Gerade in Zeiten multipler Krisen und Unsicherheiten stellt sich für viele Menschen die Frage nach Sinn und letztem Halt. Lange wurde Religion in der Psychotherapie als positive Ressource abgetan. Heute berücksichtigt die Forschung Religion und Spiritualität vermehrt und erkennt sie als Resilienzfaktoren an. Dabei ist Religion keinesfalls per se förderlich für die psychische Gesundheit: Spiritueller Machtmissbrauch, Manipulation oder eine lebensfeindliche Ethik religiöser und spiritueller Gruppen können gegenteilige Wirkung entfachen.
Was sind heilsame, was krankmachenden Formen des Glaubens? Und wie hängen diese mit Formen neuer Religiosität zusammen? Das beleuchten wir an diesem Abend der Reihe Extreme Zeiten! mit dem Religionspsychologen Michael Utsch von der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen.
Extreme Zeiten! ist eine Reihe des interreligiösen Netzwerks Grenzgänge. Neben der Evangelischen Akademie zu Berlin gehören ihm die Alhambra Gesellschaft e.V., der Evangelische Kirchenkreis Tempelhof-Schöneberg, das Berliner Missionswerk sowie die Apostel-Paulus-Kirchengemeinde Schöneberg an.