Gerechter Frieden und koloniales Erbe

Fachtagung

Gerechter Frieden und koloniales Erbe

Aufarbeitung als Leerstelle christlicher Friedensarbeit

Tagungsnr.
22057
Von: 01.02.2022 15:00
Bis: 01.02.2022 21:15
Online

Inhalt

Das Wissen um die eigene Verstrickung in eine Geschichte kolonialer und rassistischer Strukturen, die bis heute wirksam sind, gehört zu den Grundvoraussetzungen christlicher Friedensarbeit. Der Studientag soll unterschiedliche Erfahrungen und Erwartungen miteinander teilen, Leerstellen aufdecken und kritisch reflektieren und so für eine „post-koloniale“ Friedenspraxis sensibilisieren.
Kirche des gerechten Friedens sein: Zu den Grundvoraussetzungen christlicher Friedensarbeit gehört das Wissen um die bis in die Gegenwart reichenden Konflikte der Verletzungen der Vergangenheit. Angesichts einer immer komplexer werdenden Welt, in der unterschiedliche Konfliktlagen miteinander verknüpft sind, stehen auch kirchliche Partnerschafts- und Friedensarbeit vor besonderen Herausforderungen.

Im Bewusstsein, dass die Folgen kolonialer und rassistischer Strukturen bis heute wirksam sind, stellen sich darum für die christliche Friedensethik und Friedensarbeit Fragen mit besonderer Dringlichkeit: Sind sie womöglich (immer noch oder immer wieder) die Fortsetzung missionarisch-kolonialer Dominanz unter anderen Vorzeichen? Oder sind sie geprägt von geschichts- und damit auch schuld-bewusster, kontext-sensibler Solidarität?

Obwohl die Sensibilität für verdeckten Neokolonialismus gewachsen ist, bleibt stets neu zu hinterfragen: Sind diejenigen, die mit den Folgen von Kolonialismus und Rassismus leben müssen, gleichberechtigte Akteur*innen bei der Aufarbeitung der Vergangenheit und in den gemeinsamen Projekten der Friedens- und Partnerschaftsarbeit? Hat ihre Perspektive einen festen Platz in der Konzeption des gerechten Friedens?

Der Studientag soll unterschiedliche Erfahrungen und Erwartungen miteinander teilen, Leerstellen aufdecken und kritisch reflektieren und so für eine ‚post-koloniale‘ Friedenspraxis sensibilisieren.

Der Studientag findet in Kooperation der Konferenz für Friedensarbeit im Raum der EKD, der Evangelischen Akademie zu Berlin und der Deutschen Kommission Justitia et Pax statt.

Die Anmeldung wird ausschließlich per Mail erbeten unter: office@evangelische Friedensarbeit.de


Programm

Angesichts der bestehenden Beeinträchtigungen durch die Corona-Pandemie wird die Veranstaltung online als Videokonferenz und verkürzt auf einen Tag durchgeführt.

Dienstag, 1. Februar 2022

ab 14.45 Uhr Einloggen

15.00 Uhr Begrüßung und Einführung
Uwe Trittmann, Evangelische Akademie zu Berlin
N.N., neue*r Friedensbeauftragte*r des Rates der EKD

15.20 Uhr Kirche des gerechten Friedens werden – im Schatten von Kolonialismus und Rassismus
Moderiertes Gespräch 1 und Rückfragen
Dr. Diyah Ayu Krismawati, Leiterin der Abteilung Asien der Vereinten Evangelischen Mission (VEM), Wuppertal
Dr. Jörg Lüer, Geschäftsführer der Deutschen Kommission Justitia et Pax, Berlin
Moderation:
Dr. Marie Anne Subklew und Dr. Markus Patenge

16.10 Uhr Breakout Sessions: Meine Zugänge und Erwartungen an das Thema…

16.25 Uhr Pause

16.40 Uhr Moderiertes Gespräch 2 und Rückfragen
Mary Ajith, Catholic Radio Network South Sudan
Prof. Dr. Fernando Enns, Arbeitsstelle Theologie der Friedenskirchen an der Universität Hamburg / Vrije Universiteit Amsterdam

17.30 Uhr Pause

17.45 Uhr Podium mit allen Beteiligten und Diskussion

18.30 Uhr Pause

19.30 Uhr Podiumsdiskussion: Friedenspolitik – (post-)koloniale Dominanz oder kontext-sensible Solidarität?
Karin Kortmann, Leiterin der GIZ-Repräsentanz Berlin, Vorsitzende der Justitia et Pax-Arbeitsgruppe zur Aufarbeitung des kolonialen Erbes, Berlin
Dr. Volker Jacoby, Gründungsdirektor des Europäischen Kompetenzzentrums für Ziviles Krisenmanagement, Berlin
Dr. Boniface Mabanza Bambu, Koordinator der Kirchlichen Arbeitsstelle Südliches Afrika (KASA), Heidelberg
Dr. Pierrette Herzberger-Fofana, MdEP Bündnis 90/Die Grünen, erste stellvertretende Vorsitzende des Entwicklungsausschusses (DEVE), stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten (AFET), Ko-Präsidentin der Anti-Racism and Diversity Intergroup des Europäischen Parlaments (ARDI), Brüssel
Moderation: Dr. Martina Fischer, Brot für die Welt, Berlin

21.15 Uhr Abendsegen und Ende

Die Veranstaltung wird finanziert durch die Evangelische Friedensarbeit. Sie ist auch Teil des gemeinsamen Diskursprojektes „Ohne nachhaltige Entwicklung kein Frieden“ der Evangelischen Akademien in Deutschland e.V. (EAD), gefördert mit Mitteln der Theologisch-Ethischen Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Seelsorge in der Bundeswehr.

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Leitung

Uwe Trittmann

Studienleiter für Friedensethik, Außen- und Sicherheitspolitik

Kooperation/Förderung

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