Wachstum wofür?

Tagung

Wachstum wofür?

Die Kritik des Wachstums und die Theologie

Tagungsnr.
37/2012
Von: 22.10.2012 10:00
Bis: 22.10.2012 17:30
Französische Friedrichstadtkirche

Inhalt

Die Marktwirtschaften der industrialisierten Welt haben mit ihrer Expansion der Marktbeziehungen und der Möglichkeiten der Warenwelt Gegenreaktionen auf den Plan gerufen. Der Wirtschaftshistoriker Karl Polanyi nennt das den „Selbstschutz der Gesellschaft". Menschen wehren sich gegen die Reduzierung ihres Selbst und betonen die moralische Ökonomie der menschlichen Beziehungen und Gemeinschaften. Diese moralische Ökonomie des Christentums hat auf die Anfänge des Kapitalismus einen starken Einfluss gehabt und diesen dann zunehmend verloren. Muss das so sein und welche Antworten geben biblische Zeugnisse und evangelische Traditionen der Lebensführung?


Studientag mit Sozialethikern

Die Angewiesenheit heutiger Gesellschaften auf immer weiteres wirtschaftliches Wachstum ist in die Kritik geraten. Die Gründe hierfür liegen in der Einsicht in die Grenzen der vorhandenen Ressourcen aber auch in der für viele Menschen erfahrbaren Sinnlosigkeit eines Wachstums als Selbstzweck.


Die Marktwirtschaften der industrialisierten Welt haben mit ihrer Expansion der Marktbeziehungen und den Versprechungen der Warenwelt Gegenreaktionen auf den Plan gerufen. Menschen wehren sich gegen die Reduzierung ihres Selbst und der Dominanz des Wettbewerbs und betonen demgegenüber die moralische Ökonomie der menschlichen Beziehungen und Gemeinschaften. Diese moralische Ökonomie des Christentums hat aber auf die Anfänge des Kapitalismus durchaus einen starken Einfluss gehabt.


Gefragt wird heute nach erweiterten oder alternativen Indikatoren eines sinnvollen Wachstums - mithin nach Zielen, die eine Gesellschaft erreichen will. Kandidaten dafür gibt es viele; so wird z.B. die Maximierung des Glücks gehandelt. Erstaunlicherweise hält sich die christliche Theologie in dieser Debatte bisher weitgehend zurück, obwohl sie doch über Sinn und Zweck des menschlichen Lebens viel zu sagen beansprucht. Was trägt der christliche Glaube zur Zielorientierung gesellschaftlichen, insbesondere wirtschaftlichen Lebens, bei? Welche Indikatoren des Wachstums favorisiert die Theologie?


Dazu laden wir Sie herzlich ein!


Dr. Michael Hartmann

Evangelische Akademie zu Berlin


Prof. Dr. Gerhard Wegner

Sozialwissenschaftliches Institut der EKD





In Zusammenarbeit mit dem Sozialwissenschaftlichen Institut der EKD

Gefördert durch die Bundeszentrale für politische Bildung



Programm

Montag, den 22.Oktober 2012


ab 9.00 Uhr Ankunft und Anmeldung


10.00 Uhr Begrüßung und Einführung

Dr. Michael Hartmann, Evangelische Akademie zu Berlin


10.15 Uhr Die Problematik des Wachstums und die Debatte um Indikatoren

Eine Einführung: Prof. Dr. Gerhard Wegner,

Sozialwissenschaftliches Institut der EKD, Hannover


11.00 Uhr "Empathie und Kooperation. Handlungsmodell und Verhaltensannahmen in der Ökonomik: von der klassischen über die neoklassische zur verhaltenswissenschaftlich fundierten Ökonomik."

Prof. Dr. Dr. Christian Kirchner LL.M.,

Wittenberg-Zentrum für Globale Ethik Hauptstadtbüro, Berlin


12.00 Uhr Aussprache


12.30 Uhr Mittagspause


13.30 Uhr Wachstum oder Glück

Maßstäbe des Lebens – Ziele der Gesellschaft?

Prof. Dr. Jan Delhey, Jacobs University Bremen

Prof. Dr. Gerhard Wegner, Hannover


Diskussion


15.00 Uhr Kaffeepause


15.30 Uhr Die Unplanbarkeit des Notwendigen. Möglichkeiten einer nachhaltigen

gesellschaftlichen Entwicklung in theologischer Sicht

Prof. Dr. Dr. Günter Thomas, Ruhr-Universität Bochum, Bochum


16.15 Uhr Das gute Leben

Prof. Dr. Rolf Schieder, Humboldt-Universität zu Berlin


17.00 Uhr Podium mit den Referenten


17.30 Uhr Ende der Veranstaltung


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Leitung

Dr. Michael Hartmann

Studienleiter Wirtschaft und Soziales

Telefon (030) 203 55 - 504

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