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Kirchliche Versöhnungsinitiativen und deutsch-poln. Verständigung

 
 

Tagung

Kirchliche Versöhnungsinitiativen und deutsch-poln. Verständigung

Zum 40. Jahrestag der Ost-Denkschrift der EKD und des Briefwechsels der katholischen Bischöfe

Tagungsnummer
2005TG40
04. - 05. November 2005
10:00 - 17:00 Uhr
Inhalt:

Leitung

Ludwig Mehlhorn

 

Organisation

Hannah Kickel-Andrae

 

Das Jahr 2005 steht nicht nur für den 60. Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus, sondern auch für die Erinnerung an ein neues Kapitel in den deutsch-polnischen Beziehungen. An dessen An-fang standen die Versöhnungsinitiativen der Kirchen: die 1965 publizierte Denkschrift der Evangeli-schen Kirche in Deutschland über „die Lage der Vertriebenen und das Verhältnis des deutschen Volkes zu seinen östlichen Nachbarn“ und der im gleichen Jahr geführte Briefwechsel zwischen dem deutschen und polnischen Episkopat. Sie stellten überlieferte Feindbilder in Frage, entwickelten neue Perspektiven auf die deutsch-polnische Beziehungsgeschichte und legten das Fundament für einen offenen deutsch-polnischen Dialog.


Anlässlich ihres 40. Jahrestages wollen wir die kirchlichen Initiativen im Rahmen einer wissenschaftli-chen Tagung würdigen. Nicht vergessen werden sollen dabei aber auch die Aktivitäten evangelischer und katholischer Laien, die sich im 1962 veröffentlichten Tübinger Memorandum und dem 1968 vom Bensberger Kreis vorgelegten „Polenmemorandum“ Gehör verschafften. Ein besonderes Augenmerk der Tagung gilt überdies den Wechselwirkungen zwischen kirchlichem Engagement, „neuer Ostpolitik“ und staatlicher Verständigung, die – wie Willy Brandt anlässlich des Warschauer Vertrags rückblickend feststellte – von den Kirchen in entscheidender Weise „psychologisch vorbereitet“ worden ist.


Die Tagung will die Entstehungsgeschichte der verschiedenen Aussöhnungsbemühungen nachzeichnen und deren Folgen untersuchen – wobei kirchen- und politik- wie sozial- und kulturgeschichtliche Per-spektiven entwickelt werden sollen. Die Veranstalter möchten die Perspektiven zusammenführen, je-doch auch Forschungsdesiderate und kontroverse Interpretationen erkennbar werden lassen. Die Dis-kussion über offene Fragen und unterschiedliche Deutungen soll ein wesentlicher Teil der Veranstaltung sein.


Im einzelnen wollen wir folgenden Fragen nachgehen: Welche Zusammenhänge bestanden zwischen den kirchlichen Versöhnungsinitiativen und der Entspannungspolitik der 1960er Jahre? Welche Gegen-bewegungen und gesellschaftlichen Konflikte rief das kirchliche Engagement in Polen und Deutschland hervor? Inwiefern gingen die Bemühungen der kirchlichen und politischen Eliten in ein breites gesell-schaftliches Engagement über? Welchen Beitrag leisteten Initiativen aus der DDR für die Entfaltung des deutsch-polnischen Dialogs? Welche Rolle spielten das kirchliche Versöhnungswerk und die „neue Ostpolitik“ in den Auseinandersetzungen mit der polnischen Oppositionsbewegung der 1980er Jahre? Und welche Bedeutung haben die kirchlichen Versöhnungsinitiativen in der gegenwärtigen Erinnerung?



