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Rückt die Welt zusammen?

 
 

Tagung

Rückt die Welt zusammen?

Katastrophenvorsorge durch Partnerschaft-Entwicklungspolitische Perspektiven ein Jahr nach dem Tsunami

Tagungsnummer
2006TG04
06. - 08. Februar 2006
13:00 - 14:00 Uhr
Inhalt:

Leitung

Dr. Michael Hartmann

 

Organisation

Belinda Elter

 
(030) 203 55 - 409

Katastrophen in armen Ländern rücken zunehmend in den Blickpunkt. Anfang 2005 beherrschten die Bilder und Nachrichten der Tsunami-Katastrophe in Süd- und Südostasien wochenlang die deutschen und internationalen Medien. Vorher waren es die Überschwemmungen in Mosambik, danach das Erdbeben in Pakistan.


Spendenrekorde werden gebrochen, Betroffenheit baut sich auf und ebbt ab – andere Katastrophen werden dagegen vergessen. Angesichts dieser Kurzatmigkeit rief Bundeskanzler Schröder die Deutschen auf, die Hilfsbereitschaft in eine langfristige Partnerschaftsarbeit überzuleiten.


Nach dem Tsunami bemühten sich dann zahllose Initiativen, den Überlebenden zu helfen. Die Hilfsmaschinerie aus dem In- und Ausland lief in kürzester Zeit auf Hochtouren; die internationale Gemeinschaft versprach Milliardenbeträge für den Wiederaufbau.


Und vor Ort? Hilfsbereitschaft, effiziente Soforthilfe und hohe Professionalität auf der einen Seite, oft widerstreitende politische Interessen, Kompetenzgerangel und fehlende Koordination auf der anderen Seite. Und scheinbar unbekümmert von den Verwüstungen fotografieren deutsche Urlauber die Aufräumarbeiten und die Tourismusindustrie verkündet „Business as usual“.


Angesichts der Zerstörungen und der Not rückt die Welt in Solidarität zusammen, hofften die einen. Die humanitäre Hilfe wird zum massenmedialen Konsumereignis, nach den Spendenrekorden folgt der Fall der langfristigen Entwicklungszusammenarbeit, befürchteten die anderen.


Die Aufregung hat sich mittlerweile gelegt, der Wiederaufbau in der Tsunami-Region ist im Gange. Es bleiben Anfragen an die Entwicklungszusammenarbeit:

- Verändern Katastrophen das Verhältnis zwischen Nord und Süd?

- Welche Auswirkungen hat die Berichterstattung über Katastrophen auf Entwicklungszusammenarbeit?

- Welche Herausforderungen ergeben sich für Entwicklungspolitik, Wirtschaft und Politik?

- Wie können Modelle von Katastrophenvorsorge in Entwicklungsländern aussehen und gefördert werden?

- Welche Rolle spielen zivilgesellschaftliches Engagement und staatliche Politik?


Werner Lamottke, Evangelischer Entwicklungsdienst

Dr. Michael Hartmann, Evangelische Akademie zu Berlin

Programm:

Montag, 6. Februar 2006


14.30 Uhr Begrüßung und Einführung


14.45 Uhr Katastrophen – Armut – Entwicklung

Katastrophen als Folgen ungelöster Entwicklungsprobleme

Peter Rottach, Diakonie Katastrophenhilfe, Stuttgart


15.45 Uhr Kaffeepause


16.15 Uhr Tsunami: Nicht nur „eine“ Katastrophe?

Indonesien: Hat die zivile Interventionsarmee der internationalen Hilfe Aceh den Frieden gebracht?

Dr. Sigit Wijayanta, YAKKUM, Yogyakarta/Indonesien

Indien: Überrollt die internationale Hilfe nationale Initiativen?

Sushant Agrawal, CASA, Neu-Dehli/Indien


18.30 Uhr Abendessen


20.00 Uhr Lernen aus der Katastrophe?

6 Jahre nach der großen Flut: Wiederaufbau und Wandel in Mosambik

Roland Fett, Evangelischer Entwicklungsdienst

anschl. Gespräche im Clubraum


Dienstag, 7. Februar 2006


9.00 Uhr Morgenandacht


Lebensrisiko und Sicherheitsbedürfnis – Reflexionen aus der Tsunami-Region

9.30 Uhr Standortbestimmung

Tagungsbeobachter: Michael Bünte, terre des hommes


10.00 Uhr Arbeitsgruppen mit integrierter Kaffeepause


AG 1: Tourismus und Armutsbekämpfung

Katastrophen-sensibler Wiederaufbau versus wirtschaftliche Interessen?

Andreas Müseler, LTU Touristik

Kingsley Peirera, Ecumenical Coalition on Tourism, Sri Lanka

NN, Care International Deutschland

Moderation: Heinz Fuchs, Evangelischer Entwicklungsdienst


AG 2: Zukunftsmodell Partnerschaftsinitiative?

Das Verhältnis von privatem Engagement und professioneller Hilfe im Wiederaufbau

Christina Rau, Partnerschaftsbeauftragte der Bundesregierung

Dr. Günter Bonnet, Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Michael Brandt, Vereinigte Evangelische Mission

Moderation: Barbara Riek, Evangelischer Entwicklungsdienst


12.30 Uhr Berichte aus den Arbeitsgruppen


13.00 Uhr Mittagessen


14.30 Uhr Marketingevent: Katastrophe

Zum Thema Öffentlichkeit, Verantwortung und Solidarität

Katja Maurer, medico international, Frankfurt

Dr. Claudia Warning, Evangelischer Entwicklungsdienst

Henning Krumrey, Leiter der Redaktion Parlament, Magazin Focus, Berlin


17.00 Uhr Bustransfer nach Berlin Mitte - Französische Friedrichstadtkirche auf dem Gendarmenmarkt:

18.00 Uhr öffentliche Abendveranstaltung

Rückt die Welt zusammen? Das Katastrophenjahr 2005 und die langfristige Entwicklungszusammenarbeit


Podium

Heidemarie Wieczorek-Zeul, Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Sushant Agrawal, Church's Auxiliary for Social Action, Neu Delhi

Nikolaus Schneider, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Aufsichtsratsvorsitzender des Evangelischen Entwicklungsdienstes

Moderation: Sabine Porn, Radio Berlin-Brandenburg

Ende gegen 20.00 Uhr


Mittwoch, 8. Februar 2006


9.00 Uhr Morgenandacht

Lebensrisiko und Sicherheitsbedürfnis – Reflexionen aus Deutschland


9.30 Uhr Katastrophenvorsorge und Partnerschaft

Chancen und Begrenzungen im Angesicht von kulturellen, politischen und ökonomischen Bedingungen

Prof. Dr. Hans F. Illy, Albert-Ludwigs-Universität, Freiburg


10.30 Uhr Kaffeepause


11.00 Uhr Katastrophen und die deutsche Entwicklungszusammenarbeit

Erwartungen an die Politik zur Vermeidung von Katastrophen

Adolf Kloke-Lesch, Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Christian Ruck Mdb, Deutscher Bundestag

Monika Huber, Evangelischer Entwicklungsdienst

im Dialog mit dem Tagungsbeobachter Michael Bünte, terre des hommes


13.00 Uhr Mittagessen

Ende der Tagung


Unter folgenden Link können Sie die Dokumentation der Tagung herunterladen:

http://www.eaberlin.de/download/06-06-doku-final.pdf (PDF-Dokument)

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