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Christlicher Glaube in offener Gesellschaft

Sachau bringt Kundgebung in EKD-Synode ein

© Studio ay

Angesichts des 500-jährigen Jubiläums der Reformation hebt die Synode der EKD den Beitrag des Protestantismus für eine offene Gesellschaft hervor. Leitfigur der entsprechenden Kundgebung „Frei und engagiert – in Christus. Christlicher Glaube in offener Gesellschaft“ ist das von Martin Luther geprägte Verhältnis von Freiheit und Verantwortung, betonte Akademiedirektor Dr. Rüdiger Sachau, in seiner Einbringungsrede. „Wir sind frei von der Notwendigkeit, uns durch gute Werke abzusichern – darum können wir uns für alle Menschen engagieren“, sagte Sachau im Plenum der Synode. Er erläuterte den Aufbau der Kundgebung: Zunächst hätten sich die Verfasser des Textes mit der Relevanz der Reformation beschäftigt; im zweiten Teil stehe der Beitrag der Religionen für eine moderne Bürgergesellschaft im Mittelpunkt und schließlich habe man die Konsequenzen der Freiheit betrachtet.

 

Freiheit sei ein Charakteristikum der offenen Gesellschaft und eine Gabe Gottes, so der Akademiedirektor. „Christlich verstandene Freiheit ist kein Selbstzweck“, unterstrich er, „sondern eine Dankbarkeit, die aktive Konsequenzen im Alltag hat“. Die Freiheit, die der offenen Gesellschaft zugrunde liegt und leitend ist für den christlichen Glauben, sei nicht die Einladung zur hemmungslosen Meinungsäußerung oder gar Herabsetzung anderer. „Sie enthält vielmehr die Erwartung, dass wir uns mit Argumenten auseinandersetzen und die Würde des anderen achten“.

 

Insbesondere im Blick auf die derzeitige Flüchtlingssituation machte Sachau deutlich, dass die offene Gesellschaft künftig vor große Bewährungsproben gestellt ist. Hier sieht er die Aufgabe „gerade für uns Christenmenschen, in der Gesellschaft dafür einzustehen, dass die offene Gesellschaft aus dem christlichen Glauben heraus – also aus guten religiösen Gründen – mit getragen werden kann“.

 

Nicht zuletzt wies Sachau darauf hin, dass die offene Gesellschaft ihre Freiheit dadurch gewinnt, dass sie sich selbst aufs Spiel setzt und keinen Zwang ausübt. „Darin ähnelt sie dem christlichen Glauben, zu dem ebenfalls niemand gezwungen werden kann und darf. Christinnen und Christen sollen in die Welt hinausgehen und in ihr dienen.“

 

Die gesamte Rede von Rüdiger Sachau lesen Sie hier (PDF-Dokument, 186.4 KB). Den Kundgebungstext der EKD-Synode finden Sie unter http://www.ekd.de/synode2015_bremen/beschluesse/s15_04_iv_8_beschluss_kundgebung_schwerpunktthema.html

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