„Nimm Rassismus persönlich“

„Nimm Rassismus persönlich“

Auf dem Weg zu einer Kirche ohne Rassismus

© EAzB / Karin Baumann

Eine Plakatkampagne gegen Rassismus nimmt Akademiedirektorin Friederike Krippner in ihrer aktuellen Kolumne in der Wochenzeitung „Die Kirche“ zum Anlass, über den Weg zu einer Kirche ohne Rassismus zu reflektieren, auf den sich die Synode der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz begeben hat.

„Dein bestes Mittel, etwas gegen Rassismus zu tun, bist Du selbst.“ So empfängt mich derzeit die U-Bahnhaltestelle „Unter den Linden“. Kleiner gedruckt steht da auch, was das idealerweise bedeuten sollte: sich über Rassismus in unserer Gesellschaft informieren, als weißer Mensch die eigenen Privilegien ­reflektieren, Vorurteile hinter­fragen und sich unbedingt einmischen, wenn Menschen rassistisch begegnet wird.

Das großformatige Plakat ist Teil einer Kampagne von Amnesty International, die gerade unter dem klugen Titel „Nimm Rassismus persönlich“ läuft. Sie hat mich sofort angesprochen. Nicht zuletzt, weil sie sehr gut zu dem Weg hin zu einer „Kirche ohne Rassismus“ passt, den wir in der Synode gemeinsam seit einem knappen Jahr bestreiten. Das Wegstück, das wir in der hierfür eingesetzten Steuerungsgruppe und in den Ausschüssen bisher beschritten haben, ist mit vielen schönen Höhen und einigen kleineren Tiefen versehen gewesen. Auch im Ausschuss „Ökumene, Mission, Dialog“ beschäftigt uns das Thema intensiv.

Zu den zentralen Erkenntnissen gehört: Jede und jeder von uns muss Rassismus persönlich nehmen. So einfach das klingt, so schwer fühlt sich das manchmal an: Wollen wir nicht, von Gott getragen, in aller Regel Gutes? Warum soll ich Teil eines Rassismus-Problems sein? Abwehrreaktionen sind mehr als verständlich. Aber Rassismus ist ein historisch lange gewachsenes, (auch) strukturelles Problem, dem wir uns nicht einfach entziehen können, sondern stellen müssen.

Hilfreich mag sein, ein ­positives Gegenbild zu entwerfen, auf das wir hinarbeiten können: Wie sähe sie denn aus, eine rundum inklusive Kirche, die Differenz aushält und einladend ist, ohne vereinnahmend zu sein? Wie gehen wir heute mit einer Kirchengeschichte um, in der offen gelebter Rassismus immer wieder eine große Rolle gespielt hat? Welche neuen Paradigmen müssen wir in unsere internationale Arbeit aufnehmen? Was könnten wir in der Berufung von Menschen in haupt- oder ehrenamtliche Aufgaben ändern?

„Dein bestes Mittel, liebe Kirche, etwas gegen Rassismus zu tun, bist Du selbst“, so ergänze ich in meinem Kopf den Satz, der mir in der U-Bahnhaltestelle entgegenspringt. Und freue mich, dass ich Teil einer Kirche sein darf, die sich auf den Weg gemacht hat.

Der Beitrag ist zuerst in der Wochenzeitung „Die Kirche“ erschienen und erscheint hier mit freundlicher Genehmigung der Redaktion. Akademiedirektorin Krippner schreibt dort als Vorsitzende des Ständigen Ausschusses „Ökumene, Mission, Dialog“ der Landessynode.

Krippner, Friederike 2020

Dr. Friederike Krippner

Akademiedirektorin

Telefon (030) 203 55 - 505

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