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Unterwerfung-Anpassung-Widerstand

 
 

Tagung

Unterwerfung-Anpassung-Widerstand

3. Kreisauer Gedenkstättenseminar

Tagungsnummer
2005TG15
20. - 23. April 2005
17:00 - 13:00 Uhr
Inhalt:

Leitung

Ludwig Mehlhorn

 

Organisation

Silke Ewe

 
(030) 203 55 - 508

3. Kreisauer Gedenkstättenseminar

Unterwerfung – Anpassung – Widerstand. Alltag in Diktaturen.

Ost-West-Europäischer Erfahrungsaustausch zur Praxis in Museen und Bildungseinrichtungen


Das Kreisauer Gedenkstättenseminar möchte Mitarbeitern aus Gedenkstätten, Initiativen und Institutionen sowie Personen, die sich um die Aufarbeitung der Vergangenheit bemühen, ein Forum bieten. Einen besonderen Stellenwert hat dabei die Vernetzung von ost- und westeuropäischen Ansätzen und Initiativen sowie die Betrachtung unterschiedlicher Unrechtsregime und ihrer Nachwirkungen. Um ein dichtes Gespräch zu ermöglichen, nehmen sich die einzelnen Seminare jeweils eines thematischen Schwerpunkts an und versuchen diesen in ausgewählten Ländern zu verdeutlichen. Anhand einer solchen beispielhaften Betrachtung können Strukturen herausgearbeitet werden, die die Seminarteilnehmer zu eigenen Beiträgen und Reflexionen anregen, auch anhand ihrer Erfahrungen in ihren Ländern. Dies hat in den letzten beiden Jahren zu sehr intensiven gemeinsamen Diskussionen geführt.


In diesem Jahr will sich das Seminar mit dem Thema „Alltag in Diktaturen“ beschäftigen, den Möglichkeiten und Grenzen des eigenen Handelns. Dies kann zu Unterwerfung und Kollaboration führen, aber auch zu Widerstand und der Erschaffung eigener zivilgesellschaftlicher Ansätze.


Die Arbeit in Gedenkstätten und an Erinnerungsorten sowie die kritische Reflexion der eigenen Geschichte sind immer eng verbunden mit einer Sensibilisierung und Stärkung der zivilgesellschaftlichen Ressourcen in einem Land. Voraussetzung hierfür ist jedoch das eigene Bewusstsein über die Möglichkeiten und Grenzen des eigenen Handelns.


Dieser Themenbereich soll zunächst an Beispielen aus den Ländern Ungarn und Rumänien verdeutlicht werden; Fallbeispiele, die sich anbieten für eine mehrschichtige und differenzierte Herangehensweise. Gleichzeitig möchte das Seminar das begonnene Netzwerk auch in diese Länder verstärken und den Seminarteilnehmern weitere Kontakte für eigene Projekte ermöglichen.


Einer allgemeiner gehaltene Einführung in das Thema aus zwei Positionen heraus folgt eine Verdeutlichung der Chancen und Grenzen des eigenen Handelns anhand des Umgangs mit der Diktatur in Rumänien. Der Schriftsteller István Eörsi, der an dem ungarischen Aufstand 1956 teilgenommen hatte, ist als kritischer Begleiter der politischen Entwicklung bekannt. Er wird aus seinen Beobachtungen berichten.


Das Beispiel Ungarn und die Präsentation zweier Museen in Budapest kann die gemeinsame Diskussion in der Frage unterstützen, wie sich Lebensläufe verändern im Übergang in ein anderes System. Sowohl das Holocaust-Museum als auch das Haus des Terrors haben das Problem der Kollaboration in das Konzept ihrer Ausstellungen einfließen lassen. Für den Blick auf das eigene Entscheidungspotentials in weniger dramatischen Perioden soll ein Blick in die Zeit der „Normalisierung“ unter János Kádár Anstoß geben.

