Credo und Credit

Tagung

Credo und Credit

Vom Umgang mit Geld im Film

Tagungsnr.
04/2012
Von: 27.01.2012 19:30
Bis: 29.01.2012 13:30
Ev. Bildungsstätte auf Schwanenwerder

Inhalt

Geld ist allgegenwärtig, allmächtig und unendlich - wie Gott. Geld schafft Sicherheit, macht Sinn und ist ein Versprechen von Zukunft - wie Religion. Wir messen alles am Geld, wie die Zeit mit der Uhr. Geld ist die Spinne, die das gesellschaftliche Netz webt (Georg Simmel). Ist das so? Wir sehen fünf preisgekrönte Filme, in denen es um Geld und den Umgang damit geht. Experten unterschiedlicher Religionszugehörigkeit werden in die Filme einführen und Werner Schneider-Quindeau, der ehemalige Filmbeauftragte der EKD, wird zum Thema „Glaube und Geld in Kirche und Kino" referieren.

Als Peter Sloterdijk vor sieben Jahren den „Weltinnenraum des Kapitals“ beschrieb, behauptete er mit offenkundiger Gewissheit: „Die Wahrheit ist, dass sich das Geld längst als operativ erfolgreiche Alternative zu Gott bewährt hat. Dieses tut für den Zusammenhalt der Dinge mehr, als es ein Schöpfer des Himmels und der Erde leisten könnte.“

Inzwischen dürften da auch dem marktgläubigsten Menschen Zweifel gekommen sein. Mag sein, dass das blinde Vertrauen, das die globalisierte Welt in die Vernunft der Geldkreisläufe gesetzt hat, dazu führt, dass bald gar nichts mehr zusammenhält. Mag sein, dass die Bibel schließlich wieder einmal recht behält, wenn sie davor warnt, dem Mammon zu dienen.

Ganz unrecht hat Peter Sloterdijk allerdings nicht, wenn er im gleichen Zusammenhang schreibt, Juden, Christen und Muslime huldigten heute allenfalls noch einem Teilzeit-Monotheismus. Es ist wohl wahr, dass auch das Leben der gläubigen Menschen am Gelde hängt und zum Gelde drängt. Die Angst vor dem Niedergang des Euro ist manifester als die Angst vor dem Schaden, den die Seele unter den gegebenen Verhältnissen möglicherweise schon genommen hat.

Und stimmt es denn überhaupt, dass Geld und Güte sich nicht miteinander vertragen? Sind wir als Christinnen und Christen im Wohlstand nicht eigentlich Beispiele dafür, dass die Reichen doch durchs Nadelöhr passen?

Wie sich Geld und Glaube zueinander verhalten, das wollen wir im interreligiösen Gespräch miteinander ausloten – angeregt von vier preisgekrönten Filmen, die uns von den Slums in Mumbai bis in die Chefetagen der Wall Street führen.


Dr. Erika Godel, Evangelische Akademie zu Berlin

Angelika Obert, Rundfunkbeauftragte der EKBO

Programm

Programm


Freitag, den 27. Januar 2012


17.30 Uhr Anreise und Anmeldung


18.30 Uhr Abendessen


19.30 Uhr Begrüßung

Dr. Erika Godel


19.45 Uhr Einführung des ersten Films

Stefan Förner, Filmbeauftragter des Erzbischöflichen Ordinariats, Berlin


20.15 Uhr Wallstreet (Regie: Oliver Stone)

USA 1987 (122 Minuten)


Ende gegen 22.20 Uhr


Samstag, den 28. Januar 2012


Ab 7.30 Uhr Frühstück (für Übernachtungsgäste)


09.00 Uhr Morgenandacht


09.30 Uhr Glaube und Geld in Kirche und Kino

Werner Schneider-Quindeau, Frankfurt


10.30 Uhr Kaffeepause


11.00 Uhr Match Point (Regie: Woody Allen)

Großbritannien, 2005 (124 Minuten)

und Gespräch


13.30 Uhr Mittagessen


15.00 Uhr Gott und Geld

Prof. Dr. Rainer Kessler, Philipps-Universität, Marburg


16.00 Uhr Kaffeepause


16.30 Uhr Einführung des dritten Films

Werner Schneider-Quindeau


Anschl. Der grosse Crash (Regie: J.C. Chandor)

USA 2011 (110 Minuten)

und Gespräch


19.00 Uhr Abendessen


20.30 Uhr Einführung des vierten Films

Angelika Obert, Filmbeauftragte der EKBO, Berlin


20.45 Uhr Slumdog Millionär (Regie: Danny Boyle)

England 2008 (120 Minuten)


Ende gegen 22.45 Uhr


Sonntag, den 29. Januar 2012


7.30 Uhr Frühstück (für Übernachtungsgäste)


9.00 Uhr Morgenandacht


9.30 Uhr Geld im Film – Fiktion oder Wirklichkeit?

Ein Gespräch mit

Prof. Dr. Micha Brumlik, Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt/Main

Prof. Dr. Rainer Kessler

Alfred Burkhart, Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken BVR, Berlin


11.00 Uhr Kaffeepause


11.30 Uhr Kleingeld (Regie: Marc-Andreas Bochert)

Deutschland 1999 (15 Minuten)


11.45 Uhr Gespräch


12.30 Uhr Mittagessen


Ende der Tagung gegen 13.30 Uhr


Gefördert durch die Bundeszentrale für politische Bildung.

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Leitung

Dr. Erika Godel

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