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Das Vermächtnis Martin Luther Kings

 
 
Michael Haspel über Martin Luther King jr.

„Liebe zielt auf Gerechtigkeit“

© EAzB

 

Wie soll anders vom biblischen Zeugnis von Gerechtigkeit und Frieden geredet und gepredigt werden als politisch? Fragt Prof. Dr. Michael Haspel vom Martin-Luther-Institut der Universität Erfurt. Gerechtigkeit und Frieden, davon ist der Theologe überzeugt, sind „das Wesentliche der Verheißung und bei den Propheten, bei Jesus und bei Martin Luther King immer untrennbar zugleich persönlich und gesellschaftlich!“ Dies betonte er in seinem Vortrag „Gerechtigkeit und Feindesliebe. Das Vermächtnis Martin Luther Kings als Zumutung“ am 23. April bei der Tagung „Miteinander für die Freiheit aufstehen“.

Prof. Haspel zeichnete ein Bild von Martin Luther King jr., das über die gängigen Muster hinausgeht. In den Jahren nach seiner berühmten Rede habe Kings Popularität rapide abgenommen. Kings Proteste „zielten nun auf die Privilegien der weißen Mittelschicht, die ihren relativen Wohlstand auch der strukturellen Ausbeutung von Schwarzen und Weißen im eigenen Land, aber auch weltweit verdankten.“ Damit sei er nicht mehr der „Apostel der Gewaltlosigkeit“ gewesen, „sondern fast schon ein Kommunist“. Es gelte den Theologen und Bürgerrechtskämpfer zu erinnern, „der aus christlicher Überzeugung die Wurzel des Übels adressiert hat, auch dann, wenn es keine gute Medienresonanz und Beliebtheitswerte in Umfragen versprach“.

„Liebe zielt auf Gerechtigkeit“. Dies ist Prof. Haspel zufolge der theologische Grundgedanke Kings gewesen. Nächstenliebe habe für King schöpferische und verändernde Kraft. Erlösung, das machte Haspel als das Entscheidende aus, „wird immer gesellschaftlich gedacht“. Martin Luther King sei davon überzeugt gewesen, „dass Gottes Wirken in der Welt darauf angewiesen ist, das Menschen sich von seiner Liebe berühren lassen und gemeinsam mit ihm für Gerechtigkeit eintreten“.

Die Auseinandersetzung mit dem Baptistenpfarrer beinhaltet notwendigerweise die Debatte um kulturelle Aneignung und Enteignung, betonte der Theologe. Die theologische Identifizierung mit schwarzer Kultur, warnte Haspel, könne auch einen Mechanismus darstellen, die Muster gesellschaftlichen Rassismus’ zu überdecken. Angezeigt sei die Auseinandersetzung mit der deutschen Kolonialgeschichte. Doch um kulturelle und soziale Segregation zu entdecken, „brauchen wir nicht in die Ferne schweifen“ sagte Michael Haspel. „Wenn wir Kings Zumutung annehmen wollen, dann müssen wir raus aus unserem konfessionellen, bürgerlichen Ghetto, unsere Identität nicht durch Abgrenzung stärken, sondern durch Kommunikation und Kooperation!“

Martin Luther King ernst zu nehmen, bedeute, immer wieder um den richtigen Weg zu ringen. „Das können wir von King lernen, aber das kann er uns nicht abnehmen.“ Den gesamten Vortrag von Prof. Dr. Michael Haspel lesen Sie hier (PDF-Dokument, 156.4 KB).

epd-Meldung zur Gedenkveranstaltung

 
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