Hoffnungsträger unkonventionelles Erdgas?

Tagung

Hoffnungsträger unkonventionelles Erdgas?

Zum Übergang in das postfossile Zeitalter

Tagungsnr.
17-1/2012
Von: 21.05.2012 12:30
Bis: 21.05.2012 18:00
Französische Friedrichstadtkirche

Inhalt

Die Internationale Energieagentur hat den Peak der konventionellen Ölförderung für das Jahr 2006 festgestellt. Seitdem wird hektisch nach Alternativen gesucht, um die Versorgung mit fossilen Energieträgern zu verlängern. Aktuell wird unkonventionelles Erdgas als reichlich vorhandene Energiequelle diskutiert. Sind wirklich so große Mengen nutzbar? Wie steht es um die Wirtschaftlichkeit und die ökologischen Auswirkungen? In Frankreich wurde die Nutzung von unkonventionellem Erdgas durch ein Gesetzt eingeschränkt, Polen setzt dagegen auf dessen Förderung. In Deutschland gibt es in verschiedenen Bundesländern heftige Auseinandersetzungen.

Die Internationale Energieagentur hat in ihrem World Energy Outlook (November 2010) den Peak der konventionellen Ölförderung für das Jahr 2006 festgestellt. Auch wenn der Peak Oil noch nicht wirklich in der vollen Tragweite verstanden und in der Öffentlichkeit noch nicht angekommen ist, breitet sich doch das Gefühl aus, dass zumindest die Zeit des billigen Öls vorbei ist. Hektisch wird nach Alternativen gesucht, um die bestehenden fossilen Strukturen zu verlängern, trotz aller Rhetorik zur Dringlichkeit des Klimaschutzes. Dabei wurde in wenigen Jahren unkonventionelles Erdgas der neue Hoffnungsträger. Es erscheint vielen als reichliche Energiequelle wie etwa im Bericht der IEA: “Are we entering a golden age of gas?” Trägt das? Sind wirklich derartig große Mengen verfügbar und zu gewinnen, wie vielfach unterstellt wird? Wie steht es um die Wirtschaftlichkeit und die ökologischen Auswirkungen des Fracking? Darunter wird das Aufbrechen von unterirdischem Gestein verstanden, um das Gas freisetzen und damit gewinnen zu können. In Frankreich wurde ein Gesetz gegen die Erschließung von unkonventionellem Erdgas verabschiedet. Polen setzt dagegen auf dessen Förderung. In Deutschland wurden in den letzten Jahren insbesondere in Nordrhein- Westfalen für große Flächen Lizenzen zur Aufschließung von möglichen Lagerstätten vergeben. Seit 2010 gibt es vor Ort zunehmend heftigere Auseinandersetzungen um konkrete Standorte, insbesondere in Nordrhein-Westfalen, aber auch in Niedersachsen. Zugleich wird sehr kontrovers diskutiert, ob das unkonventionelle Erdgas energiepolitisch, aber auch klimapolitisch, überhaupt ein Hoffnungsträger sein kann und sein sollte. Alle energiepolitisch Interessierten und insbesondere an der konkreten Ausgestaltung des Übergangs in das postfossile Zeitalter Interessierten sind sehr herzlich eingeladen.


Im Anschluss an die Tagung wird sich abends um 19.00 Uhr im bewährten Format der Berliner Zukunftsgespräche des IZT Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung eine Veranstaltung zum Thema „Peak Oil und der Weg in eine postfossile Energiezukunft“ anschließen. Auch dazu hier die herzliche Einladung. Die Abendveranstaltung kann gesondert oder in Kombination mit der voran-

gehenden Tagung besucht werden.


Dr. Michael Hartmann

Evangelische Akademie zu Berlin


Jörn Schwarz

ASPO Deutschland, Neubrandenburg


Prof. Dr. Rolf Kreibich

IZT – Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung, Berlin

Programm

Montag, 21. Mai 2012, 12.30 - 18.00 Uhr


12.30 Uhr Anmeldung und Einlass


13.30 Uhr Begrüßung und Einführung

Dr. Michael Hartmann, Evangelische Akademie zu Berlin


Jörn Schwarz, Vorsitzender ASPO Deutschland, Neubrandenburg


Prof. Dr. Rolf Kreibich, Direktor IZT – Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung, Berlin



14.00 Uhr Peak Oil is Real and is Now

Dr. Jeremy Leggett, Solarcentury, Social Entrepreneur and Author, UK



15.00 Uhr Unkonventionelles Erdgas – ein Game Changer mit Fragezeichen

Konventionelles Erdgas – unkonventionelles Schiefergas, Potenziale und Probleme

Dr. Werner Zittel, Vorstandsmitglied ASPO Deutschland und Ludwig-Bölkow-Systemtechnik (LBST), Ottobrunn



15.45 Uhr Kaffeepause



16.15 Uhr Konträre Sichtweise – (Fach-)Dialog zu Umwelt-und Sicherheitsfragen des Frackings

Dr. Christoph Ewen, Mediator, Informations- und Dialogprozess der Exxon-Mobil über die Sicherheit und Umweltverträglichkeit der Fracking-Technologie für die Erdgasgewinnung, Darmstadt


Zukunftsbilder gasförmiger Brennstoffe

Hoffnungen – Erwartungen – Risiken

Dipl.-Ing. Volker Handke, IZT – Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung, Berlin


Moderation:

Dr. Martin Held, Vorstandsmitglied ASPO Deutschland und Evangelische Akademie Tutzing



18.00 Uhr Ende des ersten Teils der Veranstaltung und Pause




Montag, 21. Mai 2012, 19.00 - 21.00 Uhr


Berliner Zukunftsgespräch


Peak Oil und der Weg in eine postfossile Energiezukunft


18.30 Uhr Eintreffen zum zweiten Teil der Veranstaltung



19.00 Uhr Begrüßung


Prof. Dr. Rolf Kreibich, Wissenschaftlicher Direktor und Geschäftsführer IZT


Dr. Michael Hartmann, Evangelische Akademie zu Berlin


Podiumsdiskussion unter Einbezug des Publikums mit:

Prof. Dr. Claudia Kemfert,

Abteilungsleiterin Energie, Verkehr, Umwelt, DIW Berlin und Professorin für Energieökonomie und Nachhaltigkeit, Hertie School of Governance Berlin


Prof. Dr. Rolf Kreibich, IZT Berlin

Prof. Dr. Harry Lehmann, Leiter Fachbereich Umweltplanung und Nachhaltigkeitsstrategien, Umweltbundesamt, Dessau

Dr. Werner Zittel, Vorstandsmitglied ASPO Deutschland Ludwig-Bölkow-Systemtechnik (LBST), Ottobrunn


Moderation:

Dagmar Dehmer, Der Tagesspiegel



21.00 Uhr Ende der Veranstaltung

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Leitung

Dr. Michael Hartmann

Studienleiter Wirtschaft und Soziales und stellvertretender Akademiedirektor

Telefon (030) 203 55 - 504

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