Das Kreisauer Gedenkstättenseminar lädt ein zu einem gemeinsamen Gespräch und freut sich über Anregungen und Berichte aus Ihrer eigenen Arbeit.



Eine Kooperationsveranstaltung von:


Evangelische Akademie zu Berlin

Gedenkstätte Deutscher Widerstand / Forschungsstelle Widerstandsgeschichte

Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung

Programm:

Mittwoch, 20. April 2005


nachmittags: Anreise

fakultativ: Rundgang durch die Begegnungs- und Gedenkstätte Krzyżowa (Kreisau)

Kaffee

18.00–19.00 Uhr: Abendessen

19.30 Uhr: Einführung in das Programm durch die Veranstalter, Vorstellungsrunde

anschließend geselliger Abend zum Kennenlernen und Austauschen



Donnerstag, 21. April 2005


7.45–9.00 Uhr: Frühstück


9.00 Uhr Einführung in das Thema:

„Gesellschaftliche und individuelle Handlungsoptionen“

Moderation: Bernd Florath (Berlin)

William Totok (Berlin): Thesen am Beispiel rumänischer Erfahrungen

Ludwig Mehlhorn (Berlin): Thesen am Beispiel deutscher Erfahrungen

anschließend Diskussion


11.00 Uhr Kaffeepause


11.30 Uhr Fortsetzung der Diskussion


13.00–14.30 Uhr Mittagspause, anschließend Kaffee


15.00 Uhr Rumänien 1989 – Freiheitskampf und Gewalterfahrung

Moderation: William Totok


Andrea Furtos – Widerstand und Gesellschaft –

Vorstellung der Gedenkstätte für die Opfer des Kommunismus in Sighet


Ioana Boca – Der zivilgesellschaftliche Ansatz der Gedenkstättenarbeit in Rumänien –

Vorstellung der Bürgerakademie


16.30 Uhr Diskussion im Plenum, u.a. mit einem Beitrag von Gino Rado und Adina Hornea, Revolutionsmuseum in Timisoara, Rumänien


18.00–19.00 Uhr Abendessen


19.30 Uhr Filmvorführung und Diskussion

Videogramme einer Revolution

Ein Film von Harun Farocki und Andrei Ujuca

und ein weiterer Film über den Umbruch in Rumänien 1989



Freitag, 22. April 2005


7.45–9.00 Uhr Frühstück


9.00 Uhr Kollaboration, Verweigerung, Mittun als Thema der Vergangenheitsbetrachtung – Beiträge der Teilnehmer/innen

Moderation: Anne Kaminsky


Irina Ostrowskaja, Memorial Moskau: Sowjetische Familie in den Jahren der kommunistischen Diktatur. Überlebensstrategien.


Wjaceslaw Artamonow, Butow: Alltagsleben neben einem Todeslager.


11.00 Uhr Kaffeepause


11.30 Uhr Irina Gerasimowa, Minsk:

Jüdischer Widerstand gegen Diktaturen in Belarus in den 40er bis 80er Jahren des XX Jhdt.


Viktor Feduszczak, Lviv:

Etappen des Unabhängigkeitskampfes der Ukraine in der Nachkriegszeit


13.00–14.30 Uhr Mittagspause, anschließend Kaffee


15.00 Uhr „Unterwerfung – Anpassung – Widerstand“


15.30 Diskussion im Plenum über den gesellschaftlichen Umgang mit Diktaturen in den unterschiedlichen Ländern

Beiträge von Prof. Dr. Matthias Pfüller und Kornelia Beer, Hochschule Mittweida-Roßwein


19.00 Uhr gemeinsames Abendessen im Restaurant „Fregatta“ im Eulengebirge



Samstag, 23. April 2005


7.45–9.00 Uhr Frühstück


9.00 Uhr Auswertungsrunde und Ideen für ein nächstes Mal


ab 11.00 Uhr Abreise


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