Die sogenannte Anastasia-Bewegung propagiert Naturschutz, Selbstversorgung und ökologisches Denken als Handlungsmaximen und versucht in diesem Zusammenhang, Familienlandsitze aufzubauen. Seit mehr als zehn Jahre gibt es mit dem „Goldenen Grabow“ einen solchen Hof auch in Brandenburg. Was steckt hinter dieser Bewegung, die sich auf die Buchreihe „Anastasia. Die klingenden Zedern Russlands“ zurückführt und in Russland zu den „neuen religiösen Bewegungen“ gezählt wird?
Mit Matthias Pöhlmann beleuchten wir in unserer Reihe Extreme Zeiten! diese Bewegung: Woher rührt die starke thematische Vernetzung in den Bereich der Neuen Rechten? Welche Rolle spielt neuheidnisches Denken für die Bewegung? Handelt es sich dabei um Ökoesoterik, neuheidnische Adaption oder eine demokratiefeindliche Verschwörung?
Unser Referent: Kirchenrat PD Dr. theol. habil. Matthias Pöhlmann ist Beauftragter für Sekten- und Weltanschauungsfragen der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Von 1999 bis 2011 war er Leiter des Referats Esoterik bei der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen in Berlin. Seit 2024 ist er Privatdozent für Religionswissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Zu seinen Forschungsinteressen gehören Neue religiöse Bewegungen, Neuoffenbarungen, Verschwörungstheorien und rechte Esoterik. Zuletzt erschien 2025 sein Buch Freimaurerei, Neuoffenbarungen und die moderne Esoterik. Religiös-weltanschauliche Gegenwartskulturen (OpenAccess-Ausgabe).
Extreme Zeiten! ist eine Reihe des interreligiösen Netzwerks Grenzgänge. Neben der Evangelischen Akademie zu Berlin gehören dazu die Alhambra Gesellschaft e.V., der Evangelische Kirchenkreis Tempelhof-Schöneberg, das Berliner Missionswerk sowie die Apostel-Paulus-Kirchengemeinde Schöneberg.