Vortrag Sachau Salz der Kirche

„Die Gesellschaft braucht das Salz der Kirche“

Vortrag von Rüdiger Sachau

Rüdiger Sachau im Talar

© EAzB

Die Welt verwandeln durch die Verschwendung der eigenen Existenz – das ist Dr. Rüdiger Sachau zufolge der zentrale Anspruch an Christinnen und Christen. Formuliert sieht Sachau diesen Anspruch im Wort Jesus‘ in der Bergpredigt: „Ihr seid das Salz der Erde“ (Matthäus 5,13). „Ich habe den Eindruck, dass in dieser uns zutiefst herausfordernden Aussage Jesu die Grundentscheidung für die Zukunft der Kirche gefasst ist“, so der Akademiedirektor in seinem Impulsvortrag „Was kirchliches Handeln irritiert und bewegt“.

Weder Zweckoptimismus noch Untergangsvisionen dürften die kleiner werdende Kirche bestimmen; sie müsse die gegenwärtigen soziologischen Analysen ernst nehmen und für eine veränderte Welt eine Vision der Hoffnung festhalten. „Das ist dann auch relevant für unsere Gesellschaft, die das Salz der Kirche nämlich durchaus braucht.“

Zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen beitragen könnten die Kirchen nur dann, „wenn wir erkennen und anerkennen, dass wir selber immer auch Teil des Problems sind“. Auch in den Kirchen selbst sei ein Geist zu spüren, der antireflexiv und antiintellektualistisch eingestellt sei. Sachau weist auf die Zunahme von Forderungen nach einer Konzentration auf „das Eigentliche“ hin. „Alles was stört, zum Nachdenken oder zum Ertragen von Ambivalenzen zwingt, soll ausgeschieden werden.“ Aber eine Kirche, die sich derartig identitär verkürze, werde mit Sicherheit die Menschen gerade nicht erreichen. „Und eine solche auf behauptete Kernaufgaben reduzierte Kirche gibt jeglichen Anspruch auf gesellschaftliche Mitsprache, Mitgestaltung und Mitverantwortung auf.“

Zwei Aufgaben identifiziert Sachau, die die evangelische Kirche erfüllen müsse, um relevant für die Zukunft zu bleiben: „Nach außen ist das klare Eintreten für eine offene Gesellschaft und eine wehrhafte Demokratie unabdingbar, und nach innen braucht unsere Kirche mehr Möglichkeiten zu selbstbestimmter und wirksamer Beteiligung.“

Als Salz der Gesellschaft möge sich die Kirche in den kommenden Jahren verschleißen, „indem wir Menschenfreundlichkeit zeigen, Liberalität des Herzens praktizieren und faire Diskurse führen, um Menschen zu einem besseren Leben anzustiften. Eine solche Kirche für andere wäre allerdings auch eine relevante Kirche.

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