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Kirche bildet neue Räume -Engagierter Glaube in der Mitte der Gesellschaft

 
 
Kirche bildet neue Räume

Engagierter Glaube in der Mitte der Gesellschaft

Rüdiger Sachau, Kirche bildet neue Räume, 2010 (PDF-Dokument, 148.3 KB)

Vortrag über die Bedingungen für eine gelingende Bildung
anlässlich der Eröffnung der neuen Räume des Bildungswerks des Kirchenkreises Plön-Segeberg
am 11. Juni 2010

„Die Ausweitung innerer Räume zum Handeln in der Gesellschaft“
Vortrag von Dr. Rüdiger Sachau

„Orientierung ist mehr denn je gefragt, weil wir in Zeiten leben, in denen die Informationsfluten uns zu überschwemmen drohen. Bildung hilft uns, auf den Fluten der Information zu schwimmen und zu entscheiden: Welche Informationen sind wichtig?“ Dies betonte Rüdiger Sachau, der Direktor der Evangelischen Akademie zu Berlin, in seinem Vortrag „Kirche bildet neue Räume“ anlässlich der Eröffnung des Bildungswerkes des Kirchenreises Plön-Segeberg. Im Mittelpunkt seiner Ausführungen stand die Frage, wie Bildung heute gelingen kann, welche Bedingungen dafür nötig sind und welche Rolle der Kirche dabei zukommt. weiterlesen

„Bildung ist mehr als angehäuftes Wissen. Das wissen wir inzwischen alle“, so der Ausgangspunkt von Sachaus Überlegungen. Er definiert Bildung im Sinne des großen Reformators Philipp Melanchthon als „Prozess der Horizonterweiterung, der Ausweitung von inneren Räumen zum Handeln mitten in der Gesellschaft“. Die Befähigung aller zu dieser Entwicklung müsse sich unsere Gesellschaft schon allein deswegen leisten, weil die Potenziale aller Menschen für das Vorankommen des Landes genutzt werden müssten. Doch Bildungsgerechtigkeit habe aus christlicher Perspektive nicht nur diesen funktionalen Grund, unterstreicht Sachau. Vielmehr sei jedem Menschen beizustehen, damit dieser sich mit seinen von Gott gegebenen Gaben und Möglichkeiten entfalten könne. Nach diesem Verständnis ziele Bildung immer auf den ganzen Menschen, nicht nur auf dessen Verstand. Lernen gelinge, wenn es mit positiven Gefühlen verbunden sei.

„Bildung fällt nicht vom Himmel, sondern muss von uns gesellschaftlich gewollt und auch finanziert werden“, betont der Akademiedirektor. Dafür brauche es gute Politik, Visionen und auch Ressourcen an Geld, Personal und Räumen. Im Gegensatz zu den vielen „kommunikativ verwahrlosten“ Orten in Städten und Gemeinden, wie Einkaufszentren, Bahnhöfe oder Flughäfen sollten die Räume der Bildung „lebensförderlich“ sein. Sie sollten einen einladenden Charakter aufweisen, lebensdienliche Ordnungen und eine grundsätzliche Offenheit „für Unterschiedliches und Unterschiedliche“. Äußere Bedingungen und innere Möglichkeiten, so Sachau, hängen voneinander ab und beeinflussen sich gegenseitig; Bildung öffne „die Türen zu neuen Sichtweisen“ und den „Blick für die anderen“.

Der Direktor der Akademie  weist darauf hin, dass die wichtigsten Bildungsprozesse dabei in Beziehungen, in der Gemeinschaft, in Räumen der Sozialität geschehen. „In gewisser Hinsicht könnte man sagen, dass es um Beheimatung geht. Bildung trägt zur Bewohnbarkeit der gemeinsamen Räume bei, der äußeren wie der inneren. Eine solche Heimat zu finden, dazu lädt Kirche ein. Eine Heimat, die über den Tag hinaus Halt und Geborgenheit verspricht. Ja, sogar über as Ende unseres Lebens.“ Weil zum Gebildetsein auch gehöre, „dass ich mich gegründet und gehalten weiß in einer Kraft, die größer und anders ist als ich selber es bin“, brauche Bildung Religion. In diesem Zusammenhang seien das fortschreitende Grundmisstrauen gegenüber der Religion und platte Religionskritik Versuche, „einer der größten Herausforderungen an das menschliche Denken und Fühlen aus dem Weg zu gehen“, nämlich der Frage: „Wie gehören Glaube und Wissen, Verstand und Vertrauen zueinander?“

 

 

 
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