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Zentren der politischen Emigration während des Kalten Krieges. Einfluss und Wirkungen auf das politische Denken über Europa.

 
 

Tagung

Zentren der politischen Emigration während des Kalten Krieges. Einfluss und Wirkungen auf das politische Denken über Europa.

9. Ost-westeuropäisches Gedenkstättenseminar Kreisau

Tagungsnummer
10/2011
30. März - 02. April 2011
17:00 - 11:00 Uhr
Inhalt:

Leitung

Ludwig Mehlhorn / Ulrike Kind

Organisation

Silke Ewe

 
(030) 203 55 - 508

Das ost-westeuropäische Gedenkstättenseminar richtet sich an haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter/innen von Gedenkstätten oder Museen und Personen, die sich in Projektarbeit oder Schule und Hochschule mit der Geschichte von Nationalsozialismus, dem Völkermord an den Juden, Stalinismus und kommunistischer Diktatur sowie anderen Formen totalitärer Gewaltherrschaft und des Widerstandes dagegen auseinander setzen. Das Seminar versteht sich als Forum für den gesamteuropäischen Erfahrungsaustausch von Vertretern aus der Praxis, die in der historisch-politischen Bildungsarbeit tätig sind.

Das 9. Gedenkstättenseminar in Kreisau beschäftigt sich mit Konzepten der europäischen Einigung in den politisch aktiven Zentren der Emigration im Westen und der demokratischen Opposition in den kommunistischen Ländern. Die Motivation für diese Themenwahl ist das in den nächsten Jahren in Brüssel entstehende "Haus der europäischen Geschichte“, in dessen Mittelpunkt die Geschichte der europäischen Einigung nach 1945 stehen soll.

Die Spaltung des Kontinents in Ost und West – demokratische und nicht-demokratische Staatssysteme – war kein ‚natürliches Ergebnis‘ des Zweiten Weltkriegs. Davon zeugen bereits die Nachkriegsplanungen, die Widerstandsgruppen quer über Europa verteilt für die Zeit nach dem erhofften Sieg über das „Dritte Reich“ entwickelt hatten. So spricht Ernst Friedländer von der „Geburt des europäischen Föderalismus aus dem Geist des Widerstandes“. Die Lehre, die aus dem Versagen des Völkerbundes und dem erstarkten Nationalismus, insbesondere dem Nationalsozialismus, zu ziehen war, hieß europäische Einigung.

Mit dem Errichten des Eisernen Vorhangs drohte die östliche Hälfte des Kontinents aus westlicher Perspektive in Vergessenheit zu geraten und wäre wohl gänzlich aus dem Blickfeld der westeuropäischen Öffentlichkeit verschwunden, hätte es nicht Emigranten gegeben, die in Zeiten des Kalten Krieges versuchten, individuell und durch eigens gegründete Zeitschriften und Zirkel die östlichen Erfahrungswelten nicht dem Vergessen anheim fallen zu lassen. Zudem sahen sie es als ihre Aufgabe, das oppositionelle Milieu im Heimatland zu unterstützen sowie vielfach einen Meinungspluralismus anzuregen, der demokratische und liberale Werte zur Grundlage hatte. Inwieweit ist diese Stimme gehört worden und wie wird ihre Geschichte heute aufbewahrt? Wie verhalten sich gerade die Herkunftsländer, auf die ein großer Teil der Publikations- und Hörfunktätigkeit hin zielte, zu diesem Teil ihrer Geschichte, bedenkt man, welche Bedeutung das geistige Erbe der politischen Emigration in der Zeit der Transformation nach 1989 gewann.

Wir laden herzlich zur Teilnahme ein!


Dr. Bernd Florath

Annemarie Franke

Dr. Andrea Genest

Dr. Anna Kaminsky

Ulrike Kind/Ludwig Mehlhorn

Dr. Burkhard Olschowsky


Eine Kooperation

der Gedenkstätte Stiftung Kreisau,

der Evangelischen Akademie zu Berlin und

der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

in Verbindung mit

dem Europäischen Netzwerk Erinnerung und Solidarität und

der Gedenkstätte Deutscher Widerstand Berlin


Programm:

Mittwoch, 30. März 2011


nachmittags ab 17.00 Uhr Anreise – Zimmerbelegung

Kaffee

fakultativ: Rundgang durch die Begegnungs- und Gedenkstätte Krzyżowa (Kreisau)


18.30 Uhr Abendessen


19.30 Uhr Einführung in das Programm durch die Veranstalter, Vorstellungsrunde

anschließend geselliger Abend zum Kennenlernen und Austauschen


Donnerstag, 31. März 2011


Politische Emigration als Teil der Oppositions- und Widerstandsbewegungen in Mittel- und Osteuropa


9.30 Uhr Uhr Prof. em. Wolfgang Eichwede (Bremen)

Forschungsstelle Osteuropa


10.15 Uhr Kaffeepause


10.45 Uhr Die Beziehungen des politischen Exils zu ihren Gastländern in Westeuropa und den USA. Wahrnehmung und Einfluss.

Leszek Szaruga, Warschau (angefragt)


Nachfragen und Diskussion beider Vorträge


13.00 Uhr Mittagspause


Wahrnehmung und Wirkungsweise des Exils – Beispiele


15.00 Uhr Prof. Vilem Precan : Das Archiv der tschechoslowakischen Opposition und das Dokumentationszentrum Scheinfeld


Anna Bischof, Collegium Carolinum: Die Arbeit des Radio Free Europe


16.30 Uhr Kaffeepause


17.00 Uhr Piotr Olszówka (Berlin) : Das Beispiel der Pariser Kultura


Rainer Eppelmann (Berlin): Der Sonderfall DDR- Rolle der Emigration in den Westen für die Opposition im Land


18.30 Uhr Abendessen


20.00 Uhr Filmvorführung und Diskussion


Freitag, 1. April 2011


9.30 Uhr Behandlung des politischen Exils in Museen und Archiven – Beziehungen in den Heimatländern


Open Society Archives, Budapest, Olga Zaslavskaya


Hoover-Archives, Stanford, Zbigniew Stańczyk


10.45 Uhr Kaffeepause


11.15 Uhr Institut für die Erforschung kommunistischer Verbrechen und das Gedenken an das rumänische Exil, Bukarest - Iulia Vladimiro


12.30 Uhr Mittagspause


14.00 Uhr Exkursion nach Breslau


15.30 Uhr Besuch der Ossolineum Nationalbibliothek, dort der Sammlungen Jan und Jadwiga Nowak-Jeziorański


19.00 Uhr Gemeinsames Abendessen in Breslau


Samstag, 2. April 2011


9:00 Uhr Buchpräsentation: Erinnerungsorte des Stalinismus in Belarus

Dr. Anna Kaminsky, Stiftung Aufarbeitung


10.00 Uhr Auswertungsrunde und Ideen für ein nächstes Mal


Stand 27.1.2011 / Änderungen vorbehalten

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