringern.


Schließlich wollen wir nach der Rolle von Religion und ihren Institutionen fragen – ein Thema, das in Rumänien eng mit ethnisch-nationaler Zugehörigkeit verknüpft ist. Religions-, Nationalitäten- und Minderheitenpolitik lassen sich nicht voneinander trennen. Zudem ist Rumänien das am wenigsten säkularisierte Land in Europa, es gibt noch weniger erklärte Atheisten als in Polen. Die Umsetzung des im Zuge der EU-Beitrittsverhandlungen verabschiedeten Religionsgesetzes ist deshalb von besonderem Interesse.


Zur Diskussion über diese diversen Spannungsfelder laden wir Sie herzlich ein. Die Tagung dient auch als Vorbereitung für unsere Studienreise im September.




Ludwig Mehlhorn



Die Veranstaltung wird gefördert durch die Bundeszentrale für politische Bildung.

Programm:

Freitag, den 18. April 2008



17.30 Uhr Anmeldung, Begrüßungskaffee


18.30 Uhr Begrüßung

Ludwig Mehlhorn


18.45 Uhr Ist die Transformation eine Erfolgsstory?

Paradigmen- und Elitenwechsel nach 1989

Prof. Dr. Anton Sterbling, Soziologe und Pädagoge,

Fachhochschule für Polizei Sachsen, Rothenburg / Oberlausitz


20.30 Uhr Abendessen


22.00 Uhr Videogramme einer Revolution

Ein Film von Harun Farocki und Andrei Ujuca über den Sturz Ceausescus




Samstag, den 19. April 2008



8:00 Uhr Frühstück


9.00 Uhr Morgenandacht


9.30 Uhr Geschichte, die noch qualmt

Aspekte der Aufarbeitung im postkommunistischen Rumänien

William Totok, Schriftsteller und Publizist, Berlin


Die Orthodoxe Kirche im Kommunismus

Dr. Jürgen Henkel, Direktor der Evangelischen Akademie Sibiu/Hermannstadt


11.00 Uhr Kaffeepause


11.30 Uhr Spannungsfeld Rechtsstaat

Implementierung der europäischen Menschenrechtsstandards

Dr. Gabriel Andreescu, Philosoph und Politologe, Universität Bukarest,

Rumänisches Helsinki-Komitee


13.00 Uhr Mittagessen


15.00 Uhr Spannungsfeld Religion

Die Kirchen im öffentlichen Leben

Smaranda Enache, Co-Vorsitzende von Liga pro Europa, Tirgu Mures


Das neue Religionsgesetz in Theorie und Praxis

Tilo Krauße, Evangelische Akademie Sibiu/Hermannstadt


16.30 Uhr Kaffeepause


17.00 Uhr Zivilgesellschaftliche Aufgaben

Abschlussgespräch


18.00 Uhr Reisesegen

anschl. Abendessen


19.00 Uhr Einführung in das Programm der Studienreise

(für Interessenten)

Tilo Krauße


20.30 Uhr Ende der Tagung


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