Teilen Unternehmen und Gesellschaft die gleichen Werte?

Geschlossene Fachtagung

Teilen Unternehmen und Gesellschaft die gleichen Werte?

Maßstäbe der Gemeinwohlorientierung

XVI. Berliner Forum für Ethik in Wirtschaft und Politik

Tagungsnr.
01/2018
Von: 25.01.2018 10:30
Bis: 26.01.2018 12:30
Kath. Akademie in Berlin

Inhalt

Artikel 151 der Verfassung des Freistaates Bayern beschreibt die Rolle der Wirtschaft so: Die gesamte wirtschaftliche Tätigkeit dient dem Gemeinwohl, insbesonders der Gewährleistung eines menschenwürdigen Daseins für alle und der allmählichen Erhöhung der Lebenshaltung aller Volksschichten. Die Wirklichkeit von Unternehmen zeigt ein anderes Bild: Die Verpflichtungen gegenüber den Anteilseignern und das Streben nach Expansion und Macht dominieren unternehmerisches Handeln. Oft wider alle ökonomische Vernunft. Mitarbeitende, Zulieferbetriebe, Klima und Umwelt haben das Nachsehen. Ein nicht mehr ganz neuer Ansatz, das wirtschaftliche Entscheiden mit den demokratischen Grundwerten sowie den sozialen und ökologischen Zielen der Gesellschaft zu vereinbaren, ist das Konzept der Gemeinwohlökonomie. Ihr Kern ist die Idee, dass der monetäre Gewinn nicht länger der Zweck des unternehmerischen Handelns sein soll, sondern lediglich ein Mittel, um den eigentlichen Zweck zu erreichen: einen größtmöglichen Beitrag zum Gemeinwohl zu leisten. Ist das mit der der Logik der Märkte vereinbar? Auf der Tagung sollen Unternehmen vorgestellt werden, die mit dieser Strategie am Markt erfolgreich sind. XVI. BERLINER FORUM FÜR ETHIK IN WIRTSCHAFT UND POLITIK
Der Artikel 151 der Verfassung des Freistaates Bayern beschreibt die Rolle der Wirtschaft so: „Die gesamte wirtschaftliche Tätigkeit dient dem Gemeinwohl, insbesondere der Gewährleistung eines menschenwürdigen Daseins für alle und der allmählichen Erhöhung der Lebenshaltung
aller Volksschichten.“ Wie würde diese klare Vorgabe, die von den Nöten in Nachkriegsdeutschland geprägt war, heute zu formulieren sein?
Aktuelle Fälle aus der Welt großer Unternehmen zeigen: Man kann über dem Streben nach Macht und Marktführerschaft viel verlieren: Zu Schaden kommen nicht nur Umwelt, Geschäftspartner, Zulieferer, Rechts- und Regeltreue – und damit das Gemeinwohl. Auch kann man darüber notwendige Anpassungen und Innovationen verschlafen. Denn Gemeinwohlorientierung bedeutet auch, die Antennen für soziale Kreativität und Innovationen ausgefahren zu haben und an der Entwicklung neuer Märkte zu partizipieren. Stephan A. Jansen nannte das einmal den „hybriden Kapitalismus“.
Lässt der Wettbewerb globaler Märkte, der ja auch ein Wettbewerb unterschiedlicher Regulierungsmodelle und Rollen des Staates ist, eine Gemeinwohlorientierung von Unternehmen zu? Kann sie Teil des Geschäftsmodells werden und Innovationskraft und Marktanpassung der eigenen Leistungen und Produkte sogar befördern? Können und sollen Unternehmen durch ihre Gemeinwohlorientierung zu einem nachhaltigen Wandel der Gesellschaft beitragen?
Auf der Tagung wollen wir das diskutieren und die Bedingungen praktischer Gemeinwohlstrategien für Unternehmen betrachten.

Dr. Michael Hartmann, Evangelische Akademie zu Berlin
Prof. Dr. Ludger Heidbrink, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Dr. Maria-Luise Schneider, Katholische Akademie in Berlin e. V.

XVI. BERLINER FORUM FÜR ETHIK IN WIRTSCHAFT UND POLITIK

Programm

Donnerstag, den 25. Januar 2018

10.30 Uhr Anmeldung und Stehkaffee

11.00 Uhr Begrüßung und Einführung
Prof. Dr. Ludger Heidbrink
anschließend Vorstellungsrunde

11.30 Uhr Die Bestimmung des Gemeinwohls – der „Pudding an der Wand“?
Prof. Dr. Karsten Fischer, Lehrstuhl für Politische Theorie, Ludwig-Maximilians-Universität München

13.00 Uhr Mittagessen

14.30 Uhr Shared Value, Gemeinwohlökonomie, CSR ...
Zur Abgrenzung der Konzepte und Strategien für mehr Gemeinwohlorientierung
Prof. Dr. Josef Wieland, Leadership Excellence Institute Zeppelin | LEIZ, Friedrichshafen

16.00 Uhr Pause

16.30 Uhr Wie buchstabiert ein Gründer Gemeinwohlorientierung für Unternehmen?
Gregor May, Premium-Cola, Berlin

18.00 Uhr Pause

19.00 Uhr Dinner
Restaurant Refugium auf dem Gendarmenmarkt

Freitag, den 26. Januar 2018

8.30 Uhr Andacht in der Akademiekirche St.Thomas von Aquin
Pater Dr. Hermann Breulmann SJ

9.00 Uhr Unternehmensgewinn und Nachhaltigkeit – Strategien zum Umgang mit divergierenden Interessen
Ralf Fücks, Think-Tank „Zentrum für die liberale Moderne“, Berlin

10.30 Uhr Pause

11.00 Uhr Der Staat als Garant des Gemeinwohls? Herausforderungen der Bankenregulierung
Dr. Levin Holle, Abteilungsleiter für Finanzmarktpolitik, Bundesministerium der Finanzen, Berlin

12.30 Uhr Mittagessen, Ende der Veranstaltung

Änderungen des Programms vorbehalten!

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Leitung

Dr. Michael Hartmann

Studienleiter Wirtschaft und Soziales und stellvertretender Akademiedirektor

Telefon (030) 203 55 - 504

Kooperation/Förderung

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