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Evangelische Kirche erinnert an Martin Luther King

 
 

Kirche erinnert an Martin Luther King

© EAzB

 

Berlin (epd). Unter dem Motto "Miteinander für die Freiheit aufstehen" hat die evangelische Kirche am Montag in Berlin an den 50. Todestag des US-amerikanischen Bürgerrechtlers Martin Luther King (1929-1968) erinnert. Der farbige Baptistenpastor, Friedensnobelpreisträger und Stratege des gewaltlosen Widerstands war vor 50 Jahren, am 4. April 1968, in Memphis in Tennessee von einem Rassisten ermordet worden.

Die Kirche könne bis heute viel von King lernen, sagte der Erfurter Sozialethiker und Theologieprofessor Michael Haspel laut Redemanuskript in einem Festvortrag in der Berliner Sophienkirche. Er habe seine theologische Perspektive immer mit einer grundlegenden Gesellschaftsanalyse verbunden. "Das politische Handeln Kings hatte eine theologische Grundlegung, eine von ihm erarbeitete Theologie, die persönliche Konversion mit gesellschaftlicher Transformation verband, in der die Kirche eine wichtige Rolle spielte", sagte Haspel.

King habe immer wieder um den richtigen Weg gerungen. Er wusste das Ziel und sei bereit gewesen, auch einen steinigen Weg zu gehen. "Aber er musste immer wieder neu in komplexen Situationen Orientierung gewinnen", sagte Haspel. Das könne man nicht einfach übertragen. "Wir müssen heute vielmehr fragen: Was würden wir dazu sagen? Wie können wir verantwortlich urteilen und handeln? Von Altenburg bis Augsburg, von Bautzen bis Berlin, von Cottbus bis Köln. Das können wir von King lernen, aber das kann er uns auch nicht abnehmen", so der Theologe.

Weitere Gäste der Gedenkveranstaltung waren unter anderem die Auslandsbischöfin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Petra Bosse-Huber und der Historiker und Präsident der Evangelischen Akademie zu Berlin, Paul Nolte. Den Abschluss bildete ein Abendgebet unter anderem mit Pfarrerin Rosalind Gnatt von der United Church of Christ (UCC) und Reverend Robert Moore von der Evangelical Lutheran Church in America (ELCA).

King kämpfte zeitlebens gegen die Rassentrennung und Diskriminierung der Schwarzen in den USA. Weltberühmt wurde seine Rede in Washington 1963 mit der wiederkehrenden Zeile "I have a dream". Bei einem Besuch Ost-Berlins im September 1964 hielt der US-Bürgerrechtler einen Vortrag in der Marienkirche am Alexanderplatz. Weil nicht alle Zuhörer Platz fanden, wiederholte King spontan den Vortrag noch einmal in der nahegelegenen Sophienkirche.

23. April 2018

 
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