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Zuwanderer, Emigrantinnen, Gastarbeiter

 
 

Tagung

Zuwanderer, Emigrantinnen, Gastarbeiter

Migrationspolitik in Deutschland und Russland

Tagungsnummer
41/2013
15. November 2013
10:00 - 19:00 Uhr
Inhalt:

Leitung

Dr. Claudia Schäfer

 

Organisation

Silke Ewe

 
(030) 203 55 - 508

Die produktive Bewältigung von Migrationsströmen ist für jede Gesellschaft und jeden Staat seit jeher eine der zentralen Herausforderungen. Dies gilt sowohl hinsichtlich fortlaufender Modernisierungsaufgaben in Wirtschaft, Arbeitsmarkt, sozialen Sicherungssystemen, Bildung und weiteren Politikfeldern, als auch hinsichtlich der demografischen Entwicklung, der Integrationskraft und der interkulturellen Bindungs- und Toleranzfähigkeit. Die Globalisierung und die damit verbundene steigende Mobilität der Menschen haben diese Aufgaben noch einmal verstärkt. In Deutschland und Russland gehören die verschiedenen Aspekte der Migration, insbesondere beschäftigungs- und sicherheitspolitische, menschenrechtliche und ethische, derzeit zu den am stärksten erörterten Themen. Die 18. Deutsch-Russischen Herbstgespräche widmen sich daher den Herausforderungen in der Migrationspolitik Russlands und Deutschlands in einem europäischen Kontext.

In den vergangenen Jahren wuchs der Einwanderungsdruck auf beide Länder überproportional – gespeist aus jeweils anderen Regionen und beruhend auf teilweise verschiedenen Gründen. Russland erlebt eine millionenstarke, überwiegend illegale Zuwanderung billiger, oft schlecht ausgebildeter Arbeitskräfte aus den zentralasiatischen Republiken, aber auch aus sämtlichen postsowjetischen Ländern, in deren Mitte Russland erneut zu einem ökonomischen Kraftfeld mit großer Attraktivität geworden ist.

In Deutschland wirkt sich einerseits die Wirtschafts- und Finanzkrise in den südlichen Ländern der EU aus. Andererseits ist die Bundesrepublik Zielpunkt zehntausender Flüchtlinge aus Bürgerkriegsregionen, aber auch aus Armutsgebieten weltweit – dem Irak, Afghanistan, Syrien, und nicht zuletzt der russischen Kaukasusrepublik Tschetschenien, aus der allein 2013 bereits etwa 10.000 Menschen meist über Polen ins Land kamen.

Die Erfahrung Deutschlands aus den wiederholten Zuwanderungswellen seit den 50er Jahren kann wichtige Thesen und Hinweise für denkbare Entwicklungsszenarien in Russland liefern, die im Rahmen der Deutsch-Russischen Herbstgespräche ausgeleuchtet werden.

Beide Länder ringen in einem übergreifenden internationalen Wettbewerb mit einem spürbaren Verlust an intellektueller Kapazität durch Brain Drain – die Abwanderung hochqualifizierter Fachkräfte, die auf der Suche nach Maximierung ihrer Chancen sowie beruflicher und persönlicher Selbstverwirklichung den Weg in andere Länder wählen. Ziel ist, diese und weitere Fragen der Migrationspolitik zu behandeln. Alle Interessierten sind dazu herzlich eingeladen.


Claudia Schäfer

Evangelische Akademie zu Berlin


Stefan Melle

Deutsch-Russischer Austausch


Mit Unterstützung der Heinrich-Böll-Stiftung

Programm:

9.00 Uhr Anmeldung


10.00 Uhr Begrüßung und Einleitung

Claudia Schäfer, Evangelische Akademie zu Berlin

Stefan Melle, Deutsch-Russischer Austausch, Berlin


10.30 Uhr Herausforderung Migration:

Eine Bestandsaufnahme zu aktuellen Entwicklungen in Russland und Deutschland

Michael Maier-Borst, stellv. Referatsleiter Recht im Arbeitsstab der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration

Vyacheslav Postavnin, Präsident der Stiftung „Migration 21. Jahrhundert“, Moskau

Svetlana Gannuschkina, Flüchtlingshilfsorganisation „Zivile Unterstützung“, Netzwerk juristischer Beratungsstellen für Flüchtlinge und Vertriebene, Moskau

Dr. Holger Kolb, Leiter der Stabsstelle Jahresgutachten im Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration, Berlin

Moderation: Walter Kaufmann, Heinrich Böll Stiftung, Berlin


12.30 Uhr Mittagsimbiss


13.30 Uhr Erfahrung mit Integration: Einwanderung und interkulturelle Verständigung nach 1950 in Deutschland und Russland

Madzhumder Muhammad Amin, Präsident der Föderation der Migranten in Russland, Moskau

Kenan Kolat, Bundesvorsitzender der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Berlin

Olga Potjemkina, Europa-Institut der Russischen Akademie der Wissenschaften, Moskau

Dr. Rainer Ohliger, Historiker, Gründungsvorstand des Netzwerks Migration in Europa e.V., Berlin

Moderation: Daniel Bax, Redakteur für Migration und Integration, TAZ, Berlin


15.00 Uhr Kaffeepause


15.30 Uhr Arbeitsforen in der Kirche und im Haus der EKD


Forum A: Interreligiöse und interkulturelle Aspekte der Zuwanderung

Helge Klassohn, Kirchenpräsident i.R., Beauftragter für Fragen der Spätaussiedler und der Heimatvertriebenen in der Evangelischen Kirche in Deutschland

Andrej Jakimov, Antidiskriminierungszentrum „Memorial“, St. Petersburg

Moderation: Daniel Bax


Forum B: Herausforderungen der Arbeitsmigration

Vyacheslav Postavnin, Präsident der Stiftung „Migration 21. Jahrhundert“, Moskau

Dr. Holger Kolb, Leiter der Stabsstelle Jahresgutachten im Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration, Berlin

Moderation: Mischa Gabowitsch, Soziologe und Zeithistoriker, Einstein Forum, Potsdam


Forum C: Tschetschenen in Deutschland

Bernward Ostrop, Rechtsanwalt für Aufenthaltsrecht, Berlin

Amerkhan Varaev, Vertreter der russischen Teilrepublik Tschetschenien in Deutschland, Berlin

Svetlana Gannuschkina

Moderation: Barbara Lehmann, Journalistin und Autorin, Berlin


17.00 Uhr Rückkehr in die Französische Friedrichstadtkirche


17.15 Uhr Aufgabe der Bevölkerungspolitik: Bedarf, Legitimität und Handlungsmöglichkeiten für staatliche und nichtstaatliche Unterstützung von Migrations- und Integrationsprozessen

Prof. Barbara John, Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband, Berlin

Dr. Cornelia Schu, Stiftung Mercator, Essen

Madzhumder Muhammad Amin

Olga Potjemkina

Moderation: Stefan Melle


18.45 Uhr Schlusswort und Verabschiedung


19.00 Uhr Ende der Veranstaltung


Änderungen vorbehalten!

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