Mit Gott im Bund sein - beschnitten und unbeschnitten

Abendforum

Mit Gott im Bund sein - beschnitten und unbeschnitten

Tagungsnr.
33B/2012
Von: 09.10.2012 18:00
Bis: 09.10.2012 21:00
Französische Friedrichstadtkirche

Inhalt

Kann man mit Gott beschnitten und unbeschnitten im Bund sein? Nachdem ein Landgericht in Köln entschieden hat, dass die Beschneidung von Kindern den Straftatbestand der Körperverletzung erfüllt, haben sich sehr viele Menschen unterschiedlicher Profession dazu geäußert, manche auch nur, um unter dem Deckmantel der Verteidigung säkularen Rechts ihre säkularistische Ideologie zu verbreiten. Als Evangelische Akademie wollen wir versuchen, die aufgeregte Debatte zu versachlichen und Gelegenheit geben zu hören, was Juden, Christen und Muslime über Beschneidung zu sagen haben.

Das Kölner Landgericht (Urteil vom 07. 05. 2012, Az: 151 Ns 169/11) hat entschieden, dass die Beschneidung eines vierjährigen Jungen, die auf Wunsch seiner muslimischen Eltern durch einen Arzt, der selbst praktizierender Moslem ist, ausgeführt wurde, den Straftatbestand der Körperverletzung gemäß §223 StGB erfüllt.

Das hat viele Menschen erregt, Politiker, Juristen, Ärzte, Psychologen und Theologen, Fachleute und Laien, Juden, Christen und Muslime sowie Menschen, die keiner Religionsgemeinschaft angehören. Was eint diejenigen, die sich zu diesem Gerichtsurteil äußern, und was trennt sie? Die Sorge um Religionsfreiheit, um Einhaltung der Grundrechte, Menschenrechte , Kinderrechte und Elternrechte? Gibt es Menschen, die die Gelegenheit nutzen, um unter dem Deckmantel der Verteidigung säkularen Rechts eine aggressive säkularistische Ideologie verbreiten wollen?

Als Evangelische Akademie wollen wir versuchen, die aufgeregte Debatte zu versachlichen. Die Tagung fragt nach der Bedeutung der Beschneidung für Juden, Christen und Muslime und danach, wie es um das Recht von Religionsgemeinschaften in unserem Staat steht. Weil Religion den ganzen Menschen umfasst, hat sie immer politische Implikationen. Es gilt diese- angestoßen durch eine aktuelle Debatte- zu konkretisieren.

Dr. Erika Godel

Studienleiterin für Theologie und interreligiösen Dialog

Evangelische Akademie zu Berlin

Programm

17. 30 Uhr Einlass


18.00 Uhr Begrüßung


18.15 Uhr Beschneidung in der Thora und ihre Bedeutung im Judentum

Prof. h.c. Dr. Edna Brocke, Krefeld


19.00 Uhr Weder Beschneidung noch Vorhaut (Gal 5,6)- Zum Thema Beschneidung im Neuen Testament

Prof. Dr. Rainer Kampling, Berlin, Freie Universität Berlin


19.45 Uhr Die Beschneidung wird zwar im Koran nicht erwähnt, aber sie ist Teil der Sunna

Kadir Sanci, Forum für Interkulturellen Dialog, Berlin


20.30 Uhr Was ist für wen von Wert in der sogenannten „Beschneidungsdebatte“? – Ein Kommentar

Prof. Dr. Notger Slenczka, Humboldt Universität zu Berlin


21.00 Uhr Ende der Veranstaltung

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Leitung

Dr. Erika Godel

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