Reformation und Islam

Tagung

Reformation und Islam

Im Spiegel der anderen

Tagungsnr.
43/2017
Von: 25.09.2017 14:30
Bis: 26.09.2017 17:30
Berliner Dom

© Foto: Aisylu/Fotolia, Wikipedia

Inhalt

Bilder vom Islam und von Muslimen sind seit der Reformationszeit Teil der evangelischen Tradition, oft in Abgrenzung und Polemik, manchmal in Anlehnung und Faszination. Und auch in der islamischen Tradition sind von Anfang an Bilder vom Christentum und von Christen präsent. Die religiösen Deutungen sind aber damals wie heute von der politischen Lage beeinflusst: Im 16. Jahrhundert standen die Türkenkriege im Hintergrund der Wahrnehmung voneinander, heute wirken sich der politisch radikalisierte Islamismus und Bilder vom konsumorientierten und kriegerisch-kolonialistischen Westen aus. Die Tagung will die politischen Färbungen religiöser Fremdbilder sichtbar machen und realistischere Bilder vom jeweils anderen stärken. Dafür kommen islamische und evangelische Positionen in Dialog miteinander, inspiriert vom EKD-Papier „Reformation und Islam“.
In öffentlichen Debatten über „die Muslime" werden religiöse und politische Aspekte häufig miteinander vermischt. Die Frage „Gehört der Islam zu Deutschland?" bringt es auf den Punkt: Fremdheit und Andersheit werden anhand der religiösen Zugehörigkeit identifiziert und konstruiert. „Islamisch" oder „muslimisch" dienen als Kurzformeln, um ein Bündel an Assoziationen von Fremdheit, aber auch von Bedrohung hervorzurufen. Im Hintergrund steht dabei der Horizont politischer Konfliktkonstellationen im Nahen Osten und Nordafrika, aber auch der Gedanke an Terroranschläge. Politische und religiöse Aspekte miteinander zu vermischen, ist aber gerade in christlichen Fremdbildern vom Islam nicht neu, sondern hat Vorläufer bis in die Reformationszeit zurück. Die religiösen Deutungen sind damals wie heute von der politischen Lage beeinflusst: Im 16. Jahrhundert standen die Türkenkriege im Hintergrund der Wahrnehmung voneinander, heute wirken sich der politisch radikalisierte Islamismus und Bilder vom konsumorientierten und kriegerisch-kolonialistischen Westen aus.
Unsere Tagung begreift Fremdbilder als eine wechselseitige Angelegenheit: Beide Seiten konstruieren Fremdbilder vom jeweils anderen, von „den Muslimen" bzw. von „den Christen" oder „der Mehrheitsgesellschaft". Die Tagung will die politischen Färbungen religiöser Fremdbilder sichtbar machen und realistischere Bilder vom jeweils anderen stärken. Dafür kommen islamische und evangelische Positionen in Dialog miteinander, inspiriert vom EKD-Papier „Reformation und Islam".

PD Dr. Eva Harasta, Evangelische Akademie zu Berlin
Dr. Andreas Goetze, Landeskirchlicher Pfarrer für den interreligiösen Dialog, Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO)

Programm

Ab
13.30 Uhr Anmeldung

14.30 Uhr Begrüßung und Einführung

Die Verknüpfung religiöser und politischer Motive in der Tradition

14.45 Uhr Bilder des Islam in der reformatorischen Tradition
Prof. Dr. Andreas Feldtkeller, Inhaber des Lehrstuhls für Religionswissenschaft und Interkulturelle Theologie, Humboldt Universität zu Berlin

16.00 Uhr Pause

16.30 Uhr Bilder des Christentums in der islamischen Tradition
Dr. Abdel-Hakim Ourghi, Leiter der Abteilung Islamische Theologie und Religionspädagogik, Pädagogische Hochschule Freiburg/Breisgau

17.45 Uhr Tagesende
Dienstag, 26. September 2017
Die Verknüpfung religiöser und politischer Motive heute

9.45 Uhr Begrüßung und Einführung in den zweiten Tag

10.00 Uhr Einstellungen gegenüber Muslimen unter Christen und Christinnen in Deutschland
Dr. Andreas Goetze

11.15 Uhr Pause

11.30 Uhr Einstellungen gegenüber Christen unter Muslimen und Musliminnen in Deutschland – Verknüpfung religiöser und politischer Motive
Yasemin El-Menouar, Project Manager für das Programm „Lebendige Werte", Bertelsmann Stiftung, Gütersloh

12.45 Uhr Mittagspause

Fremdbilder überwinden – interreligiöse und interkulturelle Zugänge

14.00 Uhr Reformation und Islam: Berührungspunkte
Dr. Christiane Paulus, Lehrbeauftragte an der Sektion für Islamische Studien in Deutsch, Fakultät für Sprachen und Übersetzung, al Azhar Universität Kairo

15.30 Uhr Pause

16.00 Uhr Christlich-muslimische Beziehungen im Kontext gesellschaftlicher Verunsicherung angesichts des Islam

Einstiegsimpuls
Dr. Eckhard Zemmrich, Theologische Fakultät, Humboldt-Universität zu Berlin

Podiumsgespräch
Dr. Abdel-Hakim Ourghi, Pädagogische Hochschule Freiburg/Breisgau

Yasemin El-Menouar, Project Manager für das Programm „Lebendige Werte", Bertelsmann Stiftung, Gütersloh

Ron Weber, Violence Prevention Network e.V., Berlin-Moabit

Pfr. Dr. Andreas Goetze

Moderation: Eva Harasta

17.30 Uhr Ende der Veranstaltung

Änderungen des Programms vorbehalten!

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Leitung

Kooperation/Förderung

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