Prof. Dr. Friedhelm Boll, Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn/Berlin

Ludwig Mehlhorn, Evangelische Akademie zu Berlin

Prof. Dr. Klaus Ziemer, Deutsches Historisches Institut Warschau

Programm:

Freitag, 4. November 2005


10.00 Uhr Anreise und Anmeldung


11.00 Uhr Begrüßung und Einführung


11.30 Uhr Sektion I - Die evangelischen Initiativen der 1960er Jahre


Impulsgeber für die Aussöhnung: Das Tübinger Memorandum

Die Ost-Denkschrift der EKD: Innerkirchliche Diskussion und gesellschaftliches Echo

Prof. Dr. Martin Greschat, Gießen-Münster


Kommentar: Dr. Andreas Kossert, Deutsches Historisches Institut, Warschau


13.00 Uhr Mittagspause


14.15 Uhr Sektion II - Die katholischen Initiativen der 1960er Jahre


Die Versöhnungsinitiative der polnischen Bischöfe – Historischer Kontext, Entstehung, Reaktionen

Dr. Robert Żurek, Berlin-Warschau


Der deutsche Katholizismus im Aufbruch? Katholisches Milieu und deutsch-polnisches Verhältnis

1965-72

PD Dr. Thomas Großbölting, BStU Abteilung Bildung und Forschung, Berlin

Co-Referat: Der Bensberger Kreis als Akteur im deutsch-polnischen Verhältnis

Prof. Dr. Friedhelm Boll, Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn


Kommentatoren für die Sektion:

Prof. Dr. Gottfried Erb, Gießen


16.15 Uhr Kaffeepause


16.45 Uhr Sektion III - Versöhnungsinitiativen und „neue Ostpolitik“


Versöhnung, Aussöhnung, Normalisierung – Neue Perspektiven in der Entspan-nungspolitik der 60er Jahre aus Sicht der „neuen Ostpolitik“ und des Gomułka-Regimes

Prof. Dr. Dieter Bingen, Deutsches Polen-Institut, Darmstadt


Gegenspieler der Aussöhnung? Die Oder-Neiße-Grenze, die Vertriebenen und die bundesdeutsche Parteienlandschaft

Dr. phil. habil. Matthias Stickler, Würzburg


Kommentar: Winfried Lipscher, Berlin (angefragt)


18.45 Uhr Abendessen


Samstag, 5. November 2005


08.30 Uhr Frühstück


09. 15 Uhr Sektion IV - Aussöhnung als gesellschaftlicher Prozess


Nicht-staatliche Akteure im deutsch-polnischen Verhältnis

Basil Kerski, Deutsch-polnisches Magazin „Dialog“, Berlin


Verständigung und Aussöhnung mit Polen in der DDR

Dr. Theo Mechtenberg, Gesamteuropäisches Studienwerk e.V., Vlotho


Kommentar: Dr. Burkhard Olschowsky, Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, Oldenburg


11.00 Uhr Kaffeepause


11.15 Uhr Sektion V - Aussöhnung und Verständigung vor neuen Herausforderungen


Die Entwicklung des deutsch-polnischen Verhältnisses in den 1980er Jahren

Dr. Kazimierz Wóycicki, Institut des Nationalen Gedenkens, Stettin

Co-Referat: Willy Brandt, die SPD und die deutsche Entspannungspolitik gegenüber Polen in den

1980er Jahren

Dr. Bernd Rother, Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung, Berlin


Kommentar: Ludwig Mehlhorn, Evangelische Akademie zu Berlin


13.00 Uhr Mittagessen


14.00 Uhr Sektion VI - Die Gegenwart historischer Erfahrungen


Aussöhnung und Verständigung zwischen Deutschland und Polen: Historische Er-fahrungen und aktuelle Perspektiven

Dr. Peter Bender, Berlin


Abschlussdiskussion: Die kirchlichen Versöhnungsinitiativen in der aktuellen Erinnerungskultur und Politik


Einführung und Leitung: Prof. Dr. Klaus Ziemer, Deutsches Historisches Institut, Warschau


Teilnehmer auf dem Podium:

Prof. Dr. Hans Henning Hahn, Oldenburg

Prof. Dr. Jerzy Kranz, Botschafter a.D., Warschau

Prof. Dr. Friedhelm Boll, Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn

Prof. Dr. Anna Wolff-Powęska, West-Institut, Posen


17.00 Uhr Ende der Tagung


Die Konferenzsprache ist Deutsch

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