epd Nolte AFD auf Weg zum Regionalphänomen

Nolte: AfD auf dem Weg zum Regionalphänomen

© Andreas Schoelzel

Berlin (epd). Der Berliner Zeithistoriker Paul Nolte sieht nach den Europawahlen in Ostdeutschland die AfD weiter auf dem Weg zu einem ostdeutschen Regionalphänomen. Ein Teil der Bevölkerung im Osten neige zu einem geschlossenen Weltbild und zu kultureller Einkapselung, sagte Nolte am Montag in Berlin dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Schuld daran seien sicherlich unter anderem demografische Verschiebungen in den vergangenen 30 Jahren etwa durch Abwanderung bestimmter Bevölkerungsgruppen aus Ostdeutschland. Außerdem gebe es im Westen mehr städtische Zentren.

Dabei hätten die stärkere Polarisierung der Meinungen und die diffusen Vorbehalte gegenüber der Demokratie nicht unbedingt etwas mit Arm und Reich zu tun, sagte der Geschichtsprofessor an der Freien Universität Berlin. Die AfD wurde bei den Europawahlen in weiten Teilen Brandenburgs und Sachsens sowie in einigen Teilen Thüringens und Sachsen-Anhalts stärkste Partei.

Nolte, der auch Präsident der Evangelischen Akademie zu Berlin ist, warnte vor einer kulturellen Hegemonie und Dominanz der AfD, sollte die Partei nach den kommenden Landtagswahlen stärkste Kraft werden. Als bedrohlich bezeichnete er es, sollte die AfD einen Ministerpräsidenten stellen. In Thüringen, Sachsen und Brandenburg finden in diesem Jahr noch Landtagswahlen statt.

epd-Gespräch: Lukas Philippi

27. Mai 2019

nach oben

Unsere Webseiten verwenden Cookies zur Verbesserung der Bedienung und des Angebots sowie zur Auswertung von Webseitenbesuchen. Einzelheiten über die von uns eingesetzten Cookies und die Möglichkeit diese abzulehnen, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.