Interview Schwaetzer

Interview mit Präses Irmgard Schwaetzer

© Andreas Schoelzel

Kirche will nicht bei sich selbst bleiben, sondern im Sinne einer Öffentlichen Theologie Verantwortung für die Gesellschaft übernehmen. Dies bringt die Arbeit der evangelischen Akademien in Deutschland zum Ausdruck. Die Evangelische Akademie zu Berlin wird in ihren Gremien von Menschen begleitet, die vielfältige Erfahrungen mit Verantwortung in Politik, Gesellschaft und Wissenschaft haben.

Dr. Irmgard Schwaetzer ist seit 2011 Mitglied im Kuratorium der Stiftung zur Förderung der Evangelischen Akademie zu Berlin. Im Interview sagt die Präses der Synode der EKD, welche Bedeutung die Arbeit der Akademie für sie hat und welche Erwartungen sie damit verbindet.

Akademie: Frau Dr. Schwaetzer, warum sind evangelische Akademien wichtig für die gesellschaftlichen Debatten in Deutschland?

Dr. Schwaetzer: Die Welt ist durch die Globalisierung und die schnelle Kommunikation im Internet sehr unübersichtlich geworden. Menschen suchen Orientierung, um eigene Haltungen und Positionen verlässlich bestimmen zu können. Im Evangelium finden wir die Maßstäbe für unser Handeln in dieser komplexen Welt. Die evangelischen Akademien machen diese Maßstäbe deutlich. Sie bieten den Raum, in dem Meinungen ausgetauscht, Wege freigelegt und Richtungen definiert werden können.

Akademie: Sie sind im Kuratorium der Stiftung zur Förderung der Akademie tätig. Was sind Ihre Erwartungen an die Evangelische Akademie in der Bundeshauptstadt?

Dr. Schwaetzer: Kirche und Staat sind in Deutschland getrennt, aber - wie in der V. These der Barmer Theologischen Erklärung beschrieben - aufeinander bezogen. Deshalb ist es notwendig, die politischen Entscheidungen im Licht des Evangeliums zu beleuchten und zu diskutieren. Arbeitswelt und Finanzwirtschaft, Bildung und Gesundheitswesen sind genauso auf dem Hintergrund der christlichen Ethik zu diskutieren wie die Fragen der Gewaltanwendung in Konflikten, aber auch der Selbstbestimmung am Lebensende.

Akademie: Welche konkreten persönlichen Erfahrungen haben Sie dazu bewegt, die Arbeit der Akademie in Berlin zu unterstützen?

Dr. Schwaetzer: In jungen Jahren habe ich mit großem persönlichem Gewinn Tagungen der Akademie in Hofgeismar besucht. Während der Zeit als Abgeordnete im Deutschen Bundestag bot die Akademie Loccum – vor allem während der Konflikte auf dem Balkan – viel Anregung zum Nachdenken und Stoff für politisches Handeln. Hier in Berlin habe ich schon viele wichtige Vorträge und kontroverse Diskussionen auf unterschiedlichen Feldern erlebt, nicht nur in politischen Fragen, sondern auch zur Zukunft unserer Kirche, zum Zusammenhalt unserer Gesellschaft, zu Demografie und Genderfragen – kurz zu allem, was unsere Zukunft bestimmt.

Berlin, im Juli 2014

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