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Übernahme von Verantwortung?

Panel Flüchtlingsschutzsymposium

© EAzB

„Unsere Probleme sind die Probleme von allen“, unterstrich Pater Endashaw Debrework S.J. Auf dem Podium „Übernahme oder Abgabe von Verantwortung?“ beim 17. Berliner Symposium zum Flüchtlingsschutz machte der Vertreter des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes Ost-Afrika deutlich, dass nicht nur Afrika die Lasten tragen müsse, die aus den dortigen Fluchtbewegungen erwachsen. Afrika übernehme Verantwortung, aber die Möglichkeiten auf dem Kontinent seien erschöpft. „Deshalb sind wir auf der Suche nach internationalen Partnern, die helfen können“.

An dieser Verantwortung beteilige sich Deutschland, versicherte der Vertreter des Bundesinnenministeriums, Michael Tetzlaff. „Stärkere Schultern müssen mehr tragen als schwächere“. Er verwies unter anderem auf das neue Afrika-Konzept der Bundesregierung und die Entwicklung eines Marshall-Plans für Afrika im Bundesentwicklungsministerium. Doch auch die Regierungen, aus deren Ländern Menschen fliehen, trügen Verantwortung ihren Bürgerinnen und Bürgern gegenüber, betonte Tetzlaff.

Sie sei etwas „müde“, Forderungen nach mehr Verantwortung der Länder des Globalen Südens zu hören, sagte Gauri van Gulik. Mehr als 80 Prozent aller Geflüchteten hätten in Entwicklungsländern Aufnahme gefunden. Die Vertreterin von Amnesty International London konstatierte im Blick auf den Flüchtlingsschutz eine „Erosion von Grundprinzipien“, etwa bezüglich des Rechts, nicht misshandelt und gefoltert zu werden. Trotz massiver Menschenrechtsverletzungen habe die EU etwa eine stärkere Kooperation mit Libyen vereinbart, kritisierte van Gulik. „Wir sollten nicht kooperieren mit Ländern, die systematisch foltern!“

Zuvor hatte der stellvertretende Hochkommissar für Schutzfragen des UNHCR, Dr. Volker Türk, die „wichtige Vorreiterrolle“ Deutschlands bei der Übernahme von Verantwortung für die enorme Zahl von Geflüchteten auf globaler Ebene unterstrichen. Er verwies auf Deutschlands Rolle als Geberland und beim Resettlement. Er unterstrich die Bedeutung von Arbeit, Bildung und Familie für die Integration von Geflüchteten und bekräftigte die Bedeutung des Familiennachzugs aufmerksam. Jüngste Studien des UNHCR hätten bestätigt, dass die Familienzusammenführung „ein wichtiger Schritt für erfolgreiche Integration“ sei. Die gesamte Rede von Dr. Volker Türk lesen Sie hier (PDF-Dokument, 237.3 KB).

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