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Kann man die Säkularisierung vermeiden?

 
 

Tagung

Kann man die Säkularisierung vermeiden?

Polen und seine Religion

Tagungsnummer
2007TG40
29. - 30. Oktober 2007
18:00 - 19:30 Uhr
Inhalt:

Leitung

Ludwig Mehlhorn

 

Organisation

Silke Ewe

 
(030) 203 55 - 508

„Wie, wenn Polen die Säkularisierungsthese widerlegte? Wie, wenn Polonia semper fidelis seiner katholischen Identität und Tradition treu bliebe und sich gleichzeitig erfolgreich in Europa integrierte, zu einem „normalen“ europäischen Land würde? (…) Ein modernes, religiöses Polen könnte vielleicht die säkularisierten Europäer dazu zwingen, ihre säkularistischen Annahmen zu überdenken und zu erkennen, dass nicht so sehr Polen hinter den modernen Trends hinterherhinkt, sondern dass es das säkularisierte Europa ist, das nicht Schritt mit der Entwicklung in der übrigen Welt hält.“

José Casanova


Viele Menschen im alten Europa glauben immer noch, die fortschreitende Säkularisierung sei ein unausweichlicher und unumkehrbarer Prozess. Das Christentum hat in der pluralen Lebens- und Arbeitswelt seine „kulturelle Hegemonie“ weitgehend eingebüßt. Religion – in seiner christlichen Gestalt einst der Kern europäischer Identität – löst heute vielfach Irritation aus. Es gibt aber auch Indizien, dass dieser Trend gestoppt ist. Aus der Politik wird der Ruf lauter, Religion als Ressource für die Stiftung von Lebenssinn und sozialem Zusammenhalt zu aktivieren. Die Diskussion um eine „Leitkultur“ belegt die Sehnsucht nach Orientierung in der verwirrenden Vielfalt moderner Lebenswelten.


Aufschlussreich ist auch die Entwicklung in Polen. Während der kommunistischen Ära behaupteten sich Religion und Kirche sowohl gegenüber den Säkularisierungsprozessen der Moderne als auch dem staatlich verordneten Atheismus. Erst mit dem Übergang zu Demokratie und Marktwirtschaft wuchs die Sorge, in den Sog von Entchristlichung zu geraten. Die Antworten auf diese neue Situation fallen unterschiedlich aus. Die einen verbinden mit der Öffnung nach (West)europa die Gefahr von Materialismus, Liberalismus und Sittenverfall und reagieren darauf mit einem starren Traditionalismus. Die anderen sehen im Ende der Spaltung Europas eine Chance zur spirituellen Erneuerung nicht nur Polens, sondern des gesamten Kontinents.


In einem deutsch-polnischen und ökumenischen Gespräch wollen wir den Zusammenhang von Religion und Politik in den Blick nehmen – in der Hoffnung, damit zugleich einen Beitrag zur Reformdebatte in unseren Ländern und zum Abbau von Missverständnissen im aktuellen deutsch-polnischen Verhältnis zu leisten.


Dazu laden wir herzlich ein.

Simultanübersetzung wird angeboten.


Ludwig Mehlhorn


Programm:

9.00 Uhr Anmeldung und Begrüßungskaffee


10.00 Uhr Begrüßung und Eröffnung

Ludwig Mehlhorn

Evangelische Akademie zu Berlin


10.15 Uhr Aktuelle Stunde: Polen nach den Parlamentswahlen

Kurzkommentare, Fragen und Antworten


11.15 Uhr Die säkulare Gesellschaft – ein universales Modell?

Schnittstellen von Religion und Politik in Europa

Dr. Marek A. Cichocki

Philosoph und Politologe, Programmdirektor des Europa-Zentrum Natolin bei Warschau

Dr. Ehrhart Neubert

Theologe, Erfurt


12.30 Uhr Mittagessen


14.00 Uhr Die „Einheit“ von Nation und Kirche

Der polnische Katholizismus – ein europäischer „Sonderweg“ im 20. Jahrhundert?

Prof. Dr. Andrzej Friszke

Historiker, Universität Warschau


15.30 Uhr Kaffeepause


16.00 Uhr Profile des Christentums

Strömungen, Entwicklungstendenzen, Konflikte

Dr. Andrzej Grajewski

Redakteur der katholischen Wochenzeitung Gość Niedzielny

Dr. Zbigniew Nosowski

Chefredakteur der Zeitschrift „Więź“, Warschau


Kommentar:

Dr. Theo Mechtenberg

Gesamteuropäisches Studienwerk Vlotho


Moderation:

Dr. Robert Żurek

Polnische Akademie der Wissenschaften, Berlin


18.00 Uhr Grenzen des Säkularismus

Ist Polen auf dem Weg in eine postsäkulare Moderne?

Maciej Zięba OP

Direktor des Instytut Tertio Millennio, Krakau


19.30 Uhr Abendessen und Ende der Tagung

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