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Exkursion 3 nach Werder / Havel

 
 

Exkursion

Exkursion 3 nach Werder / Havel

Tagungsnummer
2006Exk3
01. Juli 2006
09:00 - 19:00 Uhr
Inhalt:

Leitung

Dr. Rüdiger Sachau

 

Organisation

Hannah Kickel-Andrae

 
(030) 203 55 - 506

Anfang des 14. Jahrhunderts kam Werder an das Kloster Lehnin, das den Weinanbau an den Hängen des Havelufers kultivierte. Seit Mitte des 15. Jahrhunderts werden in Werder Jahr-Märkte abgehalten. Nach der Reformation erhielt Werder im Jahr 1542 Stadtrechte.

Werder ist aus einer slawischen Rundsiedlung hervorgegangen. Noch heute ist dieser Siedlungskern durch enge verwinkelte Gassen geprägt. Der in der Mitte der Insel gelegene mittelalterliche Kern der Stadt manifestiert sich dagegen durch einen großen rechteckigen Marktplatz. Das wirtschaftliche Leben der kleinen Stadt war im Mittelalter durch die Havelschifferei, den Fischfang, Handwerk und das Brauwesen gekennzeichnet. Der Verkehr zwischen Brandenburg und Potsdam führte über eine Allee vom Festland über die Inselbrücke bis zur Havelfähre. Die Größe der Stadt war jedoch stets bescheiden; um 1800 wurden erst 250 Feuerstellen gezählt.

Während im 18. Jahrhundert noch intensiv Weinanbau und Weinbrennerei betrieben wurden, wandte sich die Landwirtschaft in der 1.Hälfte des 19. Jahrhunderts dem Obstanbau zu. Obst und Gemüse wurden per Schiff auf die Berliner Märkte transportiert. Als zu Anfang des 19. Jahrhunderts die Straßenverbindung Potsdam-Brandenburg über eine havelaufwärts gelegene Brücke geführt wurde, verlor die Inselstadt ihre Bedeutung für den Verkehr. Auf dem Festland boten inzwischen mehrere Ziegeleien Lohn und Brot.

In der Gründerzeit erlangte die Inselvorstadt - repräsentiert durch reiche Wohn- und Geschäftshäuser und eine große Schule - die Funktion eines zweiten Zentrums. Das gesellschaftliche Leben – symbolisiert durch die beiden Kirchen, das alte Rathaus, das Schützenhaus und den Ruder-Klub - blieb jedoch auf der Insel.

Die 1846 eröffnete Bahnlinie förderte den wirtschaftlichen Aufschwung - und die Abhängigkeit von Berlin. 1879 fand das erste Baumblütenfest statt. Bald wurde der Bahnhof Endstation der Berliner Vorortzüge. 1896 wurde die Bismarckhöhe als erstes Höhenrestaurant eröffnet. Der Tourismus - Segen und Fluch - ergriff Besitz von der Stadt. Eine nach dem 1. Weltkrieg in der Vorstadt errichtete Mietwohnungssiedlung und die nach dem 2.Weltkrieg nahe der Bismarckhöhe entstandenen Wohnblöcke korrespondieren mit dem Funktionsverlust der Inselstadt als Wohnort.

Nach der Wende verlor die Inselstadt alle wichtigen Gewerbestandorte: Eine Großbäckerei, eine Obstsaftfabrik, der Umschlagplatz der ehemaligen Obstbaugenossenschaft, das Gaswerk und das Omnibusdepot mussten schließen. Seit 1993 ist die Inselstadt und der zentrale Teil der Inselvorstadt Sanierungsgebiet. Die Inselstadt ist zudem Denkmalbereich. Wohngebäude und Straßen waren und sind zu sanieren, Gewerbekomplexe waren abzureißen oder warten auf neue Nutzungen. Während bis heute ein Teil des angestammten Bürgertums, darunter einzelne Fischer und Obstbauern, auf der Insel wohnt, belebt sich die wieder zunehmend attraktive Altstadt in besonderem Maße durch Zuzüge aus Berlin – und auch der Tourismus interessiert sich zunehmend für die Insel.


Dr. Rüdiger Sachau

Ev. Akademie zu Berlin



Hans Tödtmann

Arbeitskreis Stadtpolitik

Programm:

10.00 Uhr ab Werder Bahnhof mit Bus 631 zur Bismarckhöhe


Stadtrundgang, Teil I durch die nördliche Inselvorstadt

mit Frau Jutta Enke, Stadtführerin und Hans Tödtmann, Sanierungsträger


12.30 Uhr Mittagessen in der Fischgaststätte Arielle

14.00 Uhr Stadtrundgang, Teil II im historischen Stadtkern

16.30 Uhr Ende der Führung


16.51 Uhr Rückfahrt

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