Pfarrhaus im Wandel

Pfarrhaus im Wandel

Tagung stellte Veränderungen der Wohnsituation von Pfarrern in den Mittelpunkt

© EAzB

In wenigen Jahren wird es in allen Landeskirchen mehr unbesetzte Pfarrstellen als Bewerber geben. Das Pfarrhaus und seine Ausstattung werden großen Einfluss auf die Besetzungsfähigkeit einer Stelle haben. Die Konflikte, die sich mit den sich wandelnden Ansprüchen und Notwendigkeiten im Blick auf das Pfarrhaus ergeben, standen im Mittelpunkt der Tagung „Pfarrhaus im Wandel“ vom 3. bis 5. März 2014.

Die Situation ist eine äußerst heterogene: „In den westlichen Landeskirchen gibt es unter den Pfarrerinnen und Pfarrern eine große Angst vor dem Verlust der Privatsphäre im Pfarrhaus, in den meisten östlichen ist nach 40 Jahren DDR mehr oder weniger eine Wohnung mit Gemeindehausanteil daraus geworden“, sagt Heinz-Joachim Lohmann, Studienleiter der Akademie, im Nachgang zur Tagung. Vielerorts sei die Größe des Pfarrhauses ein nicht unbeträchtlicher Kostenfaktor für den Haushalt der betreffenden Pfarrfamilie, im städtischen Raum sei es manchmal sogar die einzige Möglichkeit in einer bezahlbaren Immobilie innerhalb des Gemeindegebiets zu wohnen. „Die Vielfalt der Lebensformen der Pfarrerinnen und Pfarrer, die Arbeitsplatzsituation von Partnern und die schulischen Bedürfnisse von Kindern – all dies macht deutlich, dass individuelle Lösungen vonnöten sind“.

Eine Homogenisierung der jeweiligen Gegebenheiten sei kaum möglich, machte Lohmann deutlich; insofern sei auch der Umgang mit ihnen nicht zu vereinheitlichen. Am Beispiel von Dienstwohnung und Residenzpflicht sei dies auch im Kirchenrecht erkennbar: „Während die württembergische Landeskirche uneingeschränkt an der Dienstwohnungspflicht festhält, verlegt die EKBO die Entscheidung in die Kirchenkreise.“ Dem Kirchenrecht komme in diesem Zusammenhang die Rolle einer „Ermöglichungsnorm“ zu, betonte auch Dr. Rainer Mainusch, der Leiter der Rechtsabteilung der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers.

Ausgangspunkte der Diskussionen im Rahmen der Tagung waren die Thesen, die im Zuge der ersten Pfarrhaustagung der Evangelischen Akademie „Im Pfarrhaus brennt kein Licht“ im vergangenen November formuliert worden waren. Die Ergebnisse der Tagung werden in Kürze in der Reihe der epd-Dokumentationen erscheinen. Die nächste Tagung in der Reihe im Februar 2015 wird das Pfarramt als Profession oder Beruf in den Fokus rücken.